Von der Gründung der Feuerwehr
Schon bald nach der Selbständigkeit der früheren Gemeinde Enzklösterle im Jahre 1826, als man sich von Wildbad lossagte, und der Selbständigkeit der Gemeinde Enztal im Jahre 1838, bisher zu Simmersfeld gehörend, sind in den noch wenigen alten Akten erste Hinweise, die mit der Feuerwehr, mindestens aber mit der Brandbekämpfung in Verbindung gebracht werden können. Sc
hon im Jahre 1828 wurden die Bürger erstmals aufgefordert, sich „Feuereimer“ zu beschaffen und diese mit ihrem Namen zu versehen. Die Gemeinde selbst, sparsam wie sie zu jener Zeit schon war, kaufte erst 10 Jahre später 8 solcher Feuereimer, die die Aufschrift „Gemeinde Enzklösterle“ trugen und die dann an freiwillige Helfer bei Brandfällen ausgegeben wurden. Im Jahre 1862 musste die Gemeinde auf Veranlassung des Oberamts eine Kontrolle und Bestandaufnahme der Feuereimer durchführen. auch festgestellt, dass verschiedene Eimer unbrauchbar geworden waren und keinen Boden mehr hatten. Unter den beschädigten Eimern der Einwohner war auch ein Eimer der Gemeinde beschädigt und daher abgängig. Die Gemeinde beschaffte sich daher 2 neue Eimer aus Leinen. In dieser Bestandsaufnahme waren auch alle Bürger aufgeführt, die noch über keinen oder einen beschädigten Eimer verfügten. Dezember 1862 schrieb der damalige Schultheiß Stieringer an das Oberamt folgenden Brief:
„ Herrn Oberamtmann Grossmann, Neuenbürg:
Ersuche über hiernach Beschriebenes um bald gefälligste Auskunft. Die hiesige Gemeinde bedarf zur Ergänzung eine Partie Feuereimer, zu welcher Anschaffung mir die zweckmäßigste Art, und wo solche am besten und billigsten bezogen werden könnten, erwünscht, was Ihnen durch Einrichtung der Feuerwehr dort, auch sonst am besten bekannt sein wird. Ich habe früher in Blättern (Zeitungen) von leinernen Feuereimern gelesen, aber wie sich’s damit verhält, auch in den Preisen von Leder und Leinen oder der letzteren Güte, ist mir unklar. Bei der neuen Feuerwehr, auch bei Feuerwehren in anderen Orten, werden Feuereimer benützt werden, weshalb ich glaube: Sie werden am Besten Auskunft zu geben wissen. Achtungsvollst Schultheiß Stieringer.“
Am 12. Dezember 1862 schrieb der Oberamtsbaumeister zurück: “Leinerne Eimer sind zweckmäßiger und billiger als lederne, und könnten Sie bei Spritzenfabrikant Kurtz in Stuttgart bestellen.“
Schon im Februar 1863 wurde in der Gemeinde eine Feuerlöschordnung entworfen. Dies ist auch die Geburtsstunde der Feuerwehr. Leider sind wohl die meisten alten Akten beim Einmarsch 1945 verloren gegangen, so dass nähere Einzelheiten heute nicht mehr bekannt sind. Regelmäßige Zeitungsberichte und Aufschriebe über die Feuerwehr gibt es erst seit 40 Jahren, in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Zur Feuerwehr 1862 gehörten damals:
die Rettungsmannschaft (4 Mann)
zur Beaufsichtigung und Leitung der vorhandenen Feuerspritze zwei Mann
mit Feuerleitern ausgerüstet (4 Mann)
mit Feuerhaken ausgerüstet (6 Mann)
Zur I. ledigen Feuerrotte zählten 1 Obmann und 32 Mann. Feuerrotte, die nicht mit Löschgerätschaften ausgestattet war, zählten 1 Obmann und 16 Mann. Die Feuerwehr war also vor 150 Jahren in der kleineren Gemeinde Enzklösterle stärker besetzt als heute in der weit größeren Gemeinde. Man darf wohl annehmen, dass die Feuerwehr in der Gemeinde Enztal mindestens die gleiche Mannschaftsstärke hatte. In den ersten 25 Jahren handelte es sich mehr um eine lose Form einer freiwilligen Feuerwehr. In jener Zeit waren auch in erster Linie die „Eimerkette“ und die vielen fleißigen Hände, die hier bei einem Brand mithalfen. Von einer ordentlich mit Gerätschaften ausgerüsteten Feuerwehr konnte also noch nicht die Rede sein.