23/05/2026
Hallo Ihr Lieben,
seit einiger Zeit schon rumort es in meinem Kopf einen Text wie diesen zu schreiben. Das gestaltet sich ehrlicherweise nicht so einfach wie ich dachte.
Ich arbeite seit vier Jahren ehrenamtlich im Tierheim Pfötchenfreunde Viergarten und mein Herz wird immer wieder schwer, wenn ich sehe, höre und lese wie schlecht es einigen, gar nicht so wenigen, Katzen in unserem Einzugsgebiet geht.
Zum Beispiel die Katze im Gebüsch, evtl. angefahren, die in den sozialen Medien gepostet wird. Auf Hilfsangebote unsererseits wurde dann aber leider nicht geantwortet, sodass wir keine genaue Ortsangabe hatten.
Wir hätten gerne geholfen und hoffen, dass die Katze nicht verletzt irgendwo leiden muss.
Oder der 5-jährige unkastrierte Kater, der mit einigen Kampfverletzungen und einer Blasenentzündung gesichert wurde und wir 14 Tage gar nicht wussten, ob er es schafft. Mittlerweile hat er ein neues Zuhause gefunden, natürlich kastriert und gechipt.
Oder die Katze, die bei uns sieben Kitten bekam. Ein Kitten war missgebildet und kam tot auf die Welt. Die anderen sechs hat sie nicht angenommen und sie kamen auf eine Pflegestelle. Dort wurde um die Zwerge gekämpft, aber es haben nur zwei überlebt.
Oder der Streunerkater, der nach längerer Zeit gesichert werden konnte. Er wurde kastriert und sollte wieder zurück zu seinem Futterplatz, jedoch bekam er ganz plötzlich starke Krampfanfälle, aus denen er nicht wieder herauskam. Auch er musste erlöst werden.
Oder die beiden sehr lustigen Kater, die ausgesetzt wurden. Einer wurde bei einer Dame vor die Tür gestellt und einer an einem Supermarkt mehr oder weniger einer Dame in die Hand gedrückt, mit den Worten: „Hier hast du das Vieh“.
Sie sind zum Glück schon wieder bei uns ausgezogen, in ein schönes Zuhause.
Dann sind da noch die Streunerkatzen, die immer wieder Kitten bekommen müssen, bis endlich einer kommt und sie einfängt.
Trächtige Katzen dürfen bei uns sicher ihre Kitten aufziehen, auch wenn es gerade für die wilden Mamis stressig ist so lange eingesperrt zu sein.
Die nicht tragenden werden kastriert und nach ein bis zwei Tagen Erholung wieder zurück zu ihrer Futterstelle gebracht.
Und zum Schluss der arme Kater, nicht kastriert und nicht gekennzeichnet, der vor etwa einer Woche von einem aufmerksamen Mann bei uns gemeldet wurde, da er eine schwere Verletzung an der rechten Maulseite hatte. Er konnte nach einigen Tagen gesichert werden und das Ausmaß der Verletzung war schrecklich. Die ganze rechte Wange war zerstört und er musste erlöst werden. Wenn ich mir vorstelle, was dieses Tier an Schmerzen ertragen musste, kommen mir immer wieder die Tränen.
Diese Aufzählung beschreibt nur einige Fälle aus diesem Jahr, die mich oft traurig und manchmal auch wütend machen. Manchmal braucht es ein paar Tage, um so schreckliche Bilder aus dem Kopf zu bekommen.
Solange es Menschen gibt, die ihre Katzen/Kater nicht kastrieren lassen, wird das Leid dieser Tiere weitergehen und die sogenannte Kittenflut uns jedes Jahr weiter überrollen. Die Kitten werden, wenn sie Glück haben, gefunden und in den Tierheimen oder Pflegestellen aufgepäppelt und vermittelt. Aber wie viele werden nicht gefunden und kämpfen krank und hungrig um ihr kleines Leben?
Eine Katze muss nicht einmal im Leben Kitten haben. Sie muss auch nicht einmal rollig sein, sondern kann im Alter von 6 Monaten kastriert werden. Es gibt Katzen, die noch nicht mal ein Jahr alt sind und schon Kitten bekommen. Rollig sein ist für die Katzen und Besitzer oft purer Stress und unkastrierte Katzen sind anfälliger für Gebärmutterentzündungen und für Infektionskrankheiten.
Ein unkastrierter Kater ist oft in Revierkämpfe verwickelt, hat Verletzungen, die sich entzünden können, infiziert sich häufiger mit FIV, FIP, FelV, markiert oft und stinkt. Deshalb wird er dann auch gerne mal aus der Wohnung geworfen und lebt dann auf der Straße. Dort findet er bestimmt eine unkastrierte Katze und das Elend beginnt von vorn. Auch Kater sollten mit spätestens 6 Monaten kastriert werden. Dann verringert sich auch meist sein Aktionsradius und er wird etwas häuslicher.
BITTE LASST EURE KATZEN/KATER KASTRIEREN, CHIPPEN UND REGISTRIEREN!
NUR DURCH KASTRATIONEN KÖNNEN WIR DAS ELEND EINDÄMMEN!
Heute Nachmittag habe ich wieder Katzendienst und ich freue mich drauf. Denn es gibt immer wieder auch schöne Momente, wie z.B. die Kitten, die ihre ersten Ausflüge im Zimmer machen, wenn eine scheue Katze das erste Leckerchen aus der Hand nimmt oder wenn einer unsere Schützlinge ausziehen darf.
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!
Marion