12/06/2026
Internationales Filmfest Emden-Norderney ist nun vorbei – die Eindrücke bleiben…
Auch wir haben die Gelegenheit genutzt und den Dokumentarfilm „Schwarze Häuser“ besucht. Der Film wurde durch die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Emden sowie den Zonta Club Leer Ostfriesland unterstützt.
Anhand von Zeitzeugenberichten und eindrucksvollem Archivmaterial wird sichtbar, wie belastend die Erfahrungen vieler ehemaliger Verschickungskinder bis heute sind. Zwischen den 1950er- und 1990er-Jahren wurden Kinder häufig ohne klare medizinische Indikation für mehrere Wochen in sogenannte Erholungsheime oder Kureinrichtungen geschickt. Für viele waren diese Aufenthalte von Angst, Einsamkeit und Grenzüberschreitungen geprägt.
Besonders beeindruckend war die anschließende Gesprächsrunde mit der Regisseurin Frau Sikora, der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Emden, Frau Philipps, sowie Herrn Lichtrauter, einem der Protagonisten des Films.
Frau Philipps machte deutlich, dass die Aufarbeitung der Vergangenheit wichtig ist, gleichzeitig aber auch die positiven Entwicklungen im Bereich des Kinder- und Jugendschutzes gesehen werden müssen. Sie betonte, dass sich unsere Gesellschaft in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert hat. Kinder werden heute darin bestärkt, ihre eigenen Grenzen wahrzunehmen und „Nein“ zu sagen. Zudem sorgen Kinderschutzkonzepte, Präventionsmaßnahmen, pädagogische Qualitätsstandards und Aufsichtsbehörden dafür, dass Kinder besser geschützt werden als früher.
Herr Lichtrauter unterstrich die Bedeutung der historischen Verantwortung und sprach sich dafür aus, dass das erlebte Leid der ehemaligen Verschickungskinder anerkannt wird.
Im Anschluss entwickelten sich im Foyer zahlreiche Gespräche in kleinen Gruppen. Der Austausch zeigte, wie sehr das Thema auch heute noch bewegt und wie groß das Bedürfnis nach Erinnerung und Aufarbeitung ist.
Frau Sikora berichtete, dass der Film demnächst auch in ausgewählten Kinos gezeigt werden soll.
Unsere Empfehlung: wer sich für Kinderrechte, Kinderschutz, gesellschaftliche Verantwortung und die Aufarbeitung historischer Erfahrungen interessiert, sollte sich „Schwarze Häuser“ unbedingt ansehen. Der Film informiert, berührt und regt dazu an, über den Umgang mit Kindern – damals und heute – nachzudenken.