13/06/2026
Seltener Rosapelikan überrascht Vogelbeobachter im Leinepolder!
Für große Aufmerksamkeit unter Vogelbeobachtern sorgte jetzt ein außergewöhnlicher Gast an der sogenannten Geschiebesperre im EU-Vogelschutzgebiet Leinetalbei Hollenstedt, dem „Leinepolder“. Dort rastete für rund 24 Stunden ein Rosapelikan – ein diesjähriger Jungvogel ohne Beringung.
Thomas Spieker von den Naturscouts Leinetal: Der hier seltene Vogel wurde von mehreren Beobachtern entdeckt und fotografiert. Mit seiner imposanten Größe, dem langen Schnabel und dem hellen Gefieder zog er schnell die Aufmerksamkeit auf sich. Nach einem Tag Aufenthalt setzte der Pelikan seine Reise wieder fort und verschwand aus dem Gebiet.
Der Rosapelikan zählt zu den größten flugfähigen Vogelarten Europas. Erwachsene Tiere erreichen eine Flügelspannweite von bis zu drei Metern. Ursprünglich ist die Art vor allem in Südosteuropa, Afrika und Teilen Asiens verbreitet. In Deutschland gelten Rosapelikane als äußerst seltene Gäste, tauchen aber gelegentlich auf ihrem Zug oder durch weiträumige Wanderbewegungen an geeigneten Gewässern auf.
Jungvögel erkennt man an ihrem eher grauweißlichen Gefieder und dem noch weniger kräftig gefärbten Schnabel. Dass der Vogel unberingt war, macht eine Herkunftsbestimmung schwierig. Es gibt eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei dem hier gelandeten Gast um das Exemplar handelt, das einige Tage zuvor im Schwalm Eder Kreis für Aufsehen, einen Polizeieinsatz und mediale Auftritte sorgte. Die Naturscouts gehen davon aus, dass er nicht aus einer Wildpopulation stammt.
Für die Vogelbeobachter im Leinetal bleibt die unerwartete Rast des Rosapelikans ein besonderes Ereignis – und eine Beobachtung, die man im Leinepolder so schnell wohl nicht wieder erleben wird.
Foto: Martin Jahn - Junger Rosapelikan neben erwachsener Mittelmeermöwe an der Geschiebesperre Hollenstedt