20/05/2026
Im Mai befinden sich viele Limikolenarten noch auf dem Zug in Richtung ihrer hochnordischen Brutgebiete. Da in den Brutgebieten der Schnee oft erst Ende Mai bis Anfang Juni vollständig schmilzt, setzen viele Arten ihren Zug erst jetzt fort.
Besonders nach starken Regenschauern oder bei ungünstigem Wetter wie Sturm und Kälteeinbrüchen rasten Limikolen auf ihrem Weg in den Norden in unseren Feuchtgebieten. Genau dann lohnt sich die Vogelbeobachtung derzeit besonders 🐦⬛🔭.
So konnten auch im Bingenheimer Ried in diesen Tagen – unter wechselhaften Wetterbedingungen mit kräftigen Regenschauern und eindrucksvollen Lichtstimmungen – insgesamt 16 Limikolenarten beobachtet werden. Dazu zählten unter anderem Säbelschnäbler, Großer Brachvogel, Kiebitz, Bekassine, Grünschenkel, Rotschenkel, Dunkler Wasserläufer, Bruchwasserläufer, Flussuferläufer, Flussregenpfeifer, Sandregenpfeifer, Kampfläufer, Sichelstrandläufer, Alpenstrandläufer und Sanderling.
Ein besonderes Highlight war der Nachweis eines Sumpfläufers (Limicola falcinellus). Diese Art brütet in Mooren und Seggensümpfen Skandinaviens und ist auf dem Zug durch Westeuropa nur äußerst selten zu beobachten. In Hessen wurde zuletzt 2017 ein Sumpfläufer nachgewiesen – entsprechend groß war die Freude über diese Beobachtung.
👉🏻 Aktuell bieten die Feuchtgebiete daher besonders gute Bedingungen für die Beobachtung durchziehender Limikolenarten – insbesondere bei wechselhaftem Wetter nach Regenfällen.
📷 C. Kleinert, C. Kaula , C. Schweiger