ANW-Hochschulgruppe Eberswalde

ANW-Hochschulgruppe Eberswalde Studentische Initiative der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde in Anlehnung an die Arbeitsgemeinschaft naturgemäße Waldwirtschaft e.V. V.

Alfred Möller als Begründer des „Dauerwaldgedankens“ und zugleich von 1906 bis 1921 Direktor der Eberswalder Forstakademie legte den Grundstein für ein ganzheitliches Waldverständnis. Die ANW-Hochschulgruppe möchte den Erfahrungsaustausch darüber in Theorie und Praxis weiter intensivieren. Ausgehend von den Grundsätzen der ANW e. und in enger Kooperation mit dem ANW-Landesverband Brandenburg sowie

der Hochschule Eberswalde wollen wir:
- uns über naturgemäße Waldpflege, nachhaltige Waldwirtschaft, unterschiedliche Waldbaukonzepte, Biodiversität und Naturschutz austauschen
- enge Kontakte zu Forstbetrieben, Forschungseinrichtungen, Verbänden und Interessengemeinschaften zum Thema naturgemäße Waldwirtschaft aufbauen
- Exkursionen, Tagesausflüge, Übungen und Vorträge organisieren, um die praktische Umsetzung eines naturgemäßen und ökologischen Waldbaus zu sehen und zu erlernen
- auf forstrelevanten Veranstaltungen und Messen gemeinschaftlich präsent sein
- Euch für die naturgemäße Waldwirtschaft und unsere Hochschulgruppe begeistern

Besser später als nie: Unser Bericht zur Praktikawoche im MärzDU(H)RCHGEDREHT - DER ANW SPRING-BREAK Semesterferien. Fre...
18/04/2018

Besser später als nie: Unser Bericht zur Praktikawoche im März

DU(H)RCHGEDREHT - DER ANW SPRING-BREAK

Semesterferien. Freitagmorgens. 7:00 Uhr. Entgegen allgemeinen Klischeevorstellungen, die den Studenten jetzt noch selig ruhend im Federbett liegend erahnen, sind wir bereits wach und decken ein letztes Mal den Frühstückstisch bei Familie Duhr. Bei Kaffee und selbstgebackenem Brot können wir auf eine höchst produktive Woche zurückblicken. Statt aus den Ferien direkt in den trockenen und gut beheizten Hörsaal zu wechseln, nutzen wir den ANW Spring Break, Hybrid zwischen echter Waldarbeit und praxisbezogenem Theorieinput, als idealen Übergang ins 4. bzw. 2. Semester. Doch wir wären nicht die ANW Hochschulgruppe, ließen wir den letzten Tag tatenlos verstreichen. Also geht es raus in den Wald, Themen sind Grenzermittlung im Privatwald und Z-Baum Auswahl.
Wenig später stehen wir – mit gezückten Spraydosen bewaffnet - vor einem Kiefernstangenholz. Michael Duhr plaudert aus dem Nähkästchen der Privatwaldbesitzer – gerade in solch strukturlosem Terrain ist bei der Grenzmarkierung Fingerspitzengefühl und eine gute Kommunikation mit den angrenzenden Nachbarn von Nöten. Nach unseren Einfluchtversuchen – die im Waldpädagogikseminar wohl auch als teambildende und kommunikationsfördernde Maßnahme durchgegangen wären - belassen wir es zunächst erstmal bei roten Bändchen – abknoten ist doch einfacher als abkratzen.
Dann geht es wirklich los: Waldbau. Wohlgemerkt im Wald und nicht vor dem Beamer. Michael Duhr fasst noch einmal das QD-Prinzip, welches uns bereits aus der Vorlesung bekannt ist, zusammen und initiiert einen weiteren komplexen Einigungsprozess - schließlich können wir uns als Gruppe auf einen Vorzeige Z-Baum einigen. Diesen stellt Eric exemplarisch frei, mit jedem Kreischen der Motorsäge entfernen wir uns gedanklich mehr von den Zahlen aus der Ertragstafel. Uns wird klar: Das Wirtschaften auf Wertholzstämme erfordert Konsequenz und Mut. In Kleingruppen zeichnen wir dann autonom weiter aus, beginnen etwas ungelenkt, bemerken aber bereits nach der ersten Stunde wie sich unser forstlicher Blick zu schärfen beginnt.
Neben den waldbaulichen Aspekten konnten wir beim dem Aufarbeiten von Sturmholz unseren Erfahrungsschatz im Umgang mit Forstmaschinen und Arbeitstechniken erweitern. Auch hier profitierten wir wieder ungemein von Erics beruflichen Vorkenntnissen. Deshalb werden wir auch für kommende Projekte eine Mischung von Studenten mit und ohne Forstwirtausbildung anstreben.
Am Abend kochen wir gemeinsam: 4 Tage, 4 Wildvariationen, 4 mal zufriedene und müde ANWler. Forstliche Diskussionen ergeben sich am Küchentisch praktisch von allein, ein wichtiges Thema sind natürlich Zukunftschancen und Risiken in der Forstbranche. Mit dem Stellenabbau im öffentlichen Dienst gewinnt der Sektor der privaten forstlichen Dienstleister und Berater immer mehr an Bedeutung. Trotzdem kann man den Verzicht auf tätige Mithilfe der Hoheitsförster auch kritisch sehen – so könnte in Zukunft in noch mehr Beständen unausgezeichnet eingeschlagen werden. Auch der weitgehende Verzicht auf Waldarbeiter im Landesforstbetrieb könnte sich negativ auswirken, wenn Ausschreibungen vorwiegend an Lohnunternehmen gehen, die auf Kosten von Löhnen, Arbeitssicherheit, Ausbildung und Qualität, das billigste Angebot machen.
Wertvollen Input zu dieser Problematik bekamen wir während unserer halbtägigen Exkursion zu Axel Rütz. Nach der Besichtigung des Sägewerkes, Abnehmer des von uns aufgearbeiteten Holzes, konnten wir bei Kaffee und Kuchen im lockeren Gespräch Fragen zur aktuellen Situation von Forstdienstleistern in Brandenburg stellen.
Der Sinn des Personalabbaus bleibt in Teilen suspekt, um tatsächlich verlässliche, fair bezahlte und leistungsfähige Unternehmer für die Bewirtschaftung des Landeswaldes zu gewinnen, wird ein Strategiewechsel nötig sein. Selbst dann bleibt offen, ob der Landesbetrieb im Falle größerer Kalamitäten handlungsfähig bleibt.
Doch bevor wir weiter über forstpolitische Entscheidungen urteilen, widmen wir uns wieder praktischer Arbeit. Im Laufe der Woche beplanen wir eine Sturmwurffläche vom Einschlag bis zur Pflanzung, besonderen Wert legen wir dabei auf das korrekte Ausfüllen von Förderanträgen – 18 Seiten bieten dafür ein abendfüllendes Programm. Dazu bekommen wir die Gelegenheit einen aufschlussreichen Einblick in die Buchführung des Betriebes zu werfen, bessere Möglichkeiten für einen Wissenstransfer zwischen theoretischer Ökonomievorlesung und praktischer Anwendung gibt es wohl nicht.
Als ANWlerInnen gehen wir natürlich auch keiner einzigen waldbaulichen Diskussionen aus dem Weg und so tauschen wir uns immer wieder über Baumartenwahl und Bewirtschaftungskonzepte auf einzelnen Flächen aus. Und – auch wenn für manche mittlerweile ein leidiges Thema – bemerken immer wieder, wie wichtig angepasste Schalenwildbestände für das schaffen Dauerwaldartiger Strukturen sind. Da der Betrieb von Herrn Duhr nicht arrondiert ist und die Flurstücke keine zusammenhängende Fläche bilden, wird nicht in Eigenregie gejagt. Ein gutes Auskommen mit dem Pächter ist deshalb Grundvoraussetzung, da das Revier gleichzeitig im Großtrappenschutzgebiet liegt, ist neben dem Schalenwildabschuss eine straffe und zeitintensive Raubwildbejagung nötig. So kommt man auf einzelnen Flächen noch nicht um einen Zaunbau herum.
Schlussendlich bedanken wir uns noch einmal für diese tolle Woche - Praktische Arbeit, Planung auf der Fläche und die sehr lehrreichen Seminare haben sich perfekt die Waage gehalten, das Essen war ausgezeichnet und Herr Duhr jederzeit ansprechbar und auskunftsfähig – Wir freuen uns aufs nächste Jahr.

Jakob Liesegang

Juhuu, 73 mal "Gefällt-mir", danke dafür! Allen Fir-ends einen schönen restlichen Valentinstag ❤
14/02/2018

Juhuu, 73 mal "Gefällt-mir", danke dafür!
Allen Fir-ends einen schönen restlichen Valentinstag ❤

Mit dem Jahr neigt sich auch die Saison der Bewegungsjagden dem Ende zu. Wenn man sich bald an der Weihnachtstafel an de...
21/12/2017

Mit dem Jahr neigt sich auch die Saison der Bewegungsjagden dem Ende zu. Wenn man sich bald an der Weihnachtstafel an den kulinarischen Ergebnissen erfreut, lässt man vielleicht noch einige Jagdszenen vor dem inneren Auge R***e passieren. Ein absolutes Highlight im Potpourri unserer Drückjagderinnerungen ist dabei der Trip von Mitgliedern der ANW-Hochschulgruppe in den Freistaat Sachsen, hier folgt der zugehörige Bericht:

Spontan und kurzentschlossen nahmen wir eine Drückjagdeinladung in den Forstbezirk Eibenstock an und machten uns am Montag auf den Weg. Dieser führte uns durch das verschneite und dezent von einer unglaublichen Anzahl an Schwippbögen ausgeleuchtete Erzgebirge. Dagegen kann die norddeutsche Tiefebene im Moment tatsächlich nur trist und öde wirken. Doch das Wintermärchen hatte gerade erst begonnen, die Unterkunft – eine neu gebaute Jagdhütte mitten im Revier Eibenstock – schien geradezu aus einem Bilderbuch herausgefallen zu sein.
Nach kurzer Nachtruhe und Tee aus geschmolzenem Schnee ging es durch pure Idylle zur Drückjagd ins Revier Sosa. Da wir bereits auf reduzierte Schalenwildpopulationen vorbereitet wurden, waren wir wenig verwundert, als es nach Beginn des Treibens ruhig blieb – vorerst zumindest. Über die Quantität und Qualität der Naturverjüngung– die, insbesondere bei Tanne, nur mit angepassten Schalenwildbeständen möglich ist - haben wir viel Gutes gehört, konnten uns bei Schneelagen von über 30 cm aber nur bedingt selbst von dieser überzeugen, dass lässt sich aber sicherlich auf einer Exkursion im nächsten Jahr nachholen.
Nachdem die geschnallten Hunde erste Spuren in die jungfräuliche Schneedecke gezogen hatten, kam doch noch Bewegung in den Winterwald. So gelang es 2 Schützen unserer Eberswalder Delegation je ein Stück Rehwild zu erlegen. Damit haben wir immerhin 50% der Strecke beigesteuert.
Rundum dürfen wir also von einer absolut gelungenen Unternehmung sprechen. Wir konnten uns vor Ort mit Revierleitern, Masterstudenten von anderen Hochschulen und Anwärtern vernetzen und haben einige Absolventen der HNEE wiedergetroffen. Besten Dank noch einmal für die unkomplizierte Einladung und Beherbergung.

Für das Sommersemester 2018 haben wir einen ambitionierten Exkursionsplan aufgestellt, bei Interesse könnt ihr euch jederzeit melden, die nächste Mitgliederversammlung findet am Dienstag in der zweiten Januarwoche (09.01.2018) statt. Bis dahin wünschen wir eine besinnliche Restadventszeit, schöne Feiertage und einen gelungenen Jahreswechsel.

Eure ANW-Hochschulgruppe Eberswalde

🍁Die ANW Hochschulgruppe auf Abwegen 🍂Frisch konstituiert und durchmotiviert zog es uns bereits sechs Tage nach dem erst...
01/11/2017

🍁Die ANW Hochschulgruppe auf Abwegen 🍂

Frisch konstituiert und durchmotiviert zog es uns bereits sechs Tage nach dem ersten Mitgliedertreffen raus in den Wald. Nach zwei Stunden Fahrt gen Süden standen wir um 10 Uhr morgens mit Wolf-Dieter und Gunther Emmrich im ersten Bestand. Die beiden Förster haben sich in ihrem privaten 170 ha großen Waldstück ganz der Naturnahen Waldwirtschaft verschrieben. Von ihrer großen Begeisterung zeugt nicht nur die Bereitschaft, kurzfristig und problemlos am Reformationstag eine Exkursion anzubieten, sondern in erster Linie natürlich das Waldbild auf ihren Flächen. Immer wieder wird argumentiert, dass das Etablieren einer flächigen und artenreichen Naturverjüngung nur im Großprivatwald möglich ist, da verbeißende Schalenwildpopulationen erst auf Flächen im vierstelligen Hektarbereich erfolgreich reduziert werden können. Die beiden Brüder haben gezeigt, dass dies auch auf verhältnismäßig kleiner Fläche ohne Abstriche und in weniger als 15 Jahren umsetzbar ist.

Angepasste Wildbestände, so erklärten Sie uns, bilden neben dem Faktor Licht die Grundlage für alle weiteren waldbaulichen Strategien. So machen niedrige Schlussgrade und scharfe Rehwildbejagung Bodenbearbeitung und Zaunbau obsolet, und dass auch auf den relativ armen Standböden. Auf unserem Rundgang wurde immer wieder deutlich, zu wie vielen Entscheidungen man sich plötzlich gezwungen sieht, wenn die Naturverjüngung dann erst einmal erfolgreich aufgelaufen ist. Während der Kulturpflege kommt man sich wohl schnell vor wie der Geschäftsführer eines Assessmentcenters, drängen sich doch auf kleinster Fläche Kiefern, Birken, Eichen, Ebereschen, Weiden und Bergahorn von unterschiedlichem Alter und Qualität. Ergänzt werden diese noch durch zahlreiche weitere einzelbaumweise gepflanzte Arten wie Elsbeere, Weißtanne und Robinie. Ein weiteres Highlight folgte mit einem Bestand in welchem Kiefernnaturverjüngung übernommen, weiter gefördert und zusätzlich etabliert wurde. Hier bekamen wir Einblick, wie der Dauerwaldgedanke in Südbrandendenburg umgesetzt werden und Wald in Zukunft aussehen kann. Den fachlichen Austausch auf der Fläche konnten wir dann bei Bockwurst und Bier an gedecktem Tisch im Hause Emmerich weiterführen.

Für den Nachmittag hatten wir noch einen Termin im Hoheitsrevier Marienberg um uns über Privatwaldberatung, Fördermaßnahmen zum Waldumbau und Windräder im Wald informieren zu lassen. Hier befuhren wir auch den im Titel erwähnten Abweg, eine Zufahrtstraße zu einer Windkraftanlage an welcher nach einem Gerichtsurteil alle 50 m auf die Asbestbelastung hinweisende Warnschilder installiert werden mussten. Mit Kuchen, Kaffee und Lagerfeuer beendeten wir unsere erste Exkursion bei Einbruch der Dunkelheit.

Mit Herzlichem Dank und Gruß

Die ANW Hochschulgruppe Eberswalde

Erste Exkursion der ANW.HNE in den Spreewald zu naturnahem Waldumbau im Privatwald und Hoheitsaufgaben im Landesbetrieb Forst Brandenburg

16/10/2017

Adresse

Alfred-Möller-Straße 1
Eberswalde
16225

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