11/09/2026
Wir erhielten einen Notruf aus Radeburg über die Wildvogelauffangstation UZD zu einer Nilgans welcher eine Angelschnur aus dem Schnabel hing, mit dem Verdacht dass sich am anderen Ende noch ein entsprechender Angelhaken befindet.
Eigentlich ist Radeburg nicht mehr unser Einsatzgebiet und durch die Einstufung der Nilgans als invasive Art war die mögliche weiterführende Versorgung unsicher, aber wir hatten Zeit und wollten es nicht unversucht lassen dem Tier zu helfen.
Vor Ort angekommen trafen wir auf eine Gruppe junger Nilgänse, welche entgegen ihrer sonst sehr temperamentvollen Art, absolut handzahm waren.
Wie auf dem Foto zu sehen ließen sie uns sehr nah ran. Um sie etwas auseinander zu bekommen und einzeln begutachten zu können, verteilten wir etwas Brot. Welche unmittelbaren Folgen das für uns haben würde, war uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar…
Zu unserem Glück hatte keine der Nilgänse einen Angelhaken oder Angelschnur am Schnabel oder Hals. Jedoch fanden wir eine Gans, welche einen seltsam verdrehten Flügel hatte, bei welchem wir uns zunächst nicht sicher waren, ob es sich um einen Kippflügel handelt oder einen Bruch.
Im Videocall untersuchten wir das Tier vor Ort und konnten keinen Bruch - oder zumindest keinen heilbaren - feststellen, so dass sich der Verdacht des Kippflügels verstärkte. Während der Untersuchung wichen die anderen Nilgänse nicht von unserer Seite und schauten uns neugierig zu. Nach abgeschlossener Untersuchung schloss sie sich wieder ihrer Gruppe an.
Kippflügel: Durch falsche Ernährung (z.B. Brot) während der Wachstumsphase können Flügel bei Wasservögeln falsch wachsen, was dazu führt, dass sie nicht fliegen können. In vielen Fällen gewöhnen sich die Tiere jedoch daran und können an Ort und Stelle ein einigermaßen gutes Leben führen.
Um sicherzustellen dass nicht noch irgendwo eine andere Nilgans mit der Angelschnur saß, suchten wir das umliegende Ufer ab. Dabei wurden wir stets von der Gruppe Nilgänse verfolgt 😄