Wir setzen uns für einen Dialog im Stadtteil zu verschiedenen Themen ein. Aktuell natürlich die Flüchtlingskrise, aus derer heraus sich eine monatliche Bürgerversammlung entwickelt hat, deren Hauptaufgabe einerseits darin besteht, den Flüchtlingen das Ankommen zu erleichtern, sie bei Behördengängen und Anträgen zu unterstützen und mittels Patenschaften auf ihrem Weg zu begleiten, andererseits scha
ffen wir Raum für Gespräche zwischen ehrenamtlichen Engagierten der verschiedenen Initiativen, Vertretern der Stadt sowie den "besorgten Bürgern", um Sorgen und Problemen eine Gesprächsbasis zu geben, sie anzunehmen und mit allem das Zusammenleben weiterhin gemeinsam bunt gestalten zu können. Für geflüchtete Frauen und Kinder sowie Familien in Dresden-Pieschen wurde ein Konzept für einen Back-Koch-Treff entwickelt, welcher 14-tägig in den Räumen der Volksolidarität Trachenberge durchgeführt und sehr gut angenommen wird. Es wurde nach einer Möglichkeit gesucht, sich in angenehmer und ungezwungener Atmosphäre auf Augenhöhe zu begegnen und etwas gemeinsam zu tun, sich sprachlich und kulturell austauschen und voneinander lernen. Dabei war uns wichtig, einen einladenden Ort zum Wohlfühlen, regelmäßige, verbindliche Zeiten für die Treffen und feste Ansprechpartner zu finden. Anfangs wurden die Kontakte über die Sozialarbeiter vom Sächsischen Flüchtlingsrat hergestellt und dann über erste private Verbindungen mit ehrenamtlichen “Paten“ weiter ausgebaut und gefestigt. Nun wird regelmäßig irakisch gekocht und afghanisch gebacken, genäht und gebastelt. Beide Seiten sind mittlerweile "angekommen", können entspannen und haben eine gemeinsame Basis gefunden. Seit Januar 2016 gibt es nun auch ein Begegnungscafé für Männer, ebenfalls 14-tägig, im Stadtteilzentrum Emmers. Der Rahmen des Konzeptes ist der Gleiche, nur lauter ;) Kickern, Billard, Darts - dazu Trommeln, Gesang, Tanz. Schon das zweite Treffen war sehr familiär und entspannt, was an der Bezugsgruppe, "die Flüchtlinge aus der Turnhalle-Übigau", welche schon sehr lange und intensive Kontakte zur Initiative haben, lag. Einige unserer Ehrenamtlichen begleiten die "Jungs" seit der Ankunft in der Turnhalle, gaben Deutschkurse, füllten Formulare aus, organisierten Teppiche und Fahrräder, halfen bei der Renovierung der ersten eigenen Wohnung und gingen mit zum Vorstellungsgespräch für Prakitka. Sie gehören zur Familie und spielen am Wochenende mit den Kindern Fußball, oder sie sind zu Kumpels geworden und gehen abends mit in die Kneipe. Unsere monatliche Bürgerversammlung zeigt, wie viele Menschen bereit sind, sich ehrenamtlich für Flüchtlinge zu engagieren und wir sind jedes Mal überwältigt und dankbar, so viel Kraft, Ausdauer und Kreativität vernetzen und koordinieren zu dürfen. Menschen, die uns einst missmutig gegenüber saßen, deren Sorgen und Ängste wir nehmen konnten und die sich jetzt ebenfalls engagieren zeigen uns auch, wie wichtig der Dialog im Stadtteil ist und bestärkt uns darin, damit weiter zu machen.