06/05/2026
👉 Der mutmaßliche Femizid am 28.04. in Neustadt/Sachsen im Landkreis Sächsische Schweiz–Osterzgebirge im Mehrgenerationenhaus des ASB erschüttert zutiefst. Im Rahmen einer Paarberatung zwischen Helena P. (49), ihrem Ex-Partner Niko K. (54) und einer Familienhelferin (48) fielen Schüsse. Niko K. und die Familienhelferin starben am Tatort. Helena P. überlebte zunächst schwer verletzt, verstarb aber kurz darauf im Krankenhaus.
👉 Medienberichten zufolge soll sich Helena P. von Niko K. getrennt haben. Trennungen gelten als eine der gefährlichsten Phasen für betroffene Frauen. Studien zeigen, dass das Risiko eines Femizids gerade dann deutlich steigt, wenn Frauen versuchen, sich aus gewaltgeprägten Beziehungen zu lösen. Häufig liegen bereits vorher Übergriffe vor oder die Gewalt eskaliert im Trennungsprozess.
❗️ Besonders betroffen macht in diesem Fall auch der Tod der Familienhelferin. Menschen, die in beratenden und unterstützenden Berufen tätig sind, wie die Fachkräfte in den Interventions- und Koordinierungsstellen gegen Häusliche Gewalt und Stalking und den Frauenschutzeinrichtungen, tragen ein erhöhtes Risiko, selbst Gewalt zu erleben. Sie begleiten Betroffene auch im öffentlichen Raum und werden dabei potenziell mit Tätern konfrontiert. Der Glaube, die Öffentlichkeit schütze automatisch durch mögliche Zeug*innenschaften, erweist sich immer wieder als trügerisch. Ob es sich in diesem Fall ebenfalls um einen Femizid handelt, können wir zum derzeitigen Stand aufgrund fehlender Informationen nicht klar sagen.
🧩 Als LAG gewaltfreies Zuhause Sachsen e.V. mahnen wir, Femizide als das zu benennen, was sie sind: Ausdruck struktureller geschlechtsspezifischer Gewalt. Es ist unsere gemeinsame, gesamtgesellschaftliche Verantwortung, Schutz nicht nur zu fordern, sondern konsequent umzusetzen.