25/06/2026
Wie neue Kräfte den Kita-Alltag bereichern: Förderer erhalten Einblicke in AWO-Kita in
Fröndenberg
Fröndenberg, 25. Juni 2026 – Staatssekretär Lorenz Bahr, sowie weitere Vertreter*innen des
Ministeriums für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes
Nordrhein-Westfalen (MKJFGFI) und Franziska Myszor, Sozialreferentin der Sozialstiftung NRW
haben die KiTa Hirschberg des AWO Bezirksverbands Westliches Westfalen besucht, um sich ein
Bild von der Umsetzung des Modellprojekts „ProKi – Profilrelevante Kräfte stärken Kitas“ im
Alltag der Einrichtung zu machen. Gemeinsam mit Vertreter*innen der AWO standen die
praktischen Erfahrungen mit der Profilrelevanten Kraft im Mittelpunkt. „Für uns als Träger ist
entscheidend, wie wir Kitas langfristig gut aufstellen. ProKi zeigt, dass multiprofessionelle
Teams ein wichtiger Baustein sein können, um Qualität und Betreuung zu sichern“ , betonte
Michael Scheffler, Vorsitzender der AWO NRW.
Die Einrichtung ist eine von mehreren Kitas der vier Bezirksverbände der AWO in Nordrhein-
Westfalen, die im Rahmen des Projekts multiprofessionelle Teams erproben: Neben
pädagogischen Fachkräften arbeiten sogenannte Profilrelevante Kräfte mit spezifischen
beruflichen Qualifikationen, etwa aus Handwerk, Musik oder Naturwissenschaften, fest im
Team mit.
Neue Impulse im Kita-Alltag sichtbar
Im Fokus des Besuchs standen die konkreten Veränderungen im Kita-Alltag. Die Profilrelevante
Kraft bringt gezielt eigene Kompetenzen ein und erweitert so die Bildungsangebote, während
pädagogische Fachkräfte entlastet werden. Die Acker-Kita Hirschberg wird seit April durch einen
Gärtnerei-Meister mit Spezialisierung auf Gemüseanbau bereichert, der mit den Kindern viele
Projekte rund um Natur und Ernährung plant. Mit der Gründung eines „Acker-Clubs“ startet die
Kita nun gemeinsam mit den Kindern in die Bepflanzung ihres Kita-eigenen Ackers.
„Wir gewinnen nicht nur zusätzliche Unterstützung, sondern neue fachliche Perspektiven im
Team. Unsere ProKi-Kraft bringt viel Wissen und Motivation in unserem Schwerpunktbereich mit.
Dadurch können wir Aufgaben anders verteilen und uns stärker auf die pädagogische Arbeit mit
den Kindern konzentrieren“, erklärte die Einrichtungsleitung Katja Wette.
Unterschiedliche Perspektiven auf ein gemeinsames Ziel
Staatssekretär Lorenz Bahr, hob die Bedeutung des Ansatzes hervor:
„Die Landesregierung möchte eine verlässliche und hochwertige frühkindliche Bildung in den
nordrhein-westfälischen Kindertageseinrichtungen ermöglichen und fördern, damit Kinder ihre
Talente und Stärken entdecken und entfalten können. ProKi erprobt dafür neue Formen der
Zusammenarbeit im Team.“
Die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation des Projekts erfolgt durch das Institut für
Forschung und Transfer in Kindheit und Familie (foki) der Katholischen Hochschule Nordrhein-
Westfalen. Untersucht wird unter anderem, wie sich der Einsatz der zusätzlichen Kräfte auf
Bildungsqualität, Teamarbeit und Fachkräftebindung auswirkt.
Franziska Myszor von der Sozialstiftung NRW betonte dabei die übergeordnete Bedeutung des
Modellprojektes:
„Uns ist wichtig, Projekte zu fördern, die über den Einzelfall hinaus wirken. ProKi liefert
Erkenntnisse, die für die Weiterentwicklung der frühkindlichen Bildung insgesamt relevant sind.“
Hintergrund: Modellprojekt mit landesweiter Bedeutung
Das Projekt läuft von Oktober 2025 bis September 2028 und soll belastbare Erkenntnisse
darüber liefern, wie multiprofessionelle Teams in Kitas sinnvoll eingesetzt werden können und
Profilrelevante Kräfte mit einem Abschluss auf Meister oder Bachelor-Niveau den Kita Alltag
bereichern. Ziel ist es, sowohl die Qualität der frühkindlichen Bildung zu stärken als auch
pädagogische Fachkräfte nachhaltig zu entlasten.
Das Projekt wird vom Institut für Forschung und Transfer in Kindheit und Familie (foki) der
Katholischen Hochschule NRW evaluiert.
Die Sozialstiftung NRW fördert das Projekt mit rund 700.000 €, das MKJFGFI mit 200.000 €. Die
AWO in NRW erbringt einen Eigenanteil.
Die Umsetzung erfolgt durch die vier Bezirksverbände der AWO in Nordrhein-Westfalen.
Über die AWO KiTa Hirschberg
Hauptschwerpunkt der Kita Hirschberg ist die gesunde Ernährung. Daher ist sie neben der
Modellkita „ProKi“ auch ausgezeichnete Acker-Kita. Bei der pädagogischen Ackerarbeit erlernen
die Kinder in der Praxis so alles Wichtige rund um den Gemüseanbau. Darüber hinaus ist sie
zertifizierte Kita mit Biss und Haus der kleinen Forscher. Außerdem bereichert die Kooperation
mit dem Justizvollzugskrankenhaus das pädagogische Profil durch gemeinsame Projekte und
soziale Lerngelegenheiten. Träger der Kita-Hirschberg ist die Arbeiterwohlfahrt Unterbezirk Ruhr-
Lippe-Ems, zugehörig zum AWO Bezirksverband Westliches Westfalen e.V.