17/09/2026
In Dortmund werden Pläne zur Zukunft der viel befahrenen Saarlandstraße geschmiedet. Ziele sind eine Verminderung des Autoverkehrs, mehr Raum für Fußgänger und Radfahrer, mehr Grün und eine höhere Aufenthaltsqualität, die zu einer Stärkung als Quartierszentrum führen soll.
Eine 3D-Video-Animation auf der städtischen Homepage zeigt einen hellen, nahezu autofreien Boulevard mit vielen Bäumen und Blühstreifen. Dort heißt es, die Beteiligung der Bevölkerung sei bei der Neugestaltung „im Sinne der Verkehrswende“ ausdrücklich gewünscht. Mit dem Beginn der Maßnahmen ist frühestens 2029 zu rechnen.
Uwe Köhlers „Flat Earth“ ist ein Treffpunkt von Musikliebhabern. „Kaiser-, Kreuz- und Saarlandstraße sind die Vinylviertel. Schallplatten gehören zur Lebensart.“ Er ist skeptisch, was den Umbau der Straße betrifft. „Dortmund war und ist eine Autostadt. Das kriegst du aus den Köpfen nicht raus. Wo sollen die Autos denn herfahren?“ Aber würde die drittschönste Straße Deutschlands dadurch nicht noch attraktiver werden? Köhler kann sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Da standen plötzlich Leute vom Fernsehen im Laden. Als die mir sagten, worum es geht, habe ich die versteckte Kamera gesucht.“
Kuhlmann ist hier seit 102 Jahren ansässig und längst Kult im Quartier. „Hier hat mein Großvater 1924 seinen Elektroinstallationsbetrieb gegründet“, sagt Michaela Ufer-Kuhlmann. „Meine Mutter hat das Angebot erweitert.“ Seither gilt: „Im Falle eines Falles – Kuhlmann hat fast alles.“ Liegt hier die drittschönste Straße Deutschlands? Ufer-Kuhlmann schmunzelt. Vielleicht etwas hochgegriffen, aber sie mag es hier. Der Verkehr sei bereits zurückgegangen. Für die Anwohner sei das schön, aber es würde Kundschaft ausbleiben, die mit dem Auto aus den Vororten gekommen sei.
Text: Wolfgang Kienast
Fotos: Daniel Sadrowski
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