08/05/2026
Weißt du, wo deine Familie war am 8./9. Mai 1945?
Die meisten wissen es nicht.
Dabei hat dieser Tag Europa für immer verändert – und die Nachwirkungen spüren wir bis heute.
Zeit, hinzuschauen.
8. Mai. 9. Mai. Ein Krieg. Viele Erinnerungen.
Für die einen ist es der Tag der Befreiung, für andere der Tag des Sieges, für alle das Ende einer Katastrophe.
Dieses Posting erzählt, warum wir heute noch darüber sprechen müssen.
Zwei Tage, eine Geschichte, verschiedene Blickwinkel.
Am 8. Mai 1945 kapitulierte die deutsche Wehrmacht – in Westeuropa gilt dieser Tag als Kriegsende.
In Moskau wurde die Kapitulation wegen der Zeitverschiebung erst am 9. Mai verkündet – deshalb feiert Russland den „Tag des Sieges" einen Tag später.
Deutschland war der Verursacher dieses Krieges.
Der 8. Mai markiert das Ende der NS-Diktatur, die Europa in Trümmer gelegt und den Holocaust zu verantworten hat.
Für viele Deutsche war es zugleich Zusammenbruch und Chance zur Neuorientierung.
Für Millionen Menschen bedeutete dieses Datum Freiheit.
Überlebende der Konzentrationslager, Zwangsarbeiter:innen, besetzte Länder – sie alle wurden vom nationalsozialistischen Terror befreit.
Das Kriegsende war für sie ein Neuanfang nach unvorstellbarem Leid.
Kein Land in Europa wurde härter getroffen als Belarus.
Jede:r dritte Einwohner:in starb während der deutschen Besatzung – durch Massenerschießungen, Hunger, Partisanenkrieg und die systematische Vernichtung jüdischer Gemeinden.
Hunderte Dörfer wurden mitsamt ihrer Bevölkerung ausgelöscht.
Die Wehrmacht führte hier einen brutalen Vernichtungskrieg.
Belarus lag im Zentrum des deutschen Vormarschs nach Osten. Insbesondere Juden und Partisanen wurden systematisch verfolgt und ermordet. Diese Geschichte ist in Westeuropa noch immer kaum bekannt.
Eine Brücke zwischen den Erinnerungen.
Die Geschichtswerkstatt „Leonid Lewin" in Minsk dokumentiert seit Jahrzehnten das Schicksal der Opfer – und bringt Deutsche und Belaruss:innen ins Gespräch.
Sie macht Geschichte persönlich und greifbar.
Erfahre mehr unter www.ibb-d.de!
Erinnerung ist kein Wettbewerb.
Das Leid der Opfer auf allen Seiten anzuerkennen, bedeutet nicht, Schuld zu relativieren.
Es bedeutet, die ganze Geschichte zu erzählen – um zu verstehen, wie tief die Wunden reichen.
Geschichte endet nicht mit einem Datum.
Informiert Euch über die Geschichtswerkstatt “Leonid Lewin” Minsk.
Sprecht mit älteren Generationen!
Und fragt Euch: Welche Geschichten werden
in eurer Familie erzählt – und welche nicht?
Und unterstützt gern unsere Arbeit für eine gemeinsame europäische Erinnerungskultur!
Weitere Informationen findet Ihr hier: https://t1p.de/kr4tf