24/04/2026
Alarmierung zur ungünstigsten Tageszeit...
Gestern wurden zusammen mit den Feuerwehren der Gemeinde Dornum und der DRK Bereitschaft Hage/Großheide zu einem Carportbrand nach Dornumergrode alarmiert. Allerdings zu einer Zeit, die für uns in die Hauptarbeitszeit fällt. Dementsprechend sah es natürlich mit der Verfügbarkeit an Einsatzkräften aus, so dass wir erst verspätet unseren Nktw besetzen könnten. Unter anderem half uns unser Kreisbereitschaftsleiter aus, indem er sich als Fahrer des Nktw betätigte. Jedoch gibt es dieses Problem nicht erst seit gestern. Vorausschauend haben wir uns vor einiger Zeit mit der DRK Bereitschaft Hage/Großheide besprochen und die Abmachung getroffen dass die jeweils andere Bereitschaft bei einem Einsatz parallel dazu alarmiert wird.
Aber wie kommt es, dass die Verfügbarkeit an Einsatzkräfte während der Hauptarbeitszeit geringer wird?
Ganz einfach ist die Antwort zwar nicht, aber der eine oder andere Faktor trägt sicher dazu bei: Aktuell stehen alle möglichen Helfer glücklicherweise in einem Arbeitsverhältnis und somit ist die Angst vorm Arbeitsplatzverlust überall gegeben. Anders als bei der Feuerwehr bekommen wir keinen Lohnausfall oder Entschädigungszahlungen. Wer seinen Arbeitsplatz wegen einer Alarmierung verlässt, bekommt die Ausfallzeit nicht bezahlt (in Zeiten in denen alles extrem teuer geworden ist) oder muss sie gegebenenfalls nacharbeiten. Das bedeutet, wir fahren mit der Feuerwehr, dem Rettungsdienst oder der Polizei zum selben Einsatzort, der/die eine bekommt es bezahlt der/die andere nicht. So ist es nicht verwunderlich, dass dann schnell gesagt wird, "das lass man den Rettungsdienst machen, die werden auch dafür bezahlt!" Schade, aber verständlich. An dieser Stelle bedanken wir uns ganz herzlich bei allen Arbeitgebern, die unsere Helfer für solche Fälle freistellen. Falls jetzt der Gedanke aufkommen sollte, das DRK verdient ja bestimmt an solchen Einsätzen müssen wir euch ebenfalls enttäuschen. Es werden nur Auslagen (Verpflegung, Verbrauchsmaterialien und Kilometerpauschale) in Rechnung gestellt.
Jetzt kann natürlich auch die Frage im Raum stehen, warum das DRK denn überhaupt mit rausfährt: Nächstenliebe?
In erster Linie um den hauptamtlichen Rettungsdienst aus dem Einsatz rauszulösen, um für ihre eigentlichen Notfälle in ihrem Einsatzgebiet verfügbar zu sein. Somit übernehmen wir die sanitätsdienstliche Absicherung aller Einsatzkräfte, übernehmen die Betreuung der Betroffenen, sorgen für Kalt- und Warmgetränke und stellen ggf. die Verpflegung der Einsatzkräfte bereit.
Das Brandschutzgesetzt gibt ganz klar vor, dass die Kommune für den Brandschutz zuständig ist und natürlich schon eine Mammutaufgabe darstellt. Leider werden weitere HiOrgs dort nicht bedacht.
Anders als im Brandschutz ist es dagegen im Katastrophenschutz geregelt. Werden wir in solch einem Fall alarmiert, ist die Kostenübernahme gesichert.
Euch allen ein schönes Wochenende!
Euer DRK Ortsverein Dornum e.V.