"Die Augen eines alten Hundes sprechen eine sehr besondere Sprache. Sie erzählen von Liebe und Vertrauen, von Schicksal und Gelassenheit. Und heute weiß ich genau,
die Weisheit eines alten Hundes ist ein Geschenk." In allen Tierheimen weltweit warten Millionen Hunde auf ihren Menschen und wünschen sich sehnlichst ein liebevolles und sicheres Zuhause. Einen Teil dieser armen Hundeseelen erwartet m
eist ein besonders trauriges Schicksal - die Senioren unter den herrenlosen oder verwaisten Fellpfoten. Ich setze mich seit 1996 privat für alte Hunde mit schlimmen Schicksalen ein. Nun habe ich es mir zur verantwortungsvollen Aufgabe gemacht, alten, gebrechlichen Hunden unterschiedlichster Colleur zu helfen. Aus diesem Grund habe ich unseren Verein "Hundeseniorenheim Rheinperle" im Mai 2016 gegründet. Leider will der Großteil der Menschen kein Tier bei sich aufnehmen, das altersbedingte Zimperlein oder gar Krankheiten hat. Noch mehr schreckt der Gedanke, die adoptierte Notnase könne unter Umständen nicht mehr lange leben, so sehr ab, daß nur die Allerwenigsten bereit sind, einem Hundesenior ein warmes Körbchen zu bieten. Meine Rheinperle-Schützlinge wurden zum Teil mißhandelt, stark vernachlässigt oder waren einfach nicht mehr gewünscht und wurden deshalb im Tierheim oder beim Tierarzt zum Einschläfern entsorgt. Mancher Hospizhund kam als alter Hundewaise zu uns, da er durch den Tod seines geliebten Menschen oder dessen Umzug in ein Pflegeheim, sein sicheres Zuhause verlor oder euthanasiert werden sollte. All diesen Notfellen biete ich ein Zuhause für ihren letzten Lebensabschnitt, in dem sie liebevolle Pflege und Zuwendung erhalten, um ihre geschundenen Seelen heilen zu lassen und ihnen zu einem längeren, freien und besseren Leben zu verhelfen. Ich habe mich sehr bewußt für diese alten Hunde entschieden, weil ich sehr genau weiß, daß sie, aufgrund verschiedener Gebrechen, eine spezielle Pflege und besondere Aufmerksamkeit benötigen. Ich weiß, daß der ein oder andere Hundesenior vielleicht sein Gehör oder Augenlicht verliert. Aus diesem Grund haben ich das Haus schon jetzt sicher und behindertengerecht hergerichtet. Ich weiß, dass ich häufiger Lebewohl sagen müssen...ABER bis dahin sind meine Hundeomas und Hundeopas die besten Geschenke, die ich jemals bekommen haben, und ich bin oftmals traurig, weil ich diesen wundervollen Seelen nicht mehr Lebensjahre ohne Entbehrungen schenken kann, denn jeder einzelne von ihnen hätte es so sehr verdient. Beim Einzug in mein Hundehospiz habe ich jedem einzelnen Hund versprochen, ab dem Tag seiner Ankunft bis zu dem Tag des Abschiednehmens, ihm ein großartiges Leben in Form von geruhsamer, friedlicher und liebevoller Behandlung zu bieten. In meinem, als Verein gegründeten Hundeseniorenheim finden all diese, in Not geratenen Hunde Zuflucht, um ihren Lebensabend artgerecht und glücklich in familiärer Geborgenheit genießen zu können. Viele Hunde, die ich aufgenommen habe, hätten schon längst den Glauben an die Menschheit verlieren müssen. Mit viel Liebe, Fürsorge, Pflege Geduld und Zeit haben ich immer wieder die Chance zu beweisen, daß auch die ärmsten der armen Seelen in Frieden ohne Quälereien beim Menschen leben können und geachtet werden. Die bedingungslose Liebe und das Vertrauen dieser alten Hunde veranlaßt mich, immer weiter Grauschnauzen in Not aufzunehmen und mit ihnen gemeinsam zu leben. Ich behalte die Verantwortung für diese Hundesenioren, versorge sie tierärztlich und begleite sie bis zu ihrem Lebensende. Ich biete in meinem Hundeseniorenheim Rheinperle einen Lebensabend in Würde! Trotz ihres hohen Alters sind meine betagten Vierbeiner noch recht aufgeweckt und lebhaft. Da alle nicht mehr in Familien leben durften, habe ich unser Hundealtenheim wie ein normales Wohnhaus mit vollem Familienanschluß gestaltet. Es gibt eine Stube, eine Küche, einen großen Hundeaufenthaltsraum und zahlreiche bequeme, zum Teil hundeorthopädische Liegeplätze, auf die sich unsere Schützlinge jederzeit zurückziehen können. Alle Hundesenioren können sich frei im Haus bewegen, haben permanenten Gartenzugang, werden von mir rund um die Uhr versorgt und haben keinerlei Anforderungen mehr zu erfüllen. Hier bei mir im wunderschönen Zons (zwischen Köln und Düsseldorf), direkt am Rhein werden ihre Eigenheiten und individuellen Bedürfnisse stets geachtet. Ich bin ein großer Befürworter der Gruppenhaltung. Neue "alte" Hunde werden sehr behutsam in das bestehende Rudel integriert, so daß groß und klein friedlich zusammenleben können. Ein Hundeseniorenheim zu führen hat leider nicht nur schöne Seiten. Das Schlimmste an meinem Hospizhaus ist der absehbare Verlust der geliebten Fellnase. Leider ist die Lebenserwartung bei Seniorenhunden nicht mehr allzu lang. Ich habe mich für aktiven Tierschutz entschieden, der allerdings auch seine Grenzen aufweist. Nur wenn eine Therapie bei einem schwer erkrankten, alten Hund echte Erfolggschancen hat, werden Medikamente und Rehamaßnahmen eingesetzt. Ansonsten kommt leider der trauige Tag, an dem ich meinen geliebten Vierbeiner gehen lassen muß. Meine Philosophie ist daher bei der Aufnahme eines jeden Hundeseniors:
In Würde altern....
... in Würde sterben ! Auch diesen wohl schwersten Schritt muß ich mit ethischer und tierschutzrechtlicher Verantwortung gehen und einen Hundeopa oder eine Hundeoma erlösen. Sie nehmen dabei sicherlich ein Stück meines Herzens mit, aber sie lassen auch ein Stück mit Liebe gefülltes Herz zurück. Wenn der erste Schmerz abklingt merkt man, daß nun die liebevolle Erinnerung Platz hat, die mich wieder für meine nächste Aufgabe wachsen läßt.