12/02/2026
Die Blauhemdsitzung der Narrenzunft Frohsinn ist eigentlich ein Selbstläufer im närrischen Kalender. Auch in diesem Jahr traf man sich im Aufener Probenlokal, aber der eine oder andere leere Stuhl erinnerte dezent daran, dass noch Luft nach oben gewesen wäre. Doch wer da war, der war richtig. Blaue Hemden bestimmten das Bild, die Gläser waren selten leer und das Lachen kam schneller als der nächste Tusch – ganz so, wie es sich für den traditionellen „Hausball“ des Frohsinns gehört. Für die musikalische Dauerbeschallung sorgte einmal mehr die Aufener Musik, die mit Schwung und Ausdauer bewies, dass sie nicht nur Noten, sondern auch Stimmung kann. Gleich zu Beginn wurden närrische Jubiläen gefeiert, die Kueseckel dürfen heuer 75 Jahre auf dem Buckel tragen, die Plääri sogar stattliche 90. Ein weiterer Höhepunkt war das goldene Fasnets-Jubiläum von Thomas Kopp und seinem Gretle Heidi Kuttler, die seit 50 Jahren als Hansel und Gretle gemeinsam durch die närrischen Tage ziehen. Da blieb kein Auge trocken – vor Lachen oder Rührung. Wenn Thomas Tröndle und Thomas Binder zwischen den Musikstücken zur Bütt schritten, war endgültig klar jetzt ist Blauhemdsitzung. Mit scharfem Witz und sicherem Gespür für lokale Befindlichkeiten verteilten sie ihre närrischen Seitenhiebe treffsicher im ganzen Saal. Donaueschingen bekam dabei sein Fett weg – liebevoll, aber bestimmt. Durch das über zweistündige Programm führte Oberhansel Mathias Prosch gewohnt souverän. Der heimliche Abräumer des Abends kam allerdings aus Bräunlingen: Das Duo „Laktosefrei“ bewies, dass man auch über Kugelschreiber, Hochzeiten mit sofortiger Scheidung und andere Alltagskatastrophen singen kann. Norbert Staller und Bernfried Häßler trafen mit ihren mundartlichen Texten einen Nerv, den viele gar nicht kannten. Unterm Strich war die Blauhemdsitzung ein bissiger, lauter und ehrlicher Auftakt in die heiße Phase der Fasnet. Wer nicht da war, hat eindeutig etwas verpasst – und darf sich das im nächsten Jahr gerne selbst bestätigen lassen.