Ihr Ursprung war eine Kindergruppe, deren Teilnehmer sich wie in vergangener Zeit ab „Maria Lichtmeß“ (2. Februar) als Hexen verkleideten. Sie hielten sich hauptsächlich im Bereich des damaligen Viehmarktes, das ist bei der heutigen Donauhalle, auf. Mit alten Kleidungsstücken der Großmutter und mit Stoff- oder selbst hergestellten Papiermasken trieben die Kinder ihren Schabernack. In alten Gericht
sprotokollen steht zu lesen, dass im Raum Donaueschingen im 17. Jahrhundert Prozesse wegen Vieh-Hexerei stattgefunden hätten. Dies war für die jungen Leute der Anlaß, sich zunächst als „Viehmarkt-Hexen“ zu bezeichnen. Sie nahmen an den Fasnetsveranstaltungen in Donaueschingen teil. Mit zunehmendem Alter regte sich der Wunsch sich in einem Verein zu organisieren. Im Jahre 1975 war es dann soweit, Renate Ley, Wolfgang Pilchowski, Bernd Stadelmann, Kai Sabrowski und Wolfgang Hornung unterzeichneten als Gründungsmitglieder das Gründungsprotokoll. Schon bald wurde die Hexengruppe als eingetragener Verein anerkannt. Der neue Verein gab sich den Namen „Stadthexen Donaueschingen“. Die Mitgliederzahl stieg schnell an, und die Hexen kamen inzwischen aus der ganzen Stadt. Die Stadthexe stellt eine bäuerliche Schreckgestalt in der früher typischen Arbeitskleidung dar. Schwarzer Rock, grüne Bluse, roter Schurz und rotes Kopftuch, sowie schwarze Wollhandschuhe und Strohschuhe gehören zum Häs der Stadthexe. eine Suublotere am Haggewaddel sind wichtige Werkzeuge für sie. Der Originalschnitt für das Hexenhäs wurde von Erna Ley entworfen. Helmut Sabrowski schuf das Gesicht, und Hüfingens Schnitzermeister Otmar Mayer stellte die Maske her. Um mit dem Teufel und den Hexen zusammen eine Winteraustreibung als Bühnentanz inszenieren zu können, wurde zwei Jahre später eine Winterfigur geschaffen. Das gemalte Häs und der Entwurf für die Maske wurden nach Überlegungen in der Vorstandschaft wiederum vom damaligen Vorsitzenden Andreas Ley angefertigt. Maskenschnitzer Otmar Mayer gab sich bei dieser schönen Einzelmaske besonders viel Mühe. Die Winterfigur, von den Hexen als „Wintermaa“ bezeichnet, soll ein übermächtiges Wesen darstellen, das Eis, Schnee, Frost und Arg über das Land und die Menschen bringt. Sein bärtiges, grimmiges grinsendes Gesicht hat hohle Augen, eine fahle eisblaue Farbe und wirkt wie starr gefroren. Eine bemalte Kapuze mit einem Kragen in Form von Eiszapfen geben der Maske noch einen zusätzlichen winterlichen Charakter. Ein bemaltes Häs mit den Farben des Winters – eisblau und silberweiß -, die Hose mit kahlen Winterbäumen und ein Wams aus langhaarigem Schaffell ergänzen das winterhafte Aussehen dieser Figur. Als Symbol der kalten Jahreszeit trägt sie einen kleinen, abgestorbenen Baum mit sich.