21/04/2026
Bei der Jahreshauptversammlung blickten die Vorsitzenden Klaus Eberhardt und Carola Gaar auf das zurückliegende Jahr:
Erneut wurden mehrere Pflegeeinsätze zum Beispiel am Sandweiher und im Wolfertsbronner Tal durchgeführt. Die vom Bund Naturschutz betreuten Streuobstwiesen erforderten kontinuierliche Pflege- und Nachpflanzaktionen ebenso die Betreuung des Arche-Noah-Gartens.
Bei verschiedenen Exkursionen war man auf den Spuren des Bibers, der Fledermäuse und der Dinkelsbühler Störche unterwegs. Auch Ausgleichsflächen wurden inspiziert, um deren Zustand festzustellen.
Ein zweiteiliger Kurs rund um den Obstbaumschnitt in Theorie und Praxis stieß auf reges Interesse. Bei den Regionaltagen im November sowie beim Samenfest im März war man mit Infoständen vor Ort.
Sehr viel Aufwand und hohe Kosten verursachte die Installation der neuen Storchenkamera auf dem Altrathausdach.
Werden Wildbienen durch Honigbienen verdrängt? Dies war ein
Vortrag von Dr. Friedrich Schöppler im Anschluß der Jahreshauptversammlung.
Wer bestäubt eigentlich unsere Pflanzen? Und werden Wildbienen durch Honigbienen verdrängt? In letzter Zeit beunruhigen Berichte und Diskussionen zu einer Bedrohung der ohnehin gefährdeten Wildbienen durch zu viele Honigbienen Naturschützer und Imker gleichermaßen. Die Stadt Hamburg verbietet seit dem Jahr 2023 infolgedessen sogar das Aufstellen von Bienenstöcken in Naturschutzgebieten.
Doch was sind die Fakten? Und wie ist die Lage im Altlandkreis Dinkelsbühl? Dieser Frage ging Dr. Friedrich Schöppler bei seinem Vortrag im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Bund Naturschutz Dinkelsbühl am 16.04.2026 nach.
Wissenschaftliche Studien liefern unterschiedliche Ergebnisse. Einen nachgewiesenen negativen Einfluss gibt es dort, wo Honigbienen - wie zum Beispiel in Australien - nicht heimisch sind, aber auch dort, wo extrem hohe Honigbienenbestände in Naturschutzgebieten tatsächlich eine Gefahr für die Wildbienen darstellen können.
Im Altlandkreis Dinkelsbühl gebe es hingegen lediglich 46 Imker mit ca. 300 Bienenvölkern, führte der 2. Vorsitzende des Imkervereins Dinkelsbühl aus. Die Imkerei werde weitestgehend als Hobby und nicht gewerblich betrieben. Honigbienen seien nicht wählerisch hinsichtlich der von ihnen aufgenommenen Pollen, während viele Wildbienenarten ausgesprochene Nahrungsexperten seien und nur auf eine oder wenige Pflanzen spezialisiert seien.
Laut Dr. Schöppler sei es deshalb eine Scheindiskussion, die von den eigentlichen Problemen, mit den Wildbienen zu kämpfen haben, ablenke. Tatsächlich seien vor allem die immer weiter um sich greifende Flächenversiegelung, die mangelnde Strukturvielfalt und der Einsatz von Herbiziden und Insektiziden der wahre Verursacher für den dramatischen Rückgang der Wildbienen. Nahezu die Hälfte der rund 570 Wildbienenarten sei gefährdet oder bereits ausgestorben.
Zu den Veranstaltungen der Ortsgruppe wird jeweils herzlich eingeladen. Am Sonntag, den 17.05.2026, kann man unter fachkundiger Führung erfahren, ob Golfsport und Naturschutz zusammenzubringen sind (Treffpunkt, 14.30 Uhr, Clubhaus Golfclub Seidelsdorf.