27/03/2026
Der NABU Donsbach hatte zu seiner jährlichen Jahreshauptversammlung in das Dorfgemeinschaftshaus eingeladen. Frank Markus Dietermann, der Vorsitzende des NABU Donsbach, gab den Bericht des Vorstandes ab. Leider, so Dietermann, falle der Naturschutz aktuell hinten herunter. Waren es Anfang des Jahrzehnts die Corona-Pandemie und danach der Überfall Russlands auf die Ukraine, so sei es nun der Krieg im Iran. Dazu müsse man verstehen, dass die Menschen zunächst das Hier und Jetzt sähen. Wenn man jeden Monat schauen müsse, wie man bei steigenden Preisen den Lebensunterhalt bestreiten könne, und zugleich mitbekomme, wo überall Krieg und Ungerechtigkeit herrschten, stünden Natur- und Umweltschutz nicht ganz oben auf der Prioritätenliste.
Hinzu komme, dass die USA unter Trump aus dem Pariser Klimaabkommen austreten würden. Und auch Deutschland lerne nichts: Trotz steigender Energiepreise werde weiter an Öl und Gas festgehalten. Gerade jetzt müsse schnell auf regenerative Energien umgeschaltet werden. Nun dürfe wieder jeder eine Öl- oder Gasheizung einbauen, obwohl in letzter Zeit in Neubauten fast nur noch Wärmepumpen eingebaut worden seien. Das neue Gesetz sei schlecht für die Umwelt, aber auch für viele Menschen in Mietwohnungen, die von ihren Vermietern abhängig seien und in Zukunft noch höhere Nebenkosten zahlen müssten, wenn weiterhin mit Gas oder Öl geheizt werde.
Statt jetzt konsequent auf Sonne und Wind zu setzen, habe man in der Bundesregierung nur Lobbyisten der Öl- und Gasindustrie sitzen, die das Rad zurückdrehten. Beim Land Hessen sei es, so Dietermann, nicht besser. Dort gebe es einen Minister, dessen Ressort Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat heiße. Für Minister Jung gebe es aber offenbar nur die Landwirtschaft, die Forstwirtschaft und die Jagd. Das Wort Naturschutz habe dieser anscheinend noch nicht gehört.
Das Fazit falle entsprechend wenig rosig aus: Naturschutz und Biodiversität seien zurzeit leider nur Randerscheinungen auf den politischen Bühnen. Deshalb müsse der NABU als größter Naturschutzverband in Deutschland immer wieder auf den Artenschwund und die Klimakatastrophe aufmerksam machen - und das immer und immer wieder.
Bezogen auf den NABU Donsbach konnte dieser im vergangenen Jahr sein 40-jähriges Bestehen über das ganze Jahr hinweg feiern. Am 21. November 2025 wurde das Jubiläum auf den Tag genau nach 40 Jahren im Dorfgemeinschaftshaus groß gefeiert. Als Gast konnte der NABU Stefanie Stüber, die zweite Vorsitzende des NABU Hessen, begrüßen. Daneben gab es weitere Jubiläumsveranstaltungen. Dazu gehörten die Winterwanderung im Januar zum Eduardsturm nach Haiger, die Kräuterbestimmung, die Frühlingswanderung mit Vogelbestimmung, die Vogelstimmenwanderung in Sechshelden, der Fledermausabend, der Apfel- und Familientag sowie die Herbstwanderung im Oktober.
Auch in diesem Jahr würden wieder viele Exkursionen und Veranstaltungen angeboten. Natürlich habe es auch wieder Arbeitseinsätze gegeben. So sei die Fläche auf dem Ziegenberg, auf der im August die Heide wunderschön blühe, bearbeitet worden. Ebenso sei die Fläche beim Selmbach zwischen Donsbach und Haiger freigemacht worden, und in den Naturschutzgebieten Alteberg-Sauernberg und Hasel seien die Wacholder vom Schwarzdorn befreit worden. Auch an der Naturstation Talblick seien Arbeiten angefallen.
Im Bereich der Wiesenvögel sehe es, so Dietermann, ganz düster aus. Wiesenpieper gebe es keine mehr. Die Neuntöter mit ihren Brutpaaren in Donsbach könnten den gesamten Rückgang in Deutschland nicht allein ausgleichen. Saßen vor Jahrzehnten noch auf jedem Baum am Rande eines Weges Goldammern, so sei man heute schon froh, bei einem Spaziergang zwei oder drei zu sehen. Insgesamt gehe die Qualität, vor allem aber die Quantität der Singvogelarten immer weiter zurück. Die Gründe für dieses ganze Dilemma seien der menschengemachte Klimawandel sowie die Abnahme der Artenvielfalt, in erster Linie durch die Landwirtschaft und die weiter voranschreitende Urbanisierung der Landschaft.
Sodann wurde im vergangenen Jahr ein Spiel- und Erlebnispark mit Hütte, Schaukel und Rutsche errichtet. Auch 2025 habe sich die Kindergruppe an jedem ersten Samstag im Monat bei der Naturstation getroffen.
Weitere Informationen über den NABU Donsbach und den Veranstaltungskalender für 2026 gibt es unter www.nabu-donsbach.de.