13/06/2026
♥️Täglich grüßt das Murmeltier …
Jeden Tag nehmen wir in den Auffangstationen Igel auf: krank, dehydriert, verhungert, verletzt, voller Wunden. Viele kämpfen um ihr Leben – und viele verlieren diesen Kampf.
Man könnte jeden Tag darüber schreiben, woran es liegt. Man könnte die Ursachen immer wieder nennen. Doch oft scheint es, als würden die Verursacher nicht zuhören.
Wenn der Igel sprechen könnte, würde er vielleicht sagen:
„Ihr lieben Menschen,
wir haben euch nie etwas getan.
Wenn wir krank oder geschwächt sind, suchen wir oft eure Nähe. Wir vertrauen euch. Wir vertrauen darauf, dass ihr uns helft.
Selbst dann, wenn uns ein Auto erfasst.
Selbst dann, wenn nachts ein Mähroboter unterwegs ist und unser Gesicht zerfetzt oder uns tötet.
Wir vertrauen euch.
Wir verstecken uns in eurem Laub, im Gehölz und in euren Gärten. Dort suchen wir Schutz und Nahrung. Wir fressen Larven, Käfer und andere Schädlinge und helfen so, das natürliche Gleichgewicht zu erhalten.
Wir vertrauen darauf, dass ihr Wiesen nicht ständig mäht, damit Insekten und Käfer Zeit haben, sich zu entwickeln. Denn ohne sie fehlt auch uns die Nahrung.
Wir vertrauen darauf, dass ihr nicht jeden Winkel aufräumt, versiegelt oder zubaut.
Doch immer mehr von unserem Lebensraum verschwindet unter Straßen, Häusern, Auffahrten, Terrassen und Gartenanlagen.
Wir vertrauen darauf, dass ihr Laubhaufen nicht anzündet, ohne vorher nachzusehen, ob sich dort ein Tier versteckt.
Wir vertrauen darauf, dass ihr hinschaut.
Denn wir Tiere haben keine andere Wahl. Wir müssen euch vertrauen.
Und trotzdem gibt es Menschen, die mit uns Fußball spielen, wenn wir uns aus Angst zusammenrollen. Menschen, die unsere Not nicht sehen oder nicht sehen wollen.
Dabei wollen wir doch nur leben.
Bitte denkt an uns.
Jeder Garten kann ein kleines Stück Hoffnung sein. Jede Rücksichtnahme kann Leben retten.
Für uns ist euer Garten nicht nur ein Garten – er ist unser Zuhause.“