09/07/2026
Auch wir sind der Meinung, dass ein Elbradweg an der Elbe vorbeigehen muss und nicht mitten durch eine überhitzte Stadt. Jahrzehntelang ging dieser unterhalb der Wallwitzburg vorbei und war eigentlich der direkteste Weg. In Zukunft sollte wenigstens diese Route unterhalb der Wallwitzburg als Alternativroute ausgeschildert werden, da man hier einen kilometerlangen Umweg sparen kann und wenigstens direkt an der Elbe vorbeikommt.
Zuschrift von Frank Brune, ADFC:
Mehr Potenzial für Elberadweg
Natürlich freuen wir, der ADFC Dessau, uns, dass der Elberadweg so viele Touristen in unsere Stadt zieht und auch für die Dessauer eine schöne Ausflugsmöglichkeit bietet. Zum anderen entspricht der (30 Jahre alte) Ausbauzustand und die Wegeführung in vielen Teilen nicht mehr den heutigen Anforderungen an eine touristische Radroute. Es ist jedoch wichtig zu erklären, was der Platz 1 der Radreiseanalyse besagt: Er stellt dar, dass der Elberadweg bei den Befragten der meist befahrene Radweg war. Das wird dann mit „der Beliebteste“ gleichgesetzt. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass die Touristen den Elberadweg als den besten oder schönsten Radweg einstufen!
Der Elberadweg hat mit der Umverlegung der Streckenführung vom Fluss weg durch die Stadt seinen Charakter als Flussradweg in diesem Bereich verloren. Ich habe schon einige Radtouristen getroffen, die über die verwirrende Wegeführung durch die Stadt enttäuscht waren. Auch durfte ich schon öfters verirrte Radtouristen aus der Stadt wieder auf den richtigen (schlecht ausgeschilderten) Weg bringen.
Mit dem 30 Jahre alten Elberadweg in seinem jetzigen Zustand werden die Ansprüche vieler Radtouristen in Zukunft nicht erfüllt werden können. Der Weg ist oft nur durch kleine Zwischenwegweiser ausgeschildert. Diese sind gerade im innerstädtischen Bereich schwer zu entdecken.
Der Weg ist in vielen Bereichen außerdem zu schmal für den Begegnungsverkehr. Besonders Familien mit Kinderanhänger haben mitunter Probleme.
Die lieblose Führung des Elberadweges an der vielbefahrenen L63 von Dessau nach Aken ist vollkommen unattraktiv. Hier sollte der elbnahe Radweg am Elbufer in Absprache mit Naturschutz und Biosphärenreservat ertüchtigt werden, um den Radtouristen ein echtes Elbenaturerlebnis zu ermöglichen.
Die Radreiseanalyse zeigt, welch großes auch wirtschaftliches Potenzial im Radtourismus steckt: Der Tagesausflügler mit dem Rad lässt im Schnitt 34 Euro, der Kurzzeitreisende 133 Euro und der Radurlauber 144 Euro pro Tag in der Region. In Sonntagsreden wird zwar immer betont, dass man den Radtourismus stärken und diesen Schatz heben möchte, doch finden die notwendigen Investitionen dazu in Dessau nicht statt. Es ist kein ernsthafter Wille zur Förderung des Radtourismus zu erkennen. Es wird in unserer Region nur in das Marketing, nicht aber in das Produkt Radtourismus investiert. Land und Stadt müssen sich für den Radtourismus entscheiden und jetzt in seine Zukunft investieren.