Ziele der Bürgerinitiative
Im Rahmen der Fortschreibung des regionalen Raumordnungsprogramms hat der Landkreis Holzminden aufgrund der Wichtigkeit den Erhalt des Landschaftsschutzgebietes in der Gemarkung nördlich von Derental bereits beschlossen. Ungeachtet dessen hat sich nun neben anderen Energieversorgungsunternehmen die EnBW an die Gemeinde gewandt, um zu prüfen, ob nördlich von Derental (ab
dem Waldrand Fürstenberger Straße) ein Windpark mit Windkraftanlagen > 200 m errichtet werden kann. Letztlich wird dem Bürger suggeriert, dass die Gemeinde von dem Betrieb dieser Windkraftanlagen den Haushalt sanieren wird. In der Bürgerversammlung am 15.03.2016 wurde bereits darüber berichtet, dass die EnBW gegen den Beschluss des Landkreises klagen wird. Da wir die Befürchtung haben, dass der Beschluss des Landkreises unterlaufen werden könnte, sprechen wir uns ganz klar für den Erhalt des Landschaftsschutzgebietes aus. Wir sind für den Erhalt des Landschaftsschutzgebietes, für den Schutz des Lebensraumes und der Natur, sowie den Erhalt der Kultur und somit für ein windkraftanlagenfreies Derental zum Wohl unserer Familien und Kinder. Die Bürgerinitiative "Pro Derental & Solling – Ja zur Natur" lehnt, alarmiert von den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen bezüglich Schall- , Licht- und Vibrationsimmissionen und den damit zusammenhängenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen von Mensch und Tier, die Planung von Windkraftanlagen in der Gemarkung nördlich von Derental durch die EnBW und anderen Betreibern aus folgenden Gründen ab:
Abstände zur Wohnbebauung sind mit ca. 750 m zu gering. In anderen Bundesländern werden neuste Erkenntnisse inzwischen berücksichtigt und Abstände von Höhe der Anlagen x 10 in m eingehalten. In unserem Fall entspräche das einem Mindestabstand von 230 x 10 m = 2.300 m. Wir sind für den Erhalt der Natur- und Landschaftsschutzgebiete und für den Schutz der dort ansässigen bedrohten Tierarten, insbesondere des Rotmilans. Wir sind für den Erhalt des Sollings, der 2013 zum schönsten Waldgebiet des Jahres gewählt wurde, sowie für den Erhalt des historischen Kulturraumes mit Sichtachsen zum Weltkulturerbe Corvey. in Haarbrück) Windkraftanlagen stehen, ist es noch lange kein Argument dafür, Landschafts- und Naturschutzgebiete aufzugeben, zumal sogar für jede ‚versiegelte‘ Fläche eine Ausgleichsfläche bereitgestellt werden muss. Gerade weil schon überall Windkraftanlagen stehen, müssen Rückzugsgebiete für verschiedenste Tierarten bereitgestellt und aufrecht erhalten werden. Flächen mit Windkraftanlagen gelten als Industriegebiet. Eine in Derental ausgewiesene Fläche würde an anderen Stellen fehlen, so dass Industrieflächen für expandierende und arbeitsplatzschaffende Unternehmen, wie z. der glasverarbeitende Betrieb in Boffzen, nicht mehr verfügbar wären. Im Übrigen sind genug notwendige Flächen im Landkreis Holzminden ausgewiesen und neben Derental gibt es noch 3 weitere potentielle Flächen, die nicht in Landschaftsschutzgebieten liegen. Darüber hinaus haben wir erhebliche Zweifel, dass die Gemeinde, so wie es derzeit dargestellt wird, nach Errichtung eines Windparks wieder handlungsfähig ist. Bei einer jährlichen Neuverschuldung von über 100.000 € werden der Gemeinde erfahrungsgemäß keine nennenswerten Einnahmen zur Verfügung stehen. Im Gegenteil werden die Bürger mit Wertverlusten der Häuser um ca. 1/3 zu kämpfen haben sowie mit Problemen bei Nachfinanzierungen und das vor dem Hintergrund des demographischen Wandels. Im Gegenzug würde bei Errichtung eines Windparks wichtiger Natur- und Lebensraum zerstört, sowie die Attraktivität des Dorfes leiden. Einen Anreiz nach Derental zu ziehen würde es nicht mehr geben.