08/06/2026
Unter dem Motto „Premiumrouten erfahren – regionale Verbindungen für den Alltag“ fand am 3. Juni der „Fachtag Radverkehr 2026“ des Kommunalverbunds erstmals als „On Tour“-Format statt. Rund 30 Teilnehmende aus Politik und Verwaltung sowie von Institutionen und Verbänden nutzten die Gelegenheit, sich über hochwertige Premiumrouten für den Radverkehr auszutauschen und diese direkt vor Ort zu erleben.
Im Mittelpunkt des Fachtags stand eine gemeinsame Exkursion auf der Premiumroute 1 zwischen Bremen-Mahndorf und Achim-Baden. An mehreren Stationen erläuterten Fachleute aus Bremen und Achim die bisherigen Planungs- und Umsetzungsprozesse sowie die Bedeutung der Route für die regionale Mobilität. Jakob Schmidt aus dem Team Nahmobilität bei der Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung berichtete über die konzeptionellen Grundlagen zur Umsetzung dieser und weiterer Premiumrouten in Bremen und betonte deren Rolle bei der Verknüpfung Bremens mit den Nachbarkommunen. Zudem gab er einen Ausblick auf den bevorstehenden Lückenschluss zwischen Bremen-Mahndorf und Achim-Uphusen.
Auf dem bereits fertiggestellten Abschnitt im Bereich Uphusen konnten die Teilnehmenden die Qualitätsmerkmale einer Premiumroute selbst erfahren. Stefan Schuster, Verkehrsplaner der Stadt Achim, skizzierte dazu die Ausbaustandards: In diesem Abschnitt bis zu vier Meter breite und asphaltierte Radwege, zwei Meter Fußwege und eine durchgängige Beleuchtung.
Am nächsten Zwischenstopp am Bahnhof in Achim verdeutlichte Stefanie Schleef, Mobilitätsmangerin der Stadt Achim, die Verknüpfung der Premiumroute mit anderen Mobilitätsangeboten – Bus und Bahn, Bikesharing, Fahrradabstellanlagen und MoinMobil-App – sowie die Anbindung wichtiger Ziele wie die Innenstadt, die Schulen sowie Wohn- und Gewerbegebiete.
Einen Ausblick auf die Weiterentwicklung der Premiumroute 1 gab am letzten Stopp Lennart Kersting, Referent für Radverkehr in der Geschäftsstelle des Kommunalverbunds: Für die Verlängerung in Richtung Langwedel und Verden liegt eine Vorzugsvariante aus einer gemeinsamen Machbarkeitsstudie vor. Stefan Schuster ergänzte, dass die Prioritäten in der Umsetzung dabei in einem ersten Schritt auf dem Lückenschluss zwischen Achim-Baden und Langwedel-Etelsen liegen sollen.
Im zweiten Teil des Fachtags im Kulturzentrum Achim (KASCH) stand der weitere gemeinsame Austausch im Fokus. Dazu berichtete zunächst Jürgen Schwietert, Fachdienstleiter Straßen beim Landkreis Osnabrück, über den Umsetzungsprozess des Radschnellwegs Osnabrück–Belm. Dabei macht er deutlich, dass die Umsetzung durch die enge Zusammenarbeit, die Nutzung von Synergien mit anderen Verkehrsprojekten und durch die Nutzung von Fördermitteln gelingen konnte. Für weitere Radschnellwegeprojekte wünsche er sich vor allem bei den Fördermittelgebern mehr Flexibilität, um beispielweise in bestimmten Abschnitten die Ausbaubreite zu reduzieren, um vorhandene Bäume erhalten zu können. Abschließend stellte er aus Sicht des Landkreises die Bedeutung eines gut ausgebauten Radwegenetzes inklusive Radschnellwegen als wichtigen Teil eines ganzheitlichen Mobilitätangebots für die Menschen im Landkreis heraus.
Im weiteren Verlauf des Fachtags diskutierte Michael Glotz-Richter (gloricon) mit Vertretern des Achimer Stadtrats über die politischen Erfahrungen bei der Umsetzung der Premiumroute 1. Aufgrund terminlicher Überschneidungen konnten nicht alle eingeladenen Fraktionen an der Gesprächsrunde teilnehmen. Herfried Meyer (SPD) und Michael Schröter (Bündnis90/DIE GRÜNEN) machten im Gespräch deutlich, dass hochwertige Radverbindungen langfristiges politisches Engagement, eine engagierte Verwaltung und eine gute Zusammenarbeit beider Ebenen erfordern. Gleichzeitig schafft die Premiumroute 1 in Achim konkret neue Möglichkeiten für den Alltag – von sicheren Schulwegen über Fahrten zu Freunden bis hin zu attraktiven Pendelverbindungen.
Zusammenfassend stellte Lennart Kersting heraus, dass mit Blick auf die Radverkehrsförderung in der gesamten Region der Ausbau hochwertiger Radrouten und die Sanierung bestehender Radwege gleichermaßen wichtig sind: „Während Premiumrouten attraktive Verbindungen für längere Alltags- und Pendelwege schaffen, bilden sichere und gut ausgebaute Radwege vor Ort die Grundlage eines funktionierenden Gesamtnetzes“. Die Exkursion zeigte anschaulich, welches Potenzial in einer hochwertigen Radinfrastruktur steckt. Die Teilnehmenden nahmen zahlreiche Eindrücke und Anregungen mit, um die Weiterentwicklung des Radverkehrsnetzes in ihren Kommunen voranzubringen und die gemeinsame Vision eines sicheren, komfortablen und für alle gut nutzbaren Radverkehrsnetzes in der Region Bremen weiter zu verfolgen.
Premiumrouten erfahren – regionale Verbindungen für den Alltag