27/08/2026
Review von Metal Only:
Band: Green Carnation (No)
Genre: Progressive Metal
Label: Season Of Mist
Album Titel: A Dark Poem Part III - The Messiah Complex
Spielzeit: 38:29
VÖ: 04.09.2026
Die Norweger Green Carnation nur als Progressive Metaller zu beschreiben, wäre so als würde man Metallica als Thrashmetaller bezeichnen. Ja sie haben Thrash gemacht, so wie auch die Norweger hier, Progressive Metal gemacht haben, und auch heute noch verarbeiten. Hier, genau wie bei Metallica, wäre die Benennung der Musik nach Bandnamen passenden. Metallica spielen Metallica und Green Carnation spielen halt Green Carnation.
Die Band hat in den Jahren ihres Bestehens ihren ganz eigenen Stil und man möchte auch sagen, ihre ganz eigene Erzählweise, entwickelt, was ihnen einen großen Wiedererkennungswert beschert hat. Ihr neuestes Werk "A Dark Poem, Part III - The Messiah Complex" ist der Abschluss der "A Dark Poem"-Trilogie, welche letztes Jahr mit "A Dark Poem Part I: The Shores of Melancholia" begann und im April dieses Jahres mit "A Dark Poem, Part II: Sanguis" fortgesetzt wurde. Zum Abschluss der Trilogie gibt es das Ganze auch in Komplettform, aller drei Teile, als Vinyl-Boxset.
Was diese Trilogie besonders macht, ist die Tatsache, dass jeder Teil für sich allein stehen kann, aber durch den dritten Part "The Messiah Complex" alles zu einem stimmigen Gesamtwerk vereint wird.
Während "Dark Poem Part I und II" eher die Rock, Metal und Folk Seite Green Carnations zum Tragen bringt, verarbeitet "The Messiah Complex", inspiriert von der Geschichte von Arthur Rimbauds Ophelia mit klassichen Prog-Elementen, melodischen Riffs, orchestralen Arangements und der sanften, klaren Stimme von Kjetil Nordhus. Trotz der manchmal fast "zarten" Herangehensweise fehlt es dem Album nicht an härteren Riffs, welche in schönem Kontrast zur melodischen Seite stehen. Auch werden in den härteren Momenten die Vocals rau und aggressiv, was widerum nachhaltige Akzente setzt, nur um im nächsten Moment mit zarten Flötentönen eine anmutige aber auch melancholische Atmosphäre zu erzeugen. Die Sprachsamples betonen diese Stimmung zusätzlich.
Ganz im klassichen Stil, wird das Album und damit die Trilogie mit der "A Dark Poem - Orchestral Suite" abgeschlossen. Dieses fast 17 Minuten-Stück heißt nicht nur "Suite" sondern ist auch eine. Dieses Stück wird vom Kristiansand Symphony Orchestra und Kristiansand Opera Choir dargeboten und ist wahrhaft ein "dunkles Gedicht". Fast noch besser als in den Songs vorher, kommt hier die traurig, melanchloische Stimmung zum Tragen. Dies passt wunderbar zum Thema der gesamten Trilogie, welche sich mit Ängsten vor der sich immer weiterentwickelnden Technolgie, das Gefühl die Kontrolle über alles was gerade passiert zu verlieren, vor machtgierigen Führern und und sozialer Spaltung.
Fazit:
Green Carnation sind wahre Meister ihres Fachs und vollenden ihre "A Dark Poem"-Trilogie mit "The Messiah Complex" perfekt. Diese Platte ist ein wahrhaft "dunkels Gedicht" und wird auch produktionstechnisch in einen meisterlichen Sound getaucht. Die klassiche Suite am Ende der Scheibe ist somit ebenso ein perfekter Abschluss des Ganzen und könnte nicht passender ausgefallen sein.
Wer mit Klassik gar nichts anzufangen weiß, wird wahrscheinlich einen Aha- Moment erleben, denn hier zeigt sich wunderbar wie nah Klassik und Metal beieinander liegen. Großartig!
Punkte: 10/10
Anspieltipp: alles
Tracklist:
01. Unconditional Artificial Chemistry
02. The Messiah Complex
03. Broken Souls, Common Enemies
04. A Dark Poem - Orchestral Suite
Lineup:
Kjetil Nordhus - Vocals
Tchort - Guitars
Bjørn Harstad - Guitars
Trond Breen - Guitars
Stein Roger Sordal - Bass
Endre Kirkesola – Keyboards
Guest Musician:
Kristiansand Symphony Orchestra and Kristiansand Opera Choir - A Dark Poem - Orchestral Suite
https://www.facebook.com/GreenCarnationNorway
https://greencarnationsom.bandcamp.com
Autor: Thomas