07/10/2026
Review von Metal Only:
Band: Stoned Jesus (UA)
Genre: Progressive Stoner Doom Rock / Metal
Label: Season Of Mist
Album Titel: Songs To Moon
Spielzeit: 40:52
VÖ: 16.10.2026
Die Ukrainer Stoned Jesus, 2009 als Soloprojekt gestartet, haben sich mittlerweile zu einer Band und festen Größe in der europäischen Rock-Szene etabliert. Dabei haben sich die Kiewer immer weiter entwickelt, was nicht zuletzt auch dem immer wieder wechselnden Line-up zu schulden sein dürfte. Das Genre, das Stoned Jesus bedient, ist nicht einfach zu beschreiben. Denn die Musik beschreibt viel mehr als nur progressive, doomige und Stoner-Strukturen. Die Musik könnte man auch als Cross-over-Rock bezeichnen, da hier einfach aus ganz vielen Genres Stilelemente und Einflüsse verarbeitet werden.
Das siebte Studiowerk "Songs To Moon" fährt dabei alles auf, was der geneigte Fan der oben genannten Stilbezeichnungen finden möchte. Dabei kommen neben rauen Stoner- und Doom-Riffs, progressiven Hooks und fettem Bass auch feine Melodien und zarte Akustikparts zum Tragen. In den harten Passagen kommt dies alles so trocken durch die Boxen, dass selbst Kyuss ihre Freude dran hätten. Auf der anderen Seite bekommt das Ganze auch psychedelische Züge, was die düstere, melancholische Note des Albums noch zusätzlich betont.
Das Album startet hart, mit rauen, verzerrten Klängen. Der starke Opener "Under The Skin" wartet neben dem großartigen Stoner-Sound auch mit harschen Vocals auf und erzeugt eine Atmosphäre aus Melancholie und Aggressivität. Auch das nächste Stück "Velvet" hat noch eine raue Schale, aber schon hier kommen die "weichen" Klargesänge zum Tragen. Zugleich sorgen doomige Schwere und die Stoner-Gitarren für das harte Grundgerüst im Sound. Dann aber wird man eher getragen in den Stücken und die akustischen Momente nehmen immer mehr Raum ein. So ausgeklügelt die Kompositionen und schön diese Klänge auch sind, das Album plätschert dadurch ein wenig vor sich hin. Dies tut dem Genuss des Ganzen allerdings nur dann einen Abbruch, wenn man es nebenbei laufen lässt. Demjenigen, der diese Scheibe bewusst hört und sich beim Auflegen einer Platte nach hinten lehnt, um zu genießen, der wird mit tollen Klängen belohnt. Ein Stück wie das Instrumental "Syzgy" sollte man dabei unbedingt richtig laut oder unter einem Kopfhörer auf sich wirken lassen. Vor allem das Solo erzielt hier extra Wirkung. Ein Stück wie "Jackal" kommt sehr melancholisch, träge und düster daher und wird dann ab der Mitte wieder mit rauen Riffs versehen und holt noch mal die aggressive Seite nach vorn. Hier gibt es auch einen experimentellen Touch und vor allem gegen Ende macht es die Symbiose aus Stoner, Doom und Progressivität noch mal richtig interessant. "Window In My Room" geht in eine ähnliche Richtung wie "Syzgy", hat eine sehr tragende Akustik, welche zwar auch eine gewisse Monotonie mit sich bringt, aber mit seiner melancholischen Note einen bleibenden Eindruck hinterlässt.
Die Produktion setzt alles ziemlich gut in Szene. Das Raue des Stoner, die Schwere des Doom und die zarten akustischen Momente – alles hat genau den Sound, wie man es erwarten kann. Auch die düster-melancholische Seite des Ganzen wird gut in Szene gesetzt.
Fazit:
"Songs To Moon" ist ein sehr interessantes Album, das mit jedem Durchgang wächst. Die ausgeklügelten Kompositionen, verbinden dabei die verschiedensten Stilelemente, wie Doom-, Stoner- und Psychedelic-Rock. Hinzu kommen mit viel Gefühl vorgetragene Instrumental- und Akustikparts und die progressiven Arrangements. Dass das Album zum Ende hin gelegentlich etwas vor sich hinplätschert, sorgt zwar für einen Wehrmutstropfen, sollte den Genießer der benannten Stilrichtungen aber nicht davon abhalten, das Album in den Player oder auf den Plattenteller zu legen.
Punkte: 8/10
Anspieltipp: Under The Skin, Syzgy, Window In My Room
Tracklist:
01. Under The Skin
02. Velvet
03. ZYX
04. Syzgy
05. Jackal
06. Window In My Room
07. One More Empty Day
Lineup:
Igor Sydorenko - Vocals, Guitars, Bass, Keyboards
Andrew Rodin - Bass, Backing Vocals
Yurii Ciel - Drums, Backing Vocals
Guest Musicians:
Renie Fiske (Dungen) - Solo on Syzgy
http://www.facebook.com/stonedjesusband
http://stonedjesus.bandcamp.com
Autor: Thomas