22/06/2026
Wenn die Feuerwehr einem ein „schlechtes Gefühl“ gibt
„Er war nicht unhöflich, aber der Mann am Telefon hat mir ein schlechtes Gefühl gegeben. Als würde ich stören“, so umschrieb uns gegenüber erst kürzlich die Finderin eines Kittens ihr Telefonat mit der Feuerwehr. Was war passiert? Die offensichtlich tierliebe Frau hatte das Kitten vollkommen allein mitten in einem Waldstück gefunden. Also rief sie die Kreisleitstelle der Feuerwehr in Recklinghausen an. Der richtige Weg. Denn wer in Castrop-Rauxel, Waltrop, Herten oder Oer-Erkenschwick eine Fundkatze in Obhut nimmt, soll sich an die Kreisleitstelle wenden. Diese informiert dann die Tierrettung, welche wiederum das Tier ins Tierheim bringt. Klingt etwas umständlich? Ja, ist aber nun mal der gewünschte Weg, wie uns auf Nachfrage auch noch einmal das Tierheim Castrop-Rauxel bestätigt hat.
Die Feuerwehr jedoch scheint diese Aufgabe nicht unbedingt zu lieben. „Er hätte jetzt im laufenden Betrieb eine halbe Stunde wegen dem Kätzchen herumtelefoniert“, durfte sich die Finderin bei einem erneuten Telefonat anhören. Ein Einzelfall? Schön wär's. Immer wieder bekommen wir genau solche Aussagen von den Leuten zu hören, die versuchen über die Feuerwehr ein Katzenleben zu retten. Auch wir selbst durften uns schon so einige Male unqualifizierte Kommentare am anderen Ende der Leitung anhören. „Wenn das Tier verreckt ist, können wir gerne die Entsorgung schicken“, dies ist nur eine Kostprobe der Tierliebe unserer „Helden“ der Brandbekämpfung.
Liebe Feuerwehr, geht’s noch? Da draußen gibt es noch Menschen, denen Tiere nicht scheißegal sind und die von Euch Hilfe erwarten, statt abgekanzelt zu werden.
Die Sache ist ganz einfach: Entweder solche Fundmeldungen gehören gar nicht zu euren Aufgaben. Dann sollte dies aber auch mal klar kommuniziert werden. Auf unsere Email mit Bitte um eine Stellungnahme haben wir zum Beispiel bis heute keine Antwort erhalten.
Oder aber solche Angelegenheiten gehören sehr wohl in euren Aufgabenbereich. Dann kommt dieser Aufgabe auch nach – und zwar ohne Murren und Knurren!
Zu jedem Job gehören auch Tätigkeiten, auf die man keinen Bock hat. Bei euch scheinen das die Fundtiermeldungen zu sein. Schade, denn jedes Leben ist etwas wert. Aber sei es drum. Nur sollten die Menschen, die gerade versuchen ein Tierleben zu retten, euer Missfallen nicht zu spüren bekommen. Oder anders formuliert: Wenn ihr all euren Aufgaben, liebe Feuerwehr, mit einer solchen Hingabe nachkommt, wie ihr es bei Fundtiermeldungen macht, dann können wir nur hoffen, dass es im Kreis Recklinghausen nie wieder brennt.
Folgt uns, denn: Streuner haben keine Lobby - doch sie haben uns!
Symbolbild
Quelle pixabay