20/12/2025
OV vom Samstag, den 20.12.2025
Besucher am Olgahafen zahlen ab Mai bis zu 3 Euro pro Tag/Segelvereine auf der Westseite sind nicht begeistert.
Steffen Oevermann
Vechta / Damme Jetzt ist alles klar. Bei einer Enthaltung stimmte der Kreistag in seiner Sitzung am Donnerstag im Vechtaer Kreishaus für eine Entgeltordnung, die auf dem neuen Parkplatz am Olgahafen gelten wird. Für die Besucherinnen und Besucher der Westseite des Dümmers, die mit dem Auto anreisen, fallen somit ab dem kommenden Frühjahr Parkgebühren an. Die erste halbe Stunde ist kostenlos, danach kostet jede angefangene halbe Stunde Parkzeit 50 Cent. Eine Stunde Parken kostet 50 Cent, 2 Stunden 1,50 Euro. Der Tageshöchstsatz beträgt 3 Euro ab einer Parkdauer von 3 Stunden.
Geld zahlen muss zudem demnächst, wer den Wohnmobilstellplatz, der gerade entsteht, nutzen will. Dort soll ein Tagessatz von 25 Euro gelten. Die jeweiligen Parkgebühren sollen nach der Fertigstellung der Pkw-Stellplatzanlage und des Wohnmobilstellplatzes ab dem 1. Mai fällig werden.
Bereits in den vergangenen Monaten waren die Parkgebühren umfangreich diskutiert worden. Vor allem die drei am Olgahafen beheimateten Segelvereine – der Südoldenburger Segel-Club (SOSC), der Segel-Club Clarholz (SCC) und der Segel-Verein Olgahafen (SVOH) – äußerten ihren Unmut. Diesen bekräftigten sie vor der Sitzung des Kreistags erneut. Eine Abordnung positionierte sich vor der Sitzung für ein Foto vor dem Kreishaus und nahm an der Sitzung als Zuschauer teil.
„Wir wollten deutlich machen, dass wir das Ganze in der Gesamtheit nicht für richtig halten“, sagte Wilhelm Beckmann. Die Segler stören sich vor allem an einer nach ihrer Ansicht nach bestehenden Ungleichbehandlung. Ihm sei kein anderer Verein im Kreis Vechta bekannt, dessen Mitglieder für den Zugang zu ihrer Sportstätte Parkgebühren bezahlen müssten, so der 2. Vorsitzende des SVOH.
Allerdings lässt die verabschiedete Entgeltordnung Ausnahmen zu. Dirk Lübbe, Sabine Meyer (beide CDU) und Heiko Bertelt (FDP) monierten, dass die Interessen der Segelvereine vor Ort berücksichtigt werden sollten. Sie setzen darauf, dass die Kreisverwaltung das Gespräch mit den Segelvereinen sucht. Kreisrat Holger Böckenstette sagte, dass im Februar Vor-Ort-Gespräche geplant sind. Eine vollständige Gebührenbefreiung ist aus Sicht des Landkreises allerdings nicht realistisch, wie Landrat Tobias Gerdesmeyer zuletzt in einer Sitzung des Finanz-, Wirtschafts- und Sozialausschusses Anfang November klargestellt hatte. Denkbar sei eine Saisonkarte, die günstiger sei.
Böckenstette betonte zudem nochmal, dass nur durch eine angemessene Parkplatzbewirtschaftung, der Kreis mit einem Vorsteuerabzug von 600.000 Euro rechnen könne. Die Segelvereine hatten diese Argumentation zuvor in Abrede gestellt. Insgesamt soll die Baumaßnahme 3,7 Millionen Euro kosten.