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dju: Tarnt DuMont Stellenabbau als digitale Transformation?13. August 2026 Die Deutsche Journalistinnen- und Journaliste...
14/08/2026

dju: Tarnt DuMont Stellenabbau als digitale Transformation?
13. August 2026

Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di kritisiert den Kahlschlag der Regionalredaktionen von Kölner Stadt-Anzeiger und Kölnischer Rundschau. Zum 30. September endet die Tätigkeit der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft (RRG). 57 tarifgebundene Vollzeitstellen entfallen. Die betroffenen Beschäftigten müssen sich jedoch auf neu zugeschnittene Stellen bewerben. Eine Übernahmegarantie gibt es nicht.

„Aus langjährigen Beschäftigten werden Bewerber*innen im eigenen Haus. DuMont lässt 57 tarifgebundene Vollzeitstellen entfallen, sagt aber nicht, wie viele neue journalistische Stellen entstehen, wer übernommen wird und zu welchen Bedingungen. Digitale Transformation darf nicht zur Tarifflucht werden“, betont Danica Bensmail, dju-Bundesgeschäftsführerin.

DuMont kündigt zugleich an, Produktionsschritte stärker mithilfe von KI und neuen technischen Systemen zu automatisieren. „Wer 57 Stellen streicht und gleichzeitig auf KI und Automatisierung setzt, muss erklären, wie Journalismus künftig tatsächlich vor Ort entstehen soll“, so Bensmail. „KI kann Redaktionen unterstützen. Sie darf aber nicht zum Vorwand werden, Personal abzubauen und Arbeit zu verdichten. Hier wird journalistische Qualität gefährdet.“

Leidtragende dürfte neben den Journalist*innen auch die Leserschaft sein. Beide Titel verzichten bewusst auf die langjährige Expertise von erfahrenen Journalist*innen und lassen Inhalte von einer Firma erstellen, die bisher über keine vergleichbaren Strukturen und Beschäftigte mit entsprechender Erfahrung verfügt.

„Die dju fordert DuMont auf, die Stellenbilanz offenzulegen, den Beschäftigten verbindliche Übernahmeangebote zu machen und die neuen Regio-Teams tariflich abzusichern. Für diejenigen, die nicht übernommen werden, braucht es einen fairen Sozialplan“, unterstreicht Alexandra Roth, dju-Landesvorsitzende in Nordrhein-Westfalen.

Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union in ver.di

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30/07/2026

Tarifabschluss beim WDR: ver.di setzt deutliche Verbesserungen für Beschäftigte durch

Nach sieben intensiven Verhandlungsrunden haben die Gewerkschaften ver.di, DJV und unisono beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) einen Tarifabschluss erzielt. Festangestellte, arbeitnehmerähnliche Freie und Auszubildende erhalten deutliche Verbesserungen bei Gehältern, Honoraren und Arbeitsbedingungen.

Für Festangestellte und Auszubildende steigen die Entgelte in drei Stufen um insgesamt bis zu 5,73 Prozent. Sicher vereinbart sind 4,73 Prozent: rückwirkend zum 1. Februar 2026 um 1,23 Prozent, zum 1. Februar 2027 um 2,0 Prozent sowie zum 1. Februar 2028 um weitere 1,5 Prozent. Weitere 0,5 Prozent sind an eine ARD-weite Einigung zur Personalgestellung geknüpft, weitere 0,5 Prozent an eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags.

Für arbeitnehmerähnliche Freie (12a-Freie) steigen die Honorare ebenfalls in drei Stufen um 5,73 Prozent. Zusätzlich erhalten die Betroffenen für den Zeitraum Februar bis September 2026 eine Einmalzahlung von 600 Euro.

Auch die Auszubildenden profitieren: Die Übernahmegarantie wird um ein Jahr verlängert und gilt nun für alle, die ihre Ausbildung bis Ende 2029 abschließen. Zudem steigt der Urlaubsanspruch auf 31 Tage, und der gekündigte Manteltarifvertrag für Auszubildende wird wieder in Kraft gesetzt.

„Dieser Abschluss ist das Ergebnis eines harten und langen Kampfes. Unter den schwierigen finanz- und medienpolitischen Rahmenbedingungen war das kein Selbstläufer“, erklärt Christof Büttner, zuständiger Gewerkschaftssekretär. „Wir haben für Festangestellte, Freie und Auszubildende spürbare Verbesserungen durchgesetzt und in zentralen Punkten bessere Konditionen erreicht, als der WDR ursprünglich angeboten hatte.“

Büttner betont zugleich die Bedeutung einer verlässlichen Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks: „Die Beschäftigten dürfen nicht die Leidtragenden politischer Blockaden beim Rundfunkbeitrag sein. Wer unabhängige Information, regionale Berichterstattung und kulturelle Vielfalt sichern will, muss auch die Arbeitsbedingungen der Menschen sichern, die dieses Programm täglich möglich machen.“

Der Tarifabschluss kam in einer Phase zustande, in der die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bundesweit unter Druck steht. ARD und ZDF hatten Verfassungsbeschwerde eingelegt, nachdem die von der unabhängigen KEF empfohlene Beitragserhöhung von den Ländern nicht umgesetzt worden war. ver.di hatte diesen Vorgang als verfassungsrechtlich problematisch kritisiert und vor den Folgen für Beschäftigte, freie Rundfunkschaffende sowie das Programmangebot gewarnt.

Die Laufzeit des Tarifvertrags beträgt 35 Monate. Gute Arbeitsbedingungen sind eine zentrale Voraussetzung für einen starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk - der Tarifabschluss setzt dafür ein wichtiges Zeichen.

Adresse

Karlstraße 123/127
Düsseldorf
40210

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