12/08/2026
Lesenswert.
🦠🧪„Wir mussten das Fachvokabular beherrschen und die Fakten verstehen, um mit Behandler*innen und Forschenden auf Augenhöhe sprechen zu können.“ So erinnert sich Ulrich Würdemann an den Aids-Aktivismus der Neunzigerjahre. „Ich hatte damals das Gefühl: Wenn ich mich nicht selbst darum kümmere, wer macht es denn sonst?“
Seine HIV-Diagnose erhielt er 1987. Als Behandlungsoption gab es damals nur ein Medikament, AZT – doch so groß die Hoffnungen waren, so schnell verflogen sie. Schnell kam es zu Resistenzen und die Nebenwirkungen waren teils unerträglich. Bis zur Einführung der Kombinationstherapie, die ihm schließlich das Leben rettete, vergingen noch fast 10 Jahre. Diese Zeit hat Ulrich Würdemann nicht nur persönlich geprägt, sondern er hat sie als Aids- und Therapieaktivist mitgestaltet.
🧣Auch als 1996 der Durchbruch der HIV-Therapie kam, blieb er weiter aktiv. Fast drei Jahrzehnte hat er sich an der Schnittstelle von Selbsthilfe, Politik und Forschung für Menschen mit HIV engagiert: als Autor und Redakteur, ACT-UP-Mitstreiter, Mitglied des Nationalen AIDS-Beirats sowie bei Forschungsprojekten, Fachbeiräten und Aids-Kongressen.
💡Was er aus dem Aktivismus gelernt hat, empfiehlt er grundsätzlich für den Alltag: „Ich wünschte, dass sich unsere damalige Haltung der kritischen und informierten Patient*innen mehr verfestigt hätte.“
👉 Das ausführliche Interview ist Teil unserer Serie zu 30 Jahren HIV-Therapie: Auf magazin.hiv findet ihr vieles mehr dazu.
Foto: privat