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10/03/2025

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Kafka. Um sein Leben schreiben von Rüdiger Safranski erschienen bei Hanser Literatur ⚫Es scheint vergeblich, als Laiin z...
24/02/2024

Kafka. Um sein Leben schreiben von Rüdiger Safranski erschienen bei Hanser Literatur ⚫

Es scheint vergeblich, als Laiin zu einer eindeutigen Aussage über Kafkas Werk kommen zu wollen. Auch über eine Biographie das Schaffen Kafkas zu begreifen, erscheint fast aussichtslos. Kafkas Texte verführen, ebenso wie die mythisch aufgeladene historische Figur Kafkas selbst. Text und Figur sprechen Instinkte an, die danach streben, nahe zu kommen, Intimität zu erleben, sie auch zu empfinden, um dann wieder zurück geworfen zu werden auf einen Echoraum in sich selbst. Naheliegend ist es, in einer Biographie nach Einordnung und Halt zu suchen, nach Bedeutung in der Familie, beim Vater, in der literarischen Tradition, der gesellschaftlichen Situation und Stellung oder in seinen nicht glücklich verlaufenden Beziehungen zu Frauen.

Zum Glück erliegt der souveräne Biograph Safranski dieser Verführung nur in Teilen. Seine auch mit wenig Kafka-Vorbildung flüssig zu lesende und in eine Kafka-Welt ziehende Biographie konzentriert sich auf die Texte, die zur Veröffentlichung bestimmt waren oder schon zu Lebzeiten veröffentlicht wurden und stützt sich auf Briefe sowie Tagebucheinträge, die eine ähnliche Wirkung haben wie das Werk; auch sie sind mehrdeutig, widersprüchlich, Interesse bindend und komplex. Der Familiengeschichte und dem Vater gibt Safranski wenig Raum, philosophische oder kabbalistische Deutungsspuren werden nur gestreift und eine literaturwissenschaftliche Einordnung unterbleibt fast. Der Reiz Safranskis Biographie liegt in den Frauen, bzw. in Kafkas Konzentration auf das Schreiben und in seinem schwankenden Begehren, dem nicht halten und nicht loslassen können von Bindungen. So wie mit den Frauen verhält es sich auch mit den Texten. Kafka sucht zu verführen und einzunehmen. Das Gegenüber sieht sich in einer exklusiven Verbindung, dann hält Kafka etwas zurück, er bleibt in seiner eigenen mit sich selbst beschäftigten Welt und sorgt so für Spannung. Einnehmend ist dieser emotionale Zugang, den Safranski in der Biographie nahelegt; je allgemeiner, desto überzeugender wirkt er. Sucht Safranski konkret nach Ereignissen und Motiven des Lebens im Werk, so beginnt...

Reposted from Am 16. März 2024 ist wieder Indiebookday!Diesmal gibt es ein rein digitales Plakat - mal wieder wunderschö...
23/02/2024

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Am 16. März 2024 ist wieder Indiebookday!
Diesmal gibt es ein rein digitales Plakat - mal wieder wunderschön gestaltet von Karen Köhler ().
Gibts auch zum Download auf indiebookday.de - verbreitet es gerne!
...

Macht ihr mit?
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̈ngigeverlage

Reposted from   von   erschienen im Ein Dachdecker fand 1997 bei Renovierungsarbeiten der Gedenkstätte Buchenwald 701 Ur...
12/02/2024

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von erschienen im

Ein Dachdecker fand 1997 bei Renovierungsarbeiten der Gedenkstätte Buchenwald 701 Urnen, gefüllt mit der Asche von unbekannten Häftlingen des ehemaligen Konzentrationslagers. Nachdem Weimar 1999 Kulturhauptstadt Europas werden sollte, bereitete sich die ganze Umgebung darauf vor, und dieser Fund wirkte befremdlich bei den Verantwortlichen. Die Ratlosigkeit, was damit zu tun sei, war groß. Es wurde schließlich beschlossen, die Asche in einem Gemeinschaftsgrab beizusetzen, unter der Leitung von Würdenträgern von vier großen Religionen
Der Autor, geboren 1929, war selbst Inhaftierter in Buchenwald, und hat aus diesen schrecklichen Erfahrungen einen eindrücklichen Roman erschaffen, der viele der Schrecken der Shoa zur Sprache bringt.
Aus der zusammengeworfenen Asche formte sich ein Wesen, einer ätherischen Wolke gleich, kaum sichtbar für Menschenaugen, dennoch als Beklemmung wahrnehmbar (denn auch die Vögel verstummten), die fortan über dem ehemaligen KZ, und jetzt Gedenkstätte, schwebte. Es entstand der Aschenmensch, mit ihm erwachten alle seine 701 Seelen.
Sie unterhielten sich untereinander, erzählten von ihren Leben. Und vor allem von ihrem Sterben und den Grausamkeiten im KZ. Sie suchten untereinander nach Gemeinsamkeiten, kamen aber sehr rasch zum Schluss, dass dies kaum möglich war. Ihr einziger Nenner sind und waren die Gräuel der Naziherrschaft.
Ivanji blickt zurück, sucht während des Schreibens seinerseits für Erklärungen, und lässt diesen fiktiven Aschemenschen stellvertretend denken und sprechen, und präsentiert der Leserschaft die grausamen Tatsachen. Er macht dies ohne Hass und Verurteilungen, bindet auch die Rolle des Ettersberg und der nahegelegenen Stadt Weimar (samt ihrem Goethe) ein, und schafft somit ein eindrückliches literarisches Mahnmal gegen das Vergessen.
Gerne gebe ich hier eine absolute – das Buch kann ich wirklich nur jedem ans Herzen legen. Auch wenn manche Inhalte nichts für empfindliche Mägen sind, das Buch, zum ersten Mal 1999 veröffentlicht und jetzt neu aufgelegt, ist aktueller denn je.

Reposted von .geschichtenVergangenen Freitag in der Buchhandlung entdeckt und mitgenommen. „Die Rache“ von Shugoro Yamam...
31/01/2024

Reposted von .geschichten

Vergangenen Freitag in der Buchhandlung entdeckt und mitgenommen. „Die Rache“ von Shugoro Yamamoto. Japanische Literatur macht mich sowieso meist erstmal neugierig, außerdem hatte mich das Cover angezogen. Nachdem ich dann das erste Kapitel, bestehend aus nur 9 Sätzen, gelesen hatte, bin ich umgehend zur Kasse. Obwohl ich eigentlich gar nicht auf der Suche nach einem neuem Buch war… Diesen Teil des Beitrags muss ich sicher nicht genauer erläutern, you know what I’m talking about. Stattdessen hier die ersten Sätze:

„In einem Korridor der Burg von Kumamoto in Higo tötete der namhafte Schwertkämpfer Miyamoto Musashi einen namenlosen Koch. Das war alles. Der Koch hatte ihn auf die Probe stellen wollen. Einen Überraschungsangriff würde selbst ein Meister nicht parieren können. Oder doch? Probieren geht über Studieren, hatte sich der Koch gedacht und auf die Lauer gelegt. Als Miyamoto Musashi am frühen Abend den dunklen Korridor hinunterkam, griff der Koch ihn an. Miyamoto Musashi erledigte ihn, ohne einen Laut von sich zu geben, mit nur einem Streich.
Das war alles. Keine große Sache.“

💛 Hand aufs Herz, macht es nicht neugierig auf den Rest der Geschichte? Ja? Nein? Vielleicht? Ja? ☺️

Schade in jedem Fall, dass der Cass Verlag sein Ende angekündigt hat. Und ja, auch das war mitunter ein Grund, das Buch zu kaufen. Keine Ahnung, ob ich es später noch finden kann oder bereuen werde, diese (wunderschöne) Ausgabe nicht mitgenommen zu haben. Bis Ende des Jahres, wenn ich richtig informiert bin, sind die Bücher des Cass Verlags noch zu haben. In diesem Zuge noch 2 Empfehlungen:

📖 „Go!“ von Kazuki Kaneshiro - Rassismus in Japan, sehr lesenswert!

📖 - „Lauf, Vater, lauf“ von Ae-Ran Kim - Familienverhältnisse, Erzählband aus Südkorea.

Übersetzt wurde „Die Rache“ von Katja Cassing und enthält 4 Illustrationen von Hideki Nagai.
̈cher ̈chersüchtig ̈cherliebe ̈cklich ̈chtig

Reposted from 'Wir Propagandisten‘ ist der Debütroman von Gabriel Wolkenfeld. Ursprünglich bereits 2015 im Männerschwarm...
29/01/2024

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'Wir Propagandisten‘ ist der Debütroman von Gabriel Wolkenfeld. Ursprünglich bereits 2015 im Männerschwarm erschienen, wurde der Roman nun mit einem ausführlichen Nachwort des Autors beim Albino Verlag neu aufgelegt. Denn nicht erst seitdem der oberste Gerichtshof in Russland die LGBTQ+ Bewegung als „extremistisch“ eingestuft hat, zeichnet sich der Roman durch eine traurige Aktualität aus.

Auf uns, Jekaterinburg, ein Jahr: Das Studium mit den Prüfungen, überfüllten Hörsälen und den Zweifeln über eine unwirtschaftliche Zukunft ist vorbei. Also entschließt sich der junge Erzähler 2012 ein Jahr an der Universität in Jekaterinburg Deutsch als Fremdsprache zu unterrichten, hier, wo einst die Zarenfamilie hingerichtet wurde. Das Ziel: Eine Verschnaufpause, sich nicht unter Druck zu setzen und das Unterrichten nicht neu zu erfinden. Doch, was der Erzähler stattdessen findet, ist allzu menschlich: Da wären Mischa, der sanfte Riese, Ljoscha, Bruder im Geiste, Ministerpräsident Mitja, der stille Schurik, Borja, der widerspenstige Rustam, Tolik, den er liebt, ganz flüchtig, zwischen Frühstück und Hausflur, sein verehrter Mateusz, Goscha, der aufsässige Hüne. Und nicht zu vergessen: Nastja, Kostja und Sina.

Mehr zum Roman bei

Reposted from 2021 wurde ich in die Jury der hotlist berufen, nach meinem Juryjahr wirke ich im Kuratorium. Das heisst, ...
19/01/2024

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2021 wurde ich in die Jury der hotlist berufen, nach meinem Juryjahr wirke ich im Kuratorium. Das heisst, dass ich Teil eines Zweierteams bin. Wir prüfen - je nachdem, wie viel Einsendungen es gab - zirka 30 eingegangene Bewerbungen, bestehend aus Exposée und 30-seitiger Textprobe. Keine leichte Aufgabe! Allerdings hat die Jury eine noch schwerere, die dampft diese Liste aus 30 Vorschlägen des Kuratoriums dann nochmals auf 10 Titel ein - und das ist sie dann, die hotlist. Es ist noch kein Jahr vergangen, in dem ich auf der hotlist nicht mindestens ein unerwartetes und grossartiges Buch gefunden habe - es lohnt sich IMMER auf die Seite der hotlist zu schauen!

 Reposted from  2023Lisa Neubauer "Simone de Beauvoir. Eine illustrierte Biografie" Ich sage oft, dass ich nicht gerne  ...
10/01/2024



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2023
Lisa Neubauer "Simone de Beauvoir. Eine illustrierte Biografie"

Ich sage oft, dass ich nicht gerne lese und doch war ich am Ende jedes Mal begeistert von dieser Art des Erzählens. Mag sein, dass ich aufgrund meiner Skepsis diesem Genre gegenüber sehr genau auswähle, welchen ich lesen will — Thema und Illustrationen müssen mich direkt ansprechen, sonst bleibt das Buch im Regal stehen ...

Die illustrierte Biografie zu aus der Feder Lisa Neubauers erfüllte meine strengen Auswahlkriterien und so wagte ich den Sprung in eine Welt des Lesens, die (immer noch) ungewohnt für mich ist. Auch dieses Mal hat es sich gelohnt, aus meiner Komfortzone herauszutreten, und so wurde ich mit einem unterhaltsamen Buch belohnt, das ich sehr gerne gelesen habe.

Ausgehend von der Autobiografie der französischen Autorin und lässt Lisa Neubauer Simone de Beauvoir direkt sprechen und schafft so eine ganz eigene Atmosphäre der Annäherung, die stimmig und nahbar ist.

Im Zentrum steht das Werden. Das Werden einer Frau. Das Werden einer . Das Werden einer — denn so sehr wir De Beauvoir heute als feministische Ikone feiern, so wenig fühlte sie sich bis zur 2. Frauenbewegung als solche.

Dem starken Bezug zur ist es leider geschuldet, dass im Buch wiederholt rassistische Begriffe verwendet werden, die heute nicht mehr unkommentiert stehen bleiben dürfen. Ich hätte mir daher einen editorialen Hinweis gewünscht, der warnt, erklärt und kontextualisiert.

Abgesehen davon war diese ein Lesefest, das sowohl Fans als auch Einsteiger*innen (wenngleich in unterschiedlicher Weise) beeindrucken und bestens unterhalten wird. !

Repost von Eins der zehn Hotlistbücher von 2020.Erinnert ihr euch an Shelagh Delaney? Das berühmteste Stück der in Salfo...
27/11/2023

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Eins der zehn Hotlistbücher von 2020.
Erinnert ihr euch an Shelagh Delaney? Das berühmteste Stück der in Salford bei Manchester am 25. November 1938 geborenen und 2011 gestorbenen Schriftstellerin war "A Taste of Honey". Danach haben wir auch unsere von Tobias Schwartz übersetzte und von ihm zusammen mit André Schwarck herausgegebene kleine Werkausgabe genannt. Delaney inspirierte die Beatles, The Smiths und Jeanette Winterson. Manch ein Songtext der Smiths stammt ursprünglich von Shelagh Delaney. 2020 war unser Band mit Erzählungen und Theaterstücken von Shelagh Delaney eins der zehn Bücher der HOTLIST der unabhängigen Verlage.


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Der Hype um das Shopping-Event »Black Friday« in den Tagen rund um den 24. November zieht Jahr um Jahr mehr Menschen in ...
23/11/2023

Der Hype um das Shopping-Event »Black Friday« in den Tagen rund um den 24. November zieht Jahr um Jahr mehr Menschen in sinnlose Rabattschlachten. Lasst uns gemeinsam tiefere, wertvollere Erfahrungen feiern – den !

Schenk doch lieber ein Buch.
Unabhängig verlegt aus deiner oder einer unabhängigen Buchhandlung, vielleicht eins der Hotlist-Bücher von 2023.

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tolle Ideen und Templates und da feiern wir gern mit.
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