RIAS NRW - Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus

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RIAS NRW - Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus RIAS NRW ist eine landesweite Meldestelle für antisemitische Vorfälle. Was kann RIAS NRW gemeldet werden?

• Alle Ausdrucks- und Erscheinungsformen (inkl.

israelbezogenem Antisemitismus)
• Antisemitisch motivierte Straftaten ebenso wie nicht-strafbare Vorfälle
• Antisemitische Äußerungen und Handlungen in allen Kontexten (Schule, Arbeitsplatz, Straße, ÖPNV, Stadion,
Wohnumfeld, usw.)
• Direkte antisemitische Beleidigungen, Bedrohungen und Anfeindungen in sozialen Netzwerken und
Messenger-Diensten

Vorfälle können über das Meldeportal www.rias-nrw.de gemeldet werden. Wir:

• Handeln ausschließlich mit Ihrer Zustimmung
• Gehen vertraulich mit sensiblen Daten um
• Nehmen auch anonyme Meldungen entgegen
• Sprechen Deutsch und Russisch


Obwohl Antisemitismus auch in NRW für viele Jüdinnen_Juden Alltag ist, bleiben die Perspektiven der von Antisemitismus Betroffenen in der öffentlichen Wahrnehmung häufig ungehört. RIAS NRW will dies ändern: Wir nehmen Ihre Antisemitismus-Erfahrungen ernst und unterstützen Sie! Unser Ziel ist es, die Erfahrungen von Betroffenen sichtbar zu machen und das Dunkelfeld antisemitischer Vorfälle in NRW aufzuhellen. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung! Tragen Sie dazu bei, Antisemitismus sichtbar zu machen und zu bekämpfen! Weitere Informationen auf www.report-antisemitism.de/about

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Netiquette

Liebe Nutzer_innen,

wir freuen uns über Ihr Interesse an unserer Arbeit und begrüßen engagierte und konstruktive Diskussionen zum Thema Antisemitismus. Ein wichtiger Grund, warum wir auf dieser Seite Berichte von antisemitischen Vorfällen veröffentlichen, ist, die Gesellschaft für die Erfahrungen von Betroffenen zu sensibilisieren und Raum für Solidarität mit den Betroffenen zu schaffen. In vielen Fällen erfordert es viel Mut, eine überaus schmerzhafte Erfahrung sichtbar zu machen. Wir wollen mit unserem Angebot mehr von Antisemitismus Betroffene zu diesem Schritt ermutigen. Wir bitten Sie daher, sich an folgende Regeln zu halten:

- Wir erwarten grundsätzlich eine sachliche Diskussion und einen höflichen Umgang mit anderen Nutzer_innen, auch bei erheblichen Meinungsunterschieden. Wer kommentieren möchte, sollte auf Beschimpfungen und Provokationen anderer verzichten können.

- Wir tolerieren keine Kommentare, die sich gegen Betroffene von Antisemitismus richten, ihre Erfahrungen verhöhnen, ihnen die (Teil-)Schuld für den antisemitischen Vorfall zuschieben, die Berichte anzweifeln oder die Betroffenen in einer anderen Weise verletzen.

- Wir tolerieren keine antisemitischen, rassistischen, sexistischen, LGBTIQ*-feindlichen oder verschwörungsideologischen Äußerungen. Dies gilt auch für alle anderen Kommentare, die dazu dienen, andere Menschen abzuwerten.

- Wir dulden keine einseitigen Schuldzuweisungen oder Pauschalurteile über einzelne Bevölkerungsgruppen. Antisemitismus ist nachweislich in allen Teilen der Gesellschaft vorhanden und deshalb als gesamtgesellschaftliches Phänomen zu erfassen.

- Ebenfalls nicht geduldet werden Beiträge, die Rechte Dritter verletzen (inklusive unrechtmäßige Veröffentlichung von persönlichen Daten), Aufrufe zur Selbstjustiz, Aufrufe zur Gewalt, Befürwortung von Gewalt und explizite Darstellungen von Gewalt.

- Wir bitten Sie, beim Thema zu bleiben und auf sachfremde Kommentare zu verzichten. Dies ist nicht der Ort für Werbung. Spam wird nicht geduldet. Wir behalten uns das Recht vor, Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, zu verbergen oder zu löschen. Bei wiederholten Verstößen und in besonders gravierenden Fällen werden wir Nutzer_innen sperren. Ebenfalls behalten wir uns das Recht vor, Personen, die in anderen Zusammenhängen durch antisemitische Handlungen oder Äußerungen aufgefallen sind, zu sperren. Diese Sperrleitlinien gelten auch für unsere Instagram-Präsenz. Diese Netiquette wird von uns in Bezug auf die stattfindenden Diskussionen permanent reflektiert. Inhaltliche Änderungen und Ergänzungen dieser behalten wir uns vor. Wir bitten die Nutzer_innen, uns zu helfen, diese Facebook-Seite als einen Ort des respektvollen Austausches über die Vorkommnisse zu gestalten.

16/10/2026

Die Jüdische Kultusgemeinde Bielefeld verurteilt die antisemitische Inszenierung bei einer sogenannten propalästinensischen Demonstration am 8. Oktober am Bielefelder Hauptbahnhof auf das Schärfste.

Bei der Versammlung wurden Puppen auf den Boden gelegt, die in blutgetränkte Verbände gehüllt waren und offenbar getötete Kinder darstellen sollten. Aus Sicht der Jüdischen Gemeinde bedient diese Inszenierung das jahrhundertealte antisemitische Ritualmordnarrativ, mit dem Jüdinnen und Juden seit dem Mittelalter beschuldigt werden, Kinder zu ermorden. Diese Verleumdung hat über Jahrhunderte hinweg Verfolgung, Pogrome und Morde an jüdischen Menschen befeuert.

Besonders erschütternd ist der Ort dieser Inszenierung: Sie fand in unmittelbarer Nähe des Mahnmals statt, das an die während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft aus Bielefeld deportierten Jüdinnen und Juden erinnert. Darüber hinaus wurden unmittelbar an dem Mahnmal Zettel angebracht, mit denen für eine Demonstration in Berlin geworben wurde.

„Wer in unmittelbarer Nähe eines Mahnmals für die Opfer der Schoa antisemitische Bildmotive inszeniert und den Gedenkort für politische Propaganda benutzt, überschreitet eine Grenze, die nicht hinnehmbar ist“, erklärt Irith Michelsohn, Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde Bielefeld.

Die beworbene Berliner Demonstration war ihrerseits durch die Beteiligung umstrittener Akteure und antisemitische beziehungsweise extremistische Parolen aufgefallen. Dass ausgerechnet am Mahnmal für deportierte Jüdinnen und Juden für eine solche Veranstaltung geworben wurde, macht die Vorgänge in Bielefeld umso unerträglicher.

Die für die Bielefelder Versammlung verantwortliche Gruppe „Solidarität mit Palästina“ muss sich an ihren Taten messen lassen. Wer jahrhundertealte antisemitische Feindbilder reproduziert und einen Erinnerungsort an die nationalsozialistische Judenverfolgung für seine Agitation vereinnahmt, kann sich nicht glaubwürdig auf Solidarität berufen.

Hier geht es nicht um legitime Kritik an der israelischen Regierung oder um Mitgefühl mit den Opfern des Krieges. Hier wird Antisemitismus verbreitet.

Die Jüdische Kultusgemeinde Bielefeld fordert die zuständigen Versammlungsbehörden deshalb auf, den Schutz des Mahnmals am Hauptbahnhof künftig konsequent sicherzustellen. Der Gedenkort darf weder von neonazistischen noch von islamistischen oder anderen antisemitischen Gruppierungen für ihre politische Propaganda missbraucht werden.

Das Gedenken an die aus Bielefeld deportierten und ermordeten Jüdinnen und Juden ist nicht verhandelbar. Wer diesen Ort für antisemitische Hetze instrumentalisiert, muss mit einer klaren Reaktion des Rechtsstaates rechnen.

Am 7. Oktober 2023 ereignete sich das schlimmste Verbrechen gegen Jüdinnen und Juden seit der Schoa. Palästinensische Te...
07/10/2026

Am 7. Oktober 2023 ereignete sich das schlimmste Verbrechen gegen Jüdinnen und Juden seit der Schoa. Palästinensische Terroristen und ihre Anhänger ermordeten mehr als 1.200 Menschen, verletzten zahlreiche weitere und verschleppten 251 Menschen nach Gaza. An diesem Tag jubelten Menschen in Gaza, als sie die schwer verletzten, blutüberströmten und zum Teil schon toten Opfer wie Trophäen empfingen. Erst vor knapp einem Jahr wurden die letzten Geiseln der Hamas und des Palästinensischen Islamischen Dschihad befreit.

Am heutigen Jahrestag des genozidalen Massakers in Israel gedenken wir der Menschen, die dem tödlichen Hass des palästinensischen Terrors nicht entkommen konnten und die bis heute unter den psychischen und physischen Folgen des 7. Oktobers und dem anschließenden Krieg leiden.

Meldung // Vorfall in Düsseldorf, 22.09.2026Am Abend des 22.9.26 wurde ein Mann mit Kippa am Düsseldorfer Rathausufer vo...
28/09/2026

Meldung // Vorfall in Düsseldorf, 22.09.2026

Am Abend des 22.9.26 wurde ein Mann mit Kippa am Düsseldorfer Rathausufer von zwei Männern angegriffen, zu Boden gestoßen und getreten. Erst als die Begleitung des Opfers Passanten um Hilfe bat, flohen die Täter.

Dem Angriff ging eine Situation voraus, in der zwei Mädchen laut und aggressiv „Free Palestine“ sowie antisemitische Aussagen wie „Kindermörder“ in Richtung des Mannes und seiner Begleitung riefen. Anschließend setzten sie sich auf eine Bank unmittelbar neben die beiden. Die Betroffenen versuchten dabei ruhig und deeskalierend zu reagieren. Als sich zwei Männer der Situation näherten und sich mit den Mädchen unterhielten, eskalierte die Situation. Die Gruppe unterhielt sich auf Arabisch und adressierte das spätere Opfer und seine Begleitung, indem sie diese laut ansprachen, auslachten und provozierten. Einer der beiden Männer führte im Verlauf einen Videoanruf mit seinem Vater. Dabei äußerte er, die beiden sollten zu seinem Vater nach Hause kommen, dieser würde sie anspucken. Zudem sagte er zu seinem Vater: „Schau dir diesen Judenkopf an.“
Nachdem einer der beiden Männer dem Betroffenen ein Handyvideo zeigen wollte und ihm dabei körperlich sehr nah kam und nicht abließ, eskalierte die Situation erneut und es kam zum antisemitisch motivierten Angriff.

Laut Zeugenaussage wurde der Mann angepöbelt und angegriffen, weil er durch seine Kippa als Jude erkennbar war. Der Betroffene trug neben der Kippa auch ein Oberteil mit dem Emblem der israelischen Streitkräfte (IDF). Auf dieses nahmen die Täter und Täterinnen jedoch keinen Bezug. Die Polizei ordnete den Übergriff aufgrund des IDF-Emblems zunächst als politisch motivierte Straftat ein, die sichtbar getragene Kippa wurde dabei nicht erwähnt. Später korrigierten die Ermittlungsbehörden ihre Einschätzung und sprechen nun von einer „möglicherweise antisemitisch motivierten Tat“.

Zwei Tage nach der Tat versammelten sich rund 100 Menschen am Rathausufer zu einer Mahnwache. Unter Polizeischutz setzten sie ein Zeichen der Solidarität mit dem Betroffenen und seiner Begleitung. In den Redebeiträgen wurde deutlich, dass die Tat das Sicherheitsgefühl vieler Jüdinnen und Juden in Düsseldorf weiter erschüttert hat. Wer sich in der Stadt sichtbar jüdisch zeigt, fühlt sich seither noch stärker bedroht.

RIAS NRW verzeichnete im vergangenen Jahr einen massiven Anstieg antisemitisch motivierter Angriffe und Bedrohungen. Die Zahl antisemitischer Angriffe stieg in NRW von 18 Vorfällen im Jahr 2024 um 78% auf 32 Vorfälle. Es zeigt sich eine nachhaltige Steigerung sowie eine Normalisierung des Antisemitismus, der sich dabei zunehmend enthemmter, bedrohlicher und direkter äußert.

Heute Abend beginnt Sukkot – das Laubhüttenfest! Wir wünschen allen, die feiern, fröhliche Feiertage.
25/09/2026

Heute Abend beginnt Sukkot – das Laubhüttenfest! Wir wünschen allen, die feiern, fröhliche Feiertage.

Veranstaltungshinweis𝗡𝗮𝗰𝗵 𝗱𝗲𝗺 𝟳. 𝗢𝗸𝘁𝗼𝗯𝗲𝗿 – 𝗧𝗿𝗮𝘂𝗺𝗮 𝘂𝗻𝗱 𝗙𝗮𝗻𝗮𝗹𝗩𝗼𝗿𝘁𝗿𝗮𝗴 𝗺𝗶𝘁 𝗝ö𝗿𝗴 𝗥𝗲𝗻𝘀𝗺𝗮𝗻𝗻, 𝗥𝗜𝗔𝗦 𝗡𝗥𝗪📆08.10.26 // 18 Uhr (Anmel...
21/09/2026

Veranstaltungshinweis

𝗡𝗮𝗰𝗵 𝗱𝗲𝗺 𝟳. 𝗢𝗸𝘁𝗼𝗯𝗲𝗿 – 𝗧𝗿𝗮𝘂𝗺𝗮 𝘂𝗻𝗱 𝗙𝗮𝗻𝗮𝗹
𝗩𝗼𝗿𝘁𝗿𝗮𝗴 𝗺𝗶𝘁 𝗝ö𝗿𝗴 𝗥𝗲𝗻𝘀𝗺𝗮𝗻𝗻, 𝗥𝗜𝗔𝗦 𝗡𝗥𝗪

📆08.10.26 // 18 Uhr (Anmeldung erforderlich)
📍Jüdische Gemeinde Dortmund, Prinz-Friedrich-Karl-Straße 9, 44135 Dortmund

Der 7. Oktober 2023 markiert eine tiefgreifende Zäsur: An diesem Tag wurde Israel Ziel eines genozidalen Angriffs, bei dem Menschen ermordet, verletzt und entführt wurden. Die Ereignisse und ihre Folgen haben sich tief in das kollektive Bewusstsein der israelischen Gesellschaft eingeschrieben. Die Bewältigung dieser Traumata ist ein andauernder Prozess. Gleichzeitig hatte der 7. Oktober auch Folgen außerhalb Israels. In vielen europäischen Gesellschaften zeigte sich nach dem Angriff ein erschreckendes Ausmaß an Gleichgültigkeit, Relativierung und antisemitischer Mobilisierung.

Der Vortrag versucht eine Annäherung an die Folgen des 7. Oktober – an das Trauma einer Gesellschaft, an die politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen, die sich daran entzünden, und an die Frage, was die Reaktionen auf diesen Tag über den gegenwärtigen Umgang mit Antisemitismus aussagen. Der 7. Oktober steht dabei nicht nur für ein konkretes historisches Ereignis, sondern auch für eine Zäsur, deren Auswirkungen bis in die Gegenwart reichen.

Jörg Rensmann ist Politikwissenschaftlicher und Leiter der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus in Nordrhein-Westfalen

Veranstaltet von: Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Nordrhein-Westfalen

Die Anmeldung ist bis zum 05. Oktober 2026 per E-Mail an [email protected] möglich.

Heute Abend beginnt der heiligste Tag im jüdischen Jahr. Wir wünschen Jüdinnen und Juden, dass Sie den diesjährigen Jom ...
20/09/2026

Heute Abend beginnt der heiligste Tag im jüdischen Jahr. Wir wünschen Jüdinnen und Juden, dass Sie den diesjährigen Jom Kippur im Klang des Schofars mit neuer Hoffnung und Wünschen für das neue Jahr verbringen können - in Sicherheit und Geborgenheit.

Stellungnahme zum antisemitischen Brandanschlag auf die Synagoge in Wuppertal Erneut hat es gestern einen Brandanschlag ...
18/09/2026

Stellungnahme zum antisemitischen Brandanschlag auf die Synagoge in Wuppertal

Erneut hat es gestern einen Brandanschlag auf das Haus der Synagoge in Wuppertal gegeben, drei Tage vor dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, dem Fest der Versöhnung.

Schmerzliche Erinnerungen an das Jahr 2014 werden wach, als drei junge Palästinenser Brandsätze gegen die Wuppertaler Synagoge warfen – Auslöser, nicht der Grund, war der arabisch-israelische Konflikt. Damals wie heute war es das Ziel der Täter, Juden_Jüdinnen anzugreifen. Der Unterschied im Jahr 2026: Der Anschlag wurde am helllichten Tag verübt. Darin zeigt sich eine zunehmende Enthemmung des Judenhasses, die in den vergangenen Jahren zu beobachten war.

Im Jahr 2021 wurde ein geplanter Sprengstoffanschlag auf die Synagoge in Hagen vereitelt. Nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden hatte sich der damals minderjährige Tatverdächtige islamistisch radikalisiert.

Im November 2022 folgte eine Serie von Angriffen und Anschlagsplänen gegen jüdische (gelesene) Einrichtungen im Ruhrgebiet, gesteuert vom iranischen Mullahregime.

Alleine im Jahr 2025 ist die Anzahl der RIAS NRW bekannt gewordenen antisemitischen Vorfälle an Synagogen und jüdischen Einrichtungen von drei Fällen im Vorjahr auf 21 gestiegen.

Die Aufzählung macht deutlich: Die Bedrohung jüdischen Lebens ist keine abstrakte Gefahr. Synagogen und jüdische Einrichtungen werden angegriffen, beschädigt, beschossen und als Anschlagsziele ausgewählt. RIAS NRW dokumentierte 1102 antisemitische Vorfälle im Jahr 2025, statistisch also mindestens drei pro Tag. Antisemitismus ist somit keine Ausnahme, sondern prägt den Alltag.

Weltweit nehmen die Angriffe auf Jüdinnen_Juden zu. Antisemitismusforscher_innen sprechen von einem Höchststand tödlicher antisemitischer Gewalt seit 30 Jahren. Im Laufe des vergangenen Jahres wurden bei vier Vorfällen auf drei Kontinenten zwanzig Jüdinnen_Juden ermordet. Nach dem genozidalen Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 wurde der Judenhass zur normalisierten Realität.

Der geringe Sachschaden an der Wuppertaler Synagoge macht den Anschlagsversuch nicht zu einer Kleinigkeit. Der Angriff galt dem Herzen des jüdischen Lebens und soll Angst und Verunsicherung schüren – seine Wirkung geht damit weit über den unmittelbaren Sachschaden hinaus und ist als terroristische Tat zu verstehen.
Jeder einzelne Angriff hat Folgen – nicht nur für die unmittelbar Betroffenen, sondern auch für das Sicherheitsgefühl und die Freiheit jüdischen Lebens insgesamt. Zugleich erodieren mit jedem Anschlag weitere Tabus und Antisemit_innen fühlen sich bestärkt.

Wir wissen, dass ein solcher Anschlag und die wiederkehrenden Meldungen über antisemitische Gewalt Angst, Verunsicherung und erheblichen psychischen Stress auslösen können. Niemand muss mit diesen Erfahrungen allein bleiben.

Die Beratungsstellen SABRA und ADIRA bieten professionelle, vertrauliche Beratung und Unterstützung für Menschen an, die von Antisemitismus betroffen sind oder antisemitische Vorfälle erlebt haben. Sie stehen für Gespräche zur Verfügung und unterstützen Betroffene dabei, mit den Folgen solcher Erfahrungen umzugehen. Gemeinsam können Handlungsmöglichkeiten entwickelt werden, um die jeweilige Situation zu bewältigen und einen individuellen Umgang mit antisemitischen Erfahrungen zu finden.

RIAS NRW steht fest an der Seite von Betroffenen, dokumentiert antisemitische Vorfälle und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Erfassung und Einordnung von Antisemitismus in Nordrhein-Westfalen. Diese Dokumentation macht Antisemitismus im Alltag sichtbar und trägt dazu bei, dass antisemitische Vorfälle als solche erkannt und benannt werden. Unter www.rias-nrw.de können antisemitische Vorfälle gemeldet werden.

Kontakt
ADIRA 0231 - 55747251 | [email protected]
SABRA 0211 - 469 126 26 | [email protected]
RIAS NRW 0211 - 822 660 333 | [email protected]

Morgen Abend beginnt das jüdische Neujahrsfest Rosch haSchana. RIAS NRW wünscht ein glückliches, gesundes und süßes Jahr...
10/09/2026

Morgen Abend beginnt das jüdische Neujahrsfest Rosch haSchana. RIAS NRW wünscht ein glückliches, gesundes und süßes Jahr 5787.

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08.10.26 // 18 Uhr (Anmeldung erforderlich)Jüdische Gemeinde Dortmund, Prinz-Friedrich-Karl-Straße 9, 44135 DortmundDer ...
19/08/2026

08.10.26 // 18 Uhr (Anmeldung erforderlich)
Jüdische Gemeinde Dortmund, Prinz-Friedrich-Karl-Straße 9, 44135 Dortmund

Der 7. Oktober - Trauma und Fanal
Vortrag mit Jörg Rensmann (RIAS NRW)

Der 7. Oktober 2023 markiert eine tiefgreifende Zäsur: An diesem Tag wurde Israel Ziel eines genozidalen Angriffs, bei dem Menschen ermordet, verletzt und entführt wurden. Die Ereignisse und ihre Folgen haben sich tief in das kollektive Bewusstsein der israelischen Gesellschaft eingeschrieben. Die Bewältigung dieser Traumata ist ein andauernder Prozess. Gleichzeitig hatte der 7. Oktober auch Folgen außerhalb Israels. In vielen europäischen Gesellschaften zeigte sich nach dem Angriff ein erschreckendes Ausmaß an Gleichgültigkeit, Relativierung und antisemitischer Mobilisierung.

Der Vortrag versucht eine Annäherung an die Folgen des 7. Oktober – an das Trauma einer Gesellschaft, an die politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen, die sich daran entzünden, und an die Frage, was die Reaktionen auf diesen Tag über den gegenwärtigen Umgang mit Antisemitismus aussagen. Der 7. Oktober steht dabei nicht nur für ein konkretes historisches Ereignis, sondern auch für eine Zäsur, deren Auswirkungen bis in die Gegenwart reichen.

Jörg Rensmann ist Politikwissenschaftler und Leiter der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus in Nordrhein-Westfalen.

📅 8.10.2026
🕕 18 Uhr
📍 Jüdische Gemeinde Dortmund

Die Anmeldung ist bis zum 05. Oktober 2026 per E-Mail an [email protected] unter Angabe des Vor- und Nachnamens möglich.

Meldung // Online-Vorfall in Düsseldorf, Juli 2026Ein jüdischer Schüler erklärte in einem Instagram-Beitrag den jüdische...
03/08/2026

Meldung // Online-Vorfall in Düsseldorf, Juli 2026

Ein jüdischer Schüler erklärte in einem Instagram-Beitrag den jüdischen Fastentag Tischa beAv, an dem der Zerstörung des Ersten und Zweiten Tempels in Jerusalem gedacht wird.

Innerhalb einer Woche wurden unter dem Beitrag mehr als 200 antisemitische Kommentare verfasst, unter anderem Vernichtungsfantasien gegenüber dem Schüler. Zudem wurde er als Satan und Kindermörder bezeichnet. Diese Äußerungen greifen antisemitische Stereotype auf, die Juden seit Jahrhunderten im Rahmen der religiös begründeten Judenfeindschaft zugeschrieben werden.

Mehrere unterschiedliche Accounts – vermutlich Bots – veröffentlichten identische Memes, die einen Teufel zeigen und den Schüler dadurch dämonisieren. Darüber hinaus kommentierten diverse Accounts den Beitrag mit dem „Juice“-Emoji (🧃). Dieses Emoji dient als Anspielung auf „Jews“ (Juden), angelehnt an das ähnlich klingende englische Wort „juice“, und wird verwendet, um Menschen als jüdisch zu markieren.

Außerdem wurde das antisemitische Meme des „Happy Merchant“ gepostet, das einen Juden mit klassischen antisemitischen Stereotypen wie einer Hakennase, Schläfenlocken und einem gierigen Gesichtsausdruck darstellt.

Es ist davon auszugehen, dass zumindest einige der Kommentare von Bots stammen, die das Ziel verfolgen, die Kommentarspalte mit antisemitischen Inhalten zu fluten. Dabei handelt es sich um automatisierte Konten, die mithilfe von Software Kommentare veröffentlichen, liken oder auf Beiträge reagieren. Bots sind daran zu erkennen, dass die Profilnamen häufig Zahlenkombinationen beinhalten, kein Profilbild vorhanden ist und wenige bis keine Follower_innen und Beiträge zu sehen sind. Aber auch Profile, hinter denen wahrscheinlich reale Personen stehen, hinterließen antisemitische Kommentare.

Widerspruch durch andere Nutzer_innen gab es kaum.

🔴 Melde antisemitische Vorfälle unter www.rias-nrw.de

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BankStr. 57
Düsseldorf
40476

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