NaturFreunde NRW

NaturFreunde NRW Die NaturFreunde NRW: Freizeitgestaltung und Umweltschutz für Alt und Jung Wir NaturFreunde sind nicht irgendwie eine weitere Umweltschutzorganisation.

Wir sind mehr. Denn wir setzen uns aktiv, wirksam und nachhaltig für eine sozial gerechtere Gesellschaft, in einer lebenswerten Umwelt ein - und dies seit mehr als 125 Jahren. Dabei verstehen wir unter Gesellschaft eben auch Umweltschutz, denn er ist sinnbildlich für Gelichheit u. Freiheit u. Selbstbestimmung. Mit unseren vielfältigen Angeboten richten wir uns an all die Menschen, die sich der Ver

antwortung für ihr Umfeld u. ihre Umwelt (wieder) bewusst werden wollen u. auch gemeinsam mit uns diese Verantwortung für sich u. künftige Generationen übernehmen werden. In über 50 Ortsgruppen bieten die NaturFreunde ein vielfältiges Programm an - aktive Freizeitgestaltung in der Natur, umwelt- und gesellschaftliches Engagement. Was uns antreibt, das ist das Streben nach einer gerechteren Lebensqualität. Und dabei denken wir global und handeln auch lokal und regional. Noch zu oft treffen wir hier auf Gleichgültigkeit und Egoismus. Zu viele Menschen denken nur an sich, glauben teilweise irgendwelchen kruden Thesen, bis hin zu Verschwörungen und denken "nach mir die Sintflut". Doch der Erfolg unserer Arbeit und unseres Engagements gibt uns recht: Tausende Mitglieder in NRW, 70000 Mitglieder in Deutschland und mehr als 350000 Menschen weltweit. Auf eine Formel gebracht: Mensch + Umfeld + Umwelt = NaturFreunde. Und allen Unterstützer*innen sagen wir "Danke, dass ihr uns helft eine naturfreundliche, menschenwürdige Zukunft zu gestalten." Wir NaturFreunde bewegen mehr - Jetzt gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft. Für uns alle. Berg frei! Mensch frei! nazifrei!

Gestern war TauschBar im Naturfreundehaus Fritz Bohne! 🏡Ein riesiges Dankeschön an alle, die dabei waren, mit uns getaus...
12/08/2026

Gestern war TauschBar im Naturfreundehaus Fritz Bohne! 🏡

Ein riesiges Dankeschön an alle, die dabei waren, mit uns getauscht, gequatscht, gelacht und den frühen Abend verbracht haben!

Bei der TauschBar durften Pflanzen🪴, Bücher📚 und Klamotten👚 neue Besitzer*innen finden. Dazu gab es Getränke und gegen Spende leckeren veganen Kuchen, Gemüsestreifen mit selbstgemachten Hummus-Dip und andere Snacks. 🍰🥕🍬

Bei sonnigem Sommerwetter konnte draußen auf der Terrasse richtig gemütlich gequatscht werden. Viele Menschen aus der Nachbar*innenschaft waren da – manche neugierig auf das Naturfreundehaus, manche auf der Suche nach neuen Kontakten, andere einfach zum Tauschen oder um ein bisschen Gesellschaft zu haben. 🌞

Besonders schön war für uns, so viele offene, engagierte und interessante Menschen aus der Nachbarschaft und aus Gelsenkirchen kennenzulernen. Ihr habt den Abend bereichert und gezeigt, wie viel Potenzial in einem offenen Ort für Begegnung, Austausch und gemeinsames Engagement steckt. ❤️

Genau so möchten wir das Naturfreundehaus weiterentwickeln: als Nachbarschaftstreff und Raum für Demokratie, in dem Menschen zusammenkommen, Ideen entwickeln und selbst aktiv werden können.

👉 Du möchtest selbst einmal eine Veranstaltung im Haus anbieten oder die Räumlichkeiten für eine eigene Idee nutzen?
Dann sprich gerne das Team des Fachbereichs Politische Bildung an.

👉 Du möchtest mit uns eine Umwelt-AG am Haus aufbauen?
Wir freuen uns über Menschen, die Lust haben, bei der Gartengestaltung mitzuwirken oder nachhaltige Ideen, Angebote und Veranstaltungen zu entwickeln.

Danke an alle, die gestern dabei waren und diesen Ort mit Leben gefüllt haben! Wir freuen uns auf alles, was noch daraus entsteht. 💚

Der Planet brennt. Wir arbeiten länger. 🔥Deutschland hat gerade wieder erlebt, wie sich die Klimakrise anfühlt: 40 Grad,...
03/08/2026

Der Planet brennt. Wir arbeiten länger. 🔥

Deutschland hat gerade wieder erlebt, wie sich die Klimakrise anfühlt: 40 Grad, überhitzte Städte, belastete Pflegeeinrichtungen, Rettungsdienste am Limit, überfüllte Krankenhäuser, mehr als 800 Hitzetote, Baustellen in der prallen Sonne, Straßen, die schmelzen, ein Bahnnetz, das völlig zusammenbricht und Menschen, die bei Temperaturen lohnarbeiten müssen, bei denen der Rest von uns gebeten wird, das Haus möglichst nicht zu verlassen.

Während Gesundheitsämter empfehlen, körperliche Anstrengung zu vermeiden, diskutiert die Politik ernsthaft darüber, dass wir künftig länger und am liebsten auch noch mehr Stunden arbeiten sollen.

Wie aber ist es möglich, längere Lebensarbeitszeiten zu planen, ohne gleichzeitig darüber zu sprechen, unter welchen Bedingungen Menschen künftig überhaupt noch arbeiten können?

Die Rentenpolitik rechnet mit steigender Lebenserwartung. Die Klimakrise rechnet mit steigenden Temperaturen. Diese beiden Entwicklungen lassen sich nicht getrennt voneinander diskutieren.

Denn die Klimakrise ist keine abstrakte Zukunftsfrage. Sie entscheidet bereits heute darüber, wer gesund bleibt, wer krank wird und wer früher stirbt.

Sie fragt nicht nur, wie heiß es wird. Sondern auch, wer Schatten hat. Wer sich schützen kann. Wer in einem aufgeheizten Dachgeschoss lebt. Wer im klimatisierten Büro sitzt und wer auf dem Gerüst schuftet. Wer nach Hause gehen kann – und wer trotzdem weiterarbeiten muss.

Genau deshalb müsste Klimapolitik heute vor allem Menschen schützen – mit Maßnahmen, die langfristig und nachhaltig wirken

Die Bundesregierung behandelt die Klimakrise vor allem als Standortfrage. Das Klima scheint das allerdings anders zu sehen.

Der Expert*innenrat warnt vor verfehlten Klimazielen. Gerichte haben Nachbesserungen eingefordert. International gilt Deutschlands Beitrag weiterhin als unzureichend.

Doch die eigentliche Fehlannahme reicht weit über die Klimapolitik hinaus. Denn auch die Rentenpolitik tut so, als wäre die Klimakrise lediglich ein Umweltproblem.

Sie koppelt das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung – nicht aber an die Realität, in der diese Lebensjahre verbracht werden. Nicht an Hitzewellen. Nicht an körperliche Arbeit bei 40 Grad. Nicht an Tausende Menschen, die schon heute jedes Jahr an den Folgen extremer Hitze sterben. Nicht an eine Arbeitswelt, die sich durch die Klimakrise bereits verändert.

Dabei wird außer Acht gelassen, dass der Klimawandel nie nur eine Umweltfrage war, er war immer auch eine soziale.

Deshalb braucht es endlich eine sozialökologische Transformation, die ihren Namen verdient. Eine Politik, die Klima-, Sozial-, Gesundheits- und Arbeitspolitik nicht länger getrennt voneinander denkt. Eine Politik, die Menschen schützt – nicht nur Märkte. Die Lebensqualität höher bewertet als Wirtschaftswachstum. Und die anerkennt, dass Klimagerechtigkeit und soziale Gerechtigkeit untrennbar zusammengehören.

Als NaturFreunde stehen wir seit über 130 Jahren für genau diesen Zusammenhang: Natur und Umwelt schützen heißt immer auch Menschen schützen. Eine lebenswerte Umwelt gibt es nicht ohne soziale Gerechtigkeit. Und soziale Gerechtigkeit gibt es nicht auf einem zerstörten Planeten.

Der Planet braucht keinen längeren Arbeitstag. Er braucht eine gerechte Zukunft.

Wälder sind ein zentraler Bestandteil unseres Planeten. Nicht ohne Grund werden sie oft als „Lungen der Erde“ bezeichnet...
22/06/2026

Wälder sind ein zentraler Bestandteil unseres Planeten. Nicht ohne Grund werden sie oft als „Lungen der Erde“ bezeichnet. Sie nehmen große Mengen Kohlendioxid (CO₂) auf und geben gleichzeitig Sauerstoff (O₂) an die Atmosphäre ab. Damit tragen sie entscheidend zur Stabilisierung unseres Klimas bei.

Doch ihre Bedeutung geht weit darüber hinaus. Wälder reinigen und speichern (Süß-)Wasser, schützen Böden vor Erosion, regulieren das Wetter, bieten Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten und sind laut WWF für mehr als 1,6 Milliarden Menschen eine zentrale Lebensgrundlage.

Wenn Wälder verschwinden, gehen all diese Funktionen verloren. Der Erdsystemforscher Johan Rockström, der das Konzept der planetaren Belastungsgrenzen entwickelt hat, betont daher, dass mindestens 75 % der ursprünglichen Waldflächen erhalten bleiben müssen, um die Stabilität unseres Planeten zu sichern.

Doch ein Blick auf den aktuellen Planetaren Gesundheitscheck des Potsdam Institut für Klimafolgenforschung zeigt, wie kritisch die Lage bereits ist: Weltweit sind nur noch etwa 59 % der potenziellen Waldflächen erhalten – deutlich unterhalb dieser sicheren Grenze. Damit befinden sich die globalen Waldökosysteme bereits außerhalb des sicheren Handlungsraums, und alle großen Waldbiome haben ihre Belastungsgrenzen in unterschiedlichem Ausmaß überschritten.

Besonders herausragend sind die tropischen Regenwälder rund um den Äquator. Sie gehören zu den artenreichsten Ökosystemen der Erde und werden oft als „Biodiversity Hotspots“ bezeichnet. Nirgendwo sonst ist die Vielfalt an Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen so groß.

Der Amazonas-Regenwald spielt sogar eine Schlüsselrolle für das globale Klima. Seine Pflanzen binden enorme Mengen CO₂ und beeinflussen gleichzeitig den weltweiten Wasserkreislauf. Durch die tropisch-warmen Temperaturen verdunsten große Wassermengen, die zur Wolkenbildung und zu großflächigen Niederschlägen beitragen – nicht nur im Amazonasgebiet, sondern weit darüber hinaus.

Doch genau dieses empfindliche System gerät zunehmend aus dem Gleichgewicht. Vor allem die Umwandlung von Wald in landwirtschaftliche Flächen treibt die Abholzung voran – oft schleichend und über Jahre hinweg kaum sichtbar. Häufig beginnt die Zerstörung sogar mit illegalem Holzeinschlag, bevor die Flächen für Landwirtschaft oder Viehzucht genutzt werden.

Im Amazonasgebiet zeigt sich diese Entwicklung besonders drastisch: Zwischen 2001 und 2024 ist die Waldfläche erheblich geschrumpft. Immer weiter dringen menschliche Aktivitäten in zuvor unberührte Gebiete vor. Holzeinschlag und Brandrodungen zerstören nicht nur Bäume, sondern stören auch den empfindlichen Wasserkreislauf.

Die Folgen sind gravierend: Wenn zu viel Wald verloren geht, droht ein Kipppunkt. Der Amazonasregenwald ist darauf angewiesen, seinen eigenen Niederschlag zu recyceln, um stabil zu bleiben. Anhaltende Abholzung und steigende Temperaturen könnten jedoch bis zu 40 % der Region in eine savannenähnliche Landschaft verwandeln. Das geschädigte Bodengefüge könnte dann nicht mehr genügend Wasser speichern – eine Rückkehr zum ursprünglichen Regenwald wäre kaum möglich.

Diese Entwicklungen beschränken sich nicht nur auf Südamerika. Auch im Kongobecken und in Südostasien schreitet die Abholzung tropischer Wälder rapide voran. In Afrika und Südostasien ist die Ausweitung von Ackerflächen die Hauptursache für Waldverlust, während in Südamerika und Ozeanien die Viehzucht eine größere Rolle spielt.

Der Verlust von Wäldern bringt uns immer weiter aus dem sicheren Handlungsraum der planetaren Grenzen heraus, wodurch das Risiko für irreversible Veränderungen im Erdsystem erheblich steigt. Johan Rockström fordert deshalb ein vorausschauendes und international abgestimmtes Landmanagement, um die verbleibenden Waldflächen langfristig zu erhalten.
Sein Vorschlag zur Einhaltung dieser Grenze sieht vor, Ackerland auf die produktivsten Flächen zu konzentrieren. Gleichzeitig müssen Prozesse kontrolliert werden, die zum Verlust produktiver Böden führen – etwa Bodendegradation, der Verlust von Bewässerungswasser sowie die Konkurrenz durch andere Landnutzungen wie Stadtentwicklung oder die Produktion von Biokraftstoffen.
Auch nachfrageseitige Faktoren spielen dabei eine zentrale Rolle. Dazu zählen Ernährungsweisen, der Pro-Kopf-Nahrungsmittelverbrauch, die Bevölkerungsentwicklung sowie Verluste entlang der Lebensmittelversorgungskette. Ergänzend könnten landwirtschaftliche Systeme, die natürliche Prozesse stärker nachahmen (z. B. komplexe Agrarökosysteme), dazu beitragen, die Belastungsgrenze des Systems zu erweitern oder zumindest weniger stark zu überschreiten.

Der World Rainforest Day macht deutlich, wie eng die Zukunft der Menschheit mit dem Zustand der Wälder verknüpft ist. Regenwälder sind nicht nur außergewöhnlich artenreiche Ökosysteme, sondern zentrale Stabilitätsfaktoren des Erdsystems. Ihr Erhalt ist damit nicht nur eine ökologische Aufgabe, sondern eine Voraussetzung für langfristige Klimastabilität, Biodiversität und menschliche Sicherheit.

Du fragst dich, wie wir lokal zum Schutz des tropischen Regenwaldes beitragen können und welche Handlungsmöglichkeiten es hier in Deutschland gibt?
Im Projekt „Wissen.Wirken.Wandeln.“ kannst du diesen Fragen nachgehen, dich mit Ressourcenschutz (z.B. Verzicht auf Palmölprodukte, Biokraftstoffe, Fleisch oder Grillkohle aus Paraguay) auseinandersetzen und gemeinsam mit anderen eine Nachhaltigkeitsaktion entwickeln und umsetzen.

www.naturfreunde-nrw.de/wissenwirkenwandeln

Der Juni ist bunt. Regenbogenflaggen hängen vor Rathäusern, Unternehmen färben ihre Logos um, überall beginnt der Pride ...
08/06/2026

Der Juni ist bunt. Regenbogenflaggen hängen vor Rathäusern, Unternehmen färben ihre Logos um, überall beginnt der Pride Month. Queere Menschen sind sichtbarer als noch vor wenigen Jahren – in Medien, Politik, Kultur und Öffentlichkeit. Vieles wirkt heute offener, liberaler, akzeptierter. Gleichzeitig werden queere Menschen immer häufiger Zielscheibe rechter Hetze, politischer Stimmungsmache und gesellschaftlicher Feindbilder.

Wie konkret diese Bedrohung inzwischen geworden ist, zeigte sich 2025 auch in NRW, als der Christopher Street Day in Gelsenkirchen aufgrund einer Bedrohungslage abgesagt werden musste. Doch Gelsenkirchen blieb kein Einzelfall: Auch andere CSDs wurden abgesagt. Andernorts kam es zu rechtsextremen Gegenprotesten, Einschüchterungen oder Angriffen auf Veranstaltungen. Beinahe jeder zweite CSD in Deutschland wurde gestört oder angegriffen, durch Online-Hetze, Bedrohungen, Sachbeschädigungen oder organisierte rechtsextreme Mobilisierung.

Während also Vielfalt öffentlich gefeiert wird, wächst gleichzeitig der Druck auf jene, die sie leben. Pride ist deshalb auch 2026 nicht bloß Festival oder Marketingfläche, sondern weiterhin ein politischer Raum: ein sichtbarer Widerspruch gegen Ausgrenzung, gegen Angst und gegen jene Kräfte, die Menschen wieder zurück in Unsichtbarkeit drängen wollen.

Die zunehmenden Angriffe auf queeres Leben entstehen nicht zufällig. Sie sind Ausdruck eines gesellschaftlichen Klimas, das sich zunehmend nach noch weiter rechts verschiebt. Rechte Akteur*innen und insbesondere die AfD arbeiten seit Jahren gezielt daran, queere Menschen zum politischen Feindbild zu machen. Sie sprechen von „Genderwahn“, warnen vor angeblicher „Frühsexualisierung“ und diffamieren geschlechtliche Vielfalt immer wieder als ideologische Gefahr. Im Bundestagswahlprogramm 2025 bezeichnet die Partei geschlechtliche Selbstbestimmung als „Irrweg“, führende Parteimitglieder hetzen regelmäßig gegen trans Menschen oder stellen queere Sichtbarkeit grundsätzlich infrage.

Doch auch weit über die AfD hinaus werden rechte und queerfeindliche Narrative zunehmend gesellschaftsfähig. Immer wieder beteiligen sich Politiker*innen der sogenannten Bürgerlichen Mitte an Debatten gegen geschlechtergerechte Sprache, queere Bildungsarbeit oder Selbstbestimmungsgesetze. Queere Lebensrealitäten werden dabei häufig nicht als Teil gesellschaftlicher Vielfalt behandelt, sondern als Kulturkampfthema inszeniert. Dadurch verschiebt sich Stück für Stück der öffentliche Diskurs.

Diese Rhetorik bleibt nicht auf Parlamente oder Social Media beschränkt. Sie wirkt hinein in Schulen, Vereine und den Alltag. Bücher über queere Lebensrealitäten werden öffentlich skandalisiert, Drag-Lesungen für Kinder unter Polizeischutz gestellt, Lehrkräfte und pädagogische Einrichtungen wegen Vielfaltsthemen angefeindet. Laut Angaben im Bundestag haben sie sich seit 2010 verzehnfacht. Besonders trans Personen erleben dabei massive gesellschaftliche Ablehnung: Laut der Leipziger Autoritarismus-Studie zeigen 37 Prozent der Befragten eine geschlossene Ablehnung von Transgeschlechtlichkeit.

Wenn Minderheiten permanent als Bedrohung dargestellt werden, verschiebt sich auch gesellschaftlich das Sagbare. Aus Menschen werden Debattenobjekte. Aus Vielfalt wird angeblich Ideologie. Beleidigungen, Ausgrenzung und Gewalt entstehen nicht unabhängig von politischen Debatten, sie werden durch sie legitimiert und verstärkt.

Gerade darin zeigt sich der Widerspruch der Gegenwart: Queere Menschen sind sichtbarer geworden als je zuvor, während gleichzeitig Hass, Gewalt und politische Feindbilder wieder zunehmen.

Als NaturFreunde erleben wir Demokratiearbeit, Umweltbildung und queere Solidarität deshalb nicht als getrennte Themen. Denn eine offene Gesellschaft verteidigt sich nicht nur in Parlamenten, sondern überall dort, wo Menschen sichtbar sein, mitgestalten und ohne Angst teilhaben können.

Unsere Projekte „Wissen.Wirken.Wandeln.“ und „Wissen.Teilen.Gestalten.“ stehen genau dafür: für eine sozial-ökologische Transformation, die niemanden ausschließt. Wenn wir inklusive Umweltbildung organisieren, geht es nicht nur um Klima- oder Naturschutz. Es geht um die Frage, wer Zugang zu Wissen, Gemeinschaft und gesellschaftlicher Gestaltung erhält; und wer systematisch ausgeschlossen wird.

Und wenn wir mit „stabil & inklusiv“ im Demokratiezentrum Fritz Bohne in Gelsenkirchen Räume für Austausch, Beteiligung und Solidarität schaffen, dann ist das keine neutrale Bildungsarbeit. Es ist ein bewusster Gegenentwurf zu rechter Hetze, Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit. Denn dort, wo Vielfalt angegriffen wird, braucht Demokratie konkrete Orte, die Haltung zeigen.

Genau deshalb kann Pride für uns nicht bei Symbolen enden. Pride ist kein Marketingtrend und keine saisonale Imagekampagne. Regenbogenlogos kosten wenig. Haltung dagegen schon. Haltung zeigt sich dort, wo Menschen widersprechen, wenn gegen Minderheiten gehetzt wird. Dort, wo Räume offen bleiben, obwohl sie bedroht werden. Dort, wo Solidarität nicht endet, sobald Gegenwind entsteht.

Denn Pride bedeutet nicht nur Sichtbarkeit. Pride bedeutet, sich nicht zurückdrängen zu lassen. Nicht in Unsichtbarkeit. Nicht in Angst. Nicht in Schweigen.

Vielleicht entscheidet sich der Wert einer offenen Gesellschaft deshalb nicht daran, wie bunt sie sich im Juni präsentiert, sondern daran, wen sie schützt, wenn der Druck wächst. Ob sie zulässt, dass Menschen wieder zum Feindbild gemacht werden. Oder ob sie Räume verteidigt, in denen Vielfalt, Würde und Demokratie tatsächlich gelebt werden.

Korallenriffe gehören zu den wichtigsten Meeres-Ökosystemen unseres Planeten. Sie bieten unzähligen Arten einen geschütz...
01/06/2026

Korallenriffe gehören zu den wichtigsten Meeres-Ökosystemen unseres Planeten. Sie bieten unzähligen Arten einen geschützten Lebensraum und schützen zugleich Küsten vor starken Wellen.

Doch steigende Meerestemperaturen und die Ozeanversauerung setzen ihnen massiv zu. Immer häufiger kommt es zur Korallenbleiche: Die bunten Riffe verlieren ihre Farbe und sterben ab – zurück bleiben weiße Kalkskelette.

Doch wie funktioniert Ozeanversauerung genau?
Die Ozeane nehmen weltweit etwa ein Viertel des vom Menschen emittierten Kohlenstoffdioxids (CO₂) auf. Das bremst zwar die Erderwärmung, verändert jedoch die Chemie des Meerwassers.

Mehr CO₂ diffundiert aus der Atmosphäre ins Meerwasser und bildet dort Kohlensäure. Diese zerfällt in Hydrogencarbonat und Wasserstoffionen (Kationen).
Die zusätzlichen Wasserstoffionen machen das Meer saurer, das heißt der pH-Wert sinkt. Seit der vorindustriellen Zeit (vor ca. 170 Jahren) ist der pH-Wert des Oberflächenwassers der Ozeane um etwa 0,1 gesunken. Das klingt wenig, ist aber sehr viel. Diese Veränderung passiert heute mindestens 100-mal schneller als in den letzten 20 Millionen Jahren. Viele Meereslebewesen können sich an diese rasche Entwicklung kaum anpassen.

Gleichzeitig reagiert Hydrogencarbonat mit freien Karbonat-Ionen im Meerwasser. Diese werden jedoch für die Bildung von Kalziumkarbonat benötigt – einem entscheidenden Baustoff für Schalen und Skelette. Durch die geringere Verfügbarkeit dieser Karbonat-Ionen können viele Meereslebewesen ihre Kalkstrukturen schlechter aufbauen. Besonders betroffen sind Korallen, Muscheln, Seeigel und Seesterne, Krebse sowie kalkbildendes Phytoplankton. Ihre Schalen werden dünner, wachsen langsamer oder lösen sich im Extremfall sogar auf. Ganze Ökosysteme geraten dadurch aus dem Gleichgewicht.

Korallenriffe als zentrale Lebensräume sind besonders gefährdet – ebenso wie Ökosysteme in kalten Meeren. Dort schreitet die Ozeanversauerung besonders schnell voran, da kaltes Wasser mehr CO₂ aufnehmen kann. Für die dort lebenden, hoch spezialisierten Organismen stellt diese rasche Veränderung eine enorme Herausforderung dar. An den sinkenden pH-Wert können sie sich nicht schnell genug anpassen.

Laut dem aktuellen Planetaren Gesundheitscheck 2025 wurde die planetare Belastungsgrenze der Ozeanversauerung im Jahr 2025 erstmals überschritten. Das bedeutet, dass sich die Menschheit außerhalb des sicheren Handlungsspielraums bewegt und in einen Unsicherheitsbereich eintritt, in dem erste gravierende Veränderungen – wie etwa Artensterben – sehr wahrscheinlich werden.
Wenn die verschiedenen Arten von Meereslebewesen verschwinden, kann das gesamte Meeresökosystem destabilisiert werden. Die Folgen sind weniger Schutz- und Lebensräume durch das Korallensterben, instabile Nahrungsketten, rückläufige Fischpopulationen und letztlich knapper werdende Meeresressourcen für den Menschen.

Die Ozeanversauerung ist somit ein schleichender Prozess mit potenziell unumkehrbaren Folgen – und zugleich Teil eines global vernetzten Systems. Sie steht in engem Zusammenhang mit anderen Umweltproblemen.
Beispielsweise führt Entwaldung dazu, dass weniger CO₂ gespeichert wird. Dadurch gelangt mehr CO₂ in die Atmosphäre – und letztlich auch in die Ozeane.
Die planetaren Grenzen sind eng miteinander verknüpft: Wird eine überschritten, kann das andere Erdsystemprozesse destabilisieren.

Deshalb braucht es mehr Klimaschutz zur Reduktion von CO₂-Emissionen, ein nachhaltigeres Landnutzungsmanagement, weniger Umweltverschmutzung – etwa durch Plastik oder intensive Schifffahrt – sowie einen verantwortungsvolleren Umgang mit Meeresressourcen, beispielsweise durch nachhaltigen Fischfang.
Nur wenn wir innerhalb der planetaren Belastungsgrenzen bleiben, können wir die Vielfalt und Stabilität unseres Planeten langfristig sichern.

Du willst mehr über die planetaren Belastungsgrenzen unserer Erde erfahren? Dann engagiere dich mit deiner Ortsgruppe im Umweltbildungsprojekt “Wissen.Wirken.Wandeln.” der NaturFreunde NRW. 💚

www.naturfreunde-nrw.de/wissenwirkenwandeln

Am 22. Mai, dem Tag der Artenvielfalt, rückt ein Thema in den Fokus, das oft abstrakt wirkt, aber konkrete Folgen hat: d...
22/05/2026

Am 22. Mai, dem Tag der Artenvielfalt, rückt ein Thema in den Fokus, das oft abstrakt wirkt, aber konkrete Folgen hat: das weltweite Artensterben. Ein besonders anschauliches Beispiel dafür ist der Europäische Feldhamster.

Der Europäische Feldhamster (Cricetus cricetus) ist in Deutschland stark vom Aussterben bedroht. Laut Forscher*innen könnte die Art bis 2038 vollständig ausgestorben sein. Einst war er ein typischer Bewohner landwirtschaftlicher Flächen, heute ist er vielerorts verschwunden.

Der Feldhamster lebt am Boden und gräbt seine Wohnkammern und unterirdischen Gänge bevorzugt in Löss- oder Lehmböden. Dort legt er auch seine Vorräte für den Winter an. Diese Lebensweise macht ihn besonders anfällig für Veränderungen in der Landwirtschaft.

Heute hat es der Feldhamster sehr schwer. Moderne landwirtschaftliche Praktiken setzen ihm massiv zu. Große Maschinen zerstören seine Baue, während Dünger und Pestizide die Vielfalt an Pflanzen und Insekten reduzieren. Monokulturen verdrängen Wildkräuter, die ihm als Nahrung dienen. Gleichzeitig werden Lebensräume durch Straßen und Bebauung zerschnitten. Auch Lichtverschmutzung und steigende Oberflächentemperaturen verschlechtern seine Lebensbedingungen zusätzlich.
Die Folgen sind deutlich: Der Feldhamster findet immer weniger Nahrung, geeignete Böden werden rar, und es wird zunehmend schwieriger, eine*n Partner*in zu finden. Zudem sinkt seine Lebenserwartung. Dieses Beispiel zeigt eindrücklich, wie stark menschliches Handeln die Biosphäre verändert und wie Tiere dadurch ihren Lebensraum verlieren.

Doch der Feldhamster ist kein Einzelfall. Sein Schicksal steht stellvertretend für eine umfassendere Entwicklung: den Verlust der Artenvielfalt und die Schwächung ganzer Ökosysteme.

Ökosysteme sind die Grundlage unseres Lebens. Doch der Zustand dieser Systeme ist zunehmend kritisch. Der aktuelle Planetare Gesundheitscheck 2025 zeigt, dass viele Ökosysteme bereits stark geschädigt sind. Wenn diese Entwicklung anhält, gefährden wir direkt unsere eigene Lebensgrundlage.

Das Artensterben verschärft diese Krise zusätzlich, denn Arten sind entscheidend für die Funktionsfähigkeit der Natur. Einige tragen z.B. zur Speicherung von CO₂ bei und sorgen für sauberes Wasser, andere sichern die Bestäubung von Nutzpflanzen und liefern Nahrung.

Doch derzeit sterben Arten etwa zehnmal schneller aus als unter natürlichen Bedingungen. Über eine Million Arten gelten als bedroht. Viele Wissenschaftler*innen sprechen deshalb vom sechsten Massenaussterben der Erdgeschichte. Mit jeder verlorenen Art wird das Erdsystem instabiler und anfälliger für Störungen.
Die fortschreitende Abnahme der Artenvielfalt hat weitreichende Folgen. Die Biosphäre verliert an Widerstandskraft und ihre Fähigkeit, sich an Veränderungen anzupassen. Gleichzeitig wird es für sie immer schwieriger, andere Umweltprobleme auszugleichen.

Besonders problematisch ist, dass wir oft nicht genau wissen, welche Arten eine Schlüsselrolle spielen. Wenn solche Schlüsselarten verschwinden, können ganze Ökosysteme zusammenbrechen.

Bereits heute befindet sich der Verlust der Artenvielfalt im orangen bis dunkelroten Risikobereich. Damit ist eine zentrale planetare Belastungsgrenze überschritten. Das Artenaussterben bringt uns in eine Zone hoher Unsicherheit – mit potenziell gravierenden Folgen für die Stabilität unseres Planeten.

Der Feldhamster macht diese abstrakte Entwicklung greifbar. Sein drohendes Verschwinden ist ein Warnsignal. Es zeigt, dass der Verlust der Artenvielfalt kein fernes Problem ist, sondern bereits heute stattfindet – und dass dringender Handlungsbedarf besteht.

Die NaturFreunde NRW setzen sich seit jeher für Natur- und Umweltschutz ein. In zahlreichen Projekten wie “WasserWege”, “ProInsekt”, “LebensRäume” oder “NahTour” setzten wir uns in den letzten Jahren für den Erhalt einer sozial-gerechten, lebensfreundlichen Umwelt ein. Auch mit den neuen Projekten „Wissen.Teilen.Gestalten.“ und „Wissen.Wirken.Wandeln.“ wollen wir wieder aktiv Naturschutz und Umwelt-bildungsarbeit hier in NRW leisten, um eine gute Zukunft im Einklang mit der Natur zu gestalten.

Wenn die gesamte Menschheit so leben würde wie die Deutschen, …… wären die natürlichen Ressourcen der Erde nach 129 Tage...
10/05/2026

Wenn die gesamte Menschheit so leben würde wie die Deutschen, …
… wären die natürlichen Ressourcen der Erde nach 129 Tagen, also heute am 10. Mai 2026, bereits aufgebraucht.

Der Erdüberlastungstag (engl. Earth Overshoot Day) ist ein statistisches Rechenmodell des Global Footprint Network. Es verdeutlicht, wie stark wir die Natur übernutzen, indem es die Biokapazität der Erde – also die Fähigkeit der Natur, Ressourcen zu erzeugen und Abfälle abzubauen – mit dem ökologischen Fußabdruck der Menschheit vergleicht.

Um den Verbrauch von Ressourcen messbar zu machen, wird die Einheit des globalen Hektars (gha) verwendet. Sie gibt an, wie viel biologisch produktive Fläche notwendig ist, um unseren Lebensstil zu ermöglichen. Dabei wird berücksichtigt, dass Böden unterschiedlich fruchtbar sind (ein Hektar Wüste ist nicht mit einem Hektar Regenwald vergleichbar).

Der ökologische Fußabdruck umfasst jedoch weit mehr als nur den Verbrauch von Rohstoffen wie Wasser, Holz oder Nahrung. Auch Müll, Emissionen und insbesondere CO₂ werden einbezogen. Ein zentraler Faktor ist beispielsweise die Waldfläche, die benötigt wird, um den von uns verursachten CO₂-Ausstoß zu binden. Dieser Posten macht den größten Anteil unseres ökologischen Defizits aus.

Die Berechnung des Erdüberlastungstags erfolgt nach folgender Formel:
Tage bis zum Overshoot Day = 365 × Biokapazität (gha) / ökologischer Fußabdruck (gha)

Mit einem durchschnittlichen Fußabdruck von 4,6 globalen Hektar pro Person (nachlesbar auf der Footprint Data Platform: www.data.footprintnetwork.org) würde die Menschheit 2,8 Erden benötigen, wenn alle so leben würden wie wir hier in Deutschland.

Diese Problematik ist nicht neu. Schon seit den frühen 1970er-Jahren verbrauchen wir weltweit jedes Jahr mehr Ressourcen, als die Erde im gleichen Zeitraum regenerieren kann. Besonders kritisch ist die aktuelle Entwicklung, denn der deutsche Erdüberlastungstag hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 8 Tage nach vorne verschoben. Das zeigt deutlich, dass Deutschland beim Ressourcenverbrauch weiterhin über seine Verhältnisse lebt und nachhaltigere Lebensweisen dringend notwendig sind.

In vielen anderen Ländern fällt der Erdüberlastungstag sogar noch früher. Dazu zählen unter anderem Katar, die Mongolei, Kanada, die Arabischen Emirate, die USA, Australien, Russland und einige EU-Länder. Würden alle Menschen so leben wie in diesen Ländern, wären die natürlichen Ressourcen der Erde noch schneller erschöpft.
Die Folgen dieses hohen Ressourcenverbrauchs zeigen sich deutlich in den planetaren Grenzen, insbesondere bei der Unversehrtheit der Biosphäre, dem Klima-wandel und den Landnutzungsänderungen. Durch Abholzung für Landwirtschaft, Überfischung, steigende Treibhausgasemissionen, Umweltverschmutzung und intensive Monokulturen werden Ökosysteme weltweit geschwächt und Lebensräume zerstört.

Unser Lebensstil verbraucht also nicht nur zu viele Ressourcen, sondern destabilisiert gleichzeitig die natürlichen Erdsystemprozesse, die diese Ressourcen überhaupt bereitstellen. Ohne gesunde Erdsysteme begeben wir uns in eine unsichere bis stark risikoreiche Zukunft, in der die Umweltfolgen immer schwerer vorhersehbar werden.

Deshalb braucht es ein grundlegendes Umdenken in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Eine sozial-ökologische Transformation ist notwendig, um unseren Ressourcenverbrauch zu reduzieren und gleichzeitig Lebensqualität sowie globale Gerechtigkeit zu sichern. Nur wenn wir nachhaltiger handeln und umweltfreundliche Lösungen fördern, können wir langfristig innerhalb der planetaren Grenzen leben.
Wer sich fragt, wie das konkret im Alltag gelingen kann, ist herzlich eingeladen, sich aktiv am Projekt „Wissen.Wirken.Wandeln.“ des Landesverbands der NaturFreunde NRW zu beteiligen.

Aktuell werden noch NaturFreunde-Ortsgruppen und Initiativen gesucht, die Lust haben, vor Ort im Rahmen der planetaren Grenzen ein Umwelt- und Nachhaltigkeitsangebot umzusetzen. Unsere Projektreferentin Adriana unterstützt und begleitet euren Entwicklungsprozess.

Lasst uns gemeinsam auf lokaler Ebene wissen, wirken und wandeln.

Mehr Infos: www.naturfreunde-nrw.de/wissenwirkenwandeln

Der 8. Mai markiert das Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und gilt als Tag der Befreiung vom Faschismus....
08/05/2026

Der 8. Mai markiert das Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und gilt als Tag der Befreiung vom Faschismus. Doch auch wenn das Regime besiegt wurde, hat das Gedankengut weitergelebt. 81 Jahre später stellt sich erneut die Frage:
Wie befreit sind wir wirklich?

Die AFD baut ihren Einfluss weiter aus, während rechte Parolen längst in Teilen des gesellschaftlichen Mainstreams angekommen sind. Zunehmend greifen auch etablierte Politiker*innen solche Narrative auf, um gezielt am rechten Rand nach Wähler*innenstimmen zu fischen. Gleichzeitig steigen antisemitische Angriffe in Deutschland drastisch an. Jede diskriminierende Aussage und Tat trägt zu einem Klima bei, in dem Ausgrenzung und Hass normalisiert werden.

Parallel verschärft sich die sicherheitspolitische Debatte: Aufrüstung wird angesichts globaler Konflikte wieder als notwendig angesehen und auch die Wiedereinführung der Wehrpflicht wird diskutiert. Der Krieg in der Ukraine dauert weiter an und weltweit wird ein Höchststand an bewaffneten Konflikten seit dem Ende des zweiten Weltkriegs vermerkt. Zwar setzt die Bundeswehr zunächst auf eine scheinbare Freiwilligkeit, macht jedoch deutlich, dass bei zu wenigen Bewerber*innen eine Wehrpflicht wieder eingeführt werden könnte.
Gerade unter jungen Menschen wächst der Widerstand, aus Sorge vor Zwangsdienst und aus einem zunehmenden Gefühl von Unsicherheit.

Diese Unsicherheit wird auch durch politische Erzählungen geprägt, die gezielt Ängste schüren und Feindbilder aufbauen. Jeder Krieg beginnt mit vereinfachten und einseitigen Darstellungen.
Wenn Politiker*innen gezielt einzelnen Gruppen die Schuld an gesellschaftlichen Problemen zuschieben, ist das nicht nur eine Lüge, sondern eine auch eine bewusste Strategie. Wer lügt, lenkt von sich selbst ab. Wer lügt, erzählt eine Geschichte, die als Realität akzeptiert werden soll, obwohl sie es nicht ist. So wird versucht, Gesellschaft nach eigenem Interesse zu formen, statt sich der Wirklichkeit zu stellen.

Die Realität anzuerkennen und zu verändern ist anstrengend, doch genau darin liegt politische Verantwortung.

„Zu sagen, was ist, bleibt die revolutionärste Tat“
(Rosa Luxemburg).

Es sind diejenigen, die hinschauen, Widerspruch aushalten und Missstände benennen, die Veränderung möglich machen.

Solange Macht genutzt wird, um zu täuschen, anstatt aufzuklären, bleiben die Gefahren bestehen: Lügen können den Boden bereiten für Ausgrenzung, Gewalt und letztlich auch Krieg.

Sind es also die jungen Menschen, die belogen werden, um für Land und Lügen zu sterben? Oder belügen wir uns als Gesellschaft selbst, wenn wir glauben, die Gewalt von vor über 80 Jahren hinter uns gelassen zu haben? Täuschen wir uns darüber hinweg, dass ähnliche Rhetorik wie vor 90 Jahren erneut Ängste schürt und globale Aufrüstung provoziert?

Den Kriegsdienst zu verweigern ist ein Grundrecht. Und Krieg bleibt Unrecht. „Nie wieder!“ ist keine Erinnerung, sondern eine Verpflichtung und Frieden kein ferner Traum, sondern eine Aufgabe, die wir weiterverfolgen müssen!

Adresse

Albertstraße 78
Düsseldorf
40233

Benachrichtigungen

Lassen Sie sich von uns eine E-Mail senden und seien Sie der erste der Neuigkeiten und Aktionen von NaturFreunde NRW erfährt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht für andere Zwecke verwendet und Sie können sich jederzeit abmelden.

Die Organisation Kontaktieren

Nachricht an NaturFreunde NRW senden:

Verknüpfungen

Teilen