NaturFreunde NRW

NaturFreunde NRW Die NaturFreunde NRW: Freizeitgestaltung und Umweltschutz für Alt und Jung Wir NaturFreunde sind nicht irgendwie eine weitere Umweltschutzorganisation.

Wir sind mehr. Denn wir setzen uns aktiv, wirksam und nachhaltig für eine sozial gerechtere Gesellschaft, in einer lebenswerten Umwelt ein - und dies seit mehr als 125 Jahren. Dabei verstehen wir unter Gesellschaft eben auch Umweltschutz, denn er ist sinnbildlich für Gelichheit u. Freiheit u. Selbstbestimmung. Mit unseren vielfältigen Angeboten richten wir uns an all die Menschen, die sich der Ver

antwortung für ihr Umfeld u. ihre Umwelt (wieder) bewusst werden wollen u. auch gemeinsam mit uns diese Verantwortung für sich u. künftige Generationen übernehmen werden. In über 50 Ortsgruppen bieten die NaturFreunde ein vielfältiges Programm an - aktive Freizeitgestaltung in der Natur, umwelt- und gesellschaftliches Engagement. Was uns antreibt, das ist das Streben nach einer gerechteren Lebensqualität. Und dabei denken wir global und handeln auch lokal und regional. Noch zu oft treffen wir hier auf Gleichgültigkeit und Egoismus. Zu viele Menschen denken nur an sich, glauben teilweise irgendwelchen kruden Thesen, bis hin zu Verschwörungen und denken "nach mir die Sintflut". Doch der Erfolg unserer Arbeit und unseres Engagements gibt uns recht: Tausende Mitglieder in NRW, 70000 Mitglieder in Deutschland und mehr als 350000 Menschen weltweit. Auf eine Formel gebracht: Mensch + Umfeld + Umwelt = NaturFreunde. Und allen Unterstützer*innen sagen wir "Danke, dass ihr uns helft eine naturfreundliche, menschenwürdige Zukunft zu gestalten." Wir NaturFreunde bewegen mehr - Jetzt gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft. Für uns alle. Berg frei! Mensch frei! nazifrei!

Wälder sind ein zentraler Bestandteil unseres Planeten. Nicht ohne Grund werden sie oft als „Lungen der Erde“ bezeichnet...
22/06/2026

Wälder sind ein zentraler Bestandteil unseres Planeten. Nicht ohne Grund werden sie oft als „Lungen der Erde“ bezeichnet. Sie nehmen große Mengen Kohlendioxid (CO₂) auf und geben gleichzeitig Sauerstoff (O₂) an die Atmosphäre ab. Damit tragen sie entscheidend zur Stabilisierung unseres Klimas bei.

Doch ihre Bedeutung geht weit darüber hinaus. Wälder reinigen und speichern (Süß-)Wasser, schützen Böden vor Erosion, regulieren das Wetter, bieten Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten und sind laut WWF für mehr als 1,6 Milliarden Menschen eine zentrale Lebensgrundlage.

Wenn Wälder verschwinden, gehen all diese Funktionen verloren. Der Erdsystemforscher Johan Rockström, der das Konzept der planetaren Belastungsgrenzen entwickelt hat, betont daher, dass mindestens 75 % der ursprünglichen Waldflächen erhalten bleiben müssen, um die Stabilität unseres Planeten zu sichern.

Doch ein Blick auf den aktuellen Planetaren Gesundheitscheck des Potsdam Institut für Klimafolgenforschung zeigt, wie kritisch die Lage bereits ist: Weltweit sind nur noch etwa 59 % der potenziellen Waldflächen erhalten – deutlich unterhalb dieser sicheren Grenze. Damit befinden sich die globalen Waldökosysteme bereits außerhalb des sicheren Handlungsraums, und alle großen Waldbiome haben ihre Belastungsgrenzen in unterschiedlichem Ausmaß überschritten.

Besonders herausragend sind die tropischen Regenwälder rund um den Äquator. Sie gehören zu den artenreichsten Ökosystemen der Erde und werden oft als „Biodiversity Hotspots“ bezeichnet. Nirgendwo sonst ist die Vielfalt an Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen so groß.

Der Amazonas-Regenwald spielt sogar eine Schlüsselrolle für das globale Klima. Seine Pflanzen binden enorme Mengen CO₂ und beeinflussen gleichzeitig den weltweiten Wasserkreislauf. Durch die tropisch-warmen Temperaturen verdunsten große Wassermengen, die zur Wolkenbildung und zu großflächigen Niederschlägen beitragen – nicht nur im Amazonasgebiet, sondern weit darüber hinaus.

Doch genau dieses empfindliche System gerät zunehmend aus dem Gleichgewicht. Vor allem die Umwandlung von Wald in landwirtschaftliche Flächen treibt die Abholzung voran – oft schleichend und über Jahre hinweg kaum sichtbar. Häufig beginnt die Zerstörung sogar mit illegalem Holzeinschlag, bevor die Flächen für Landwirtschaft oder Viehzucht genutzt werden.

Im Amazonasgebiet zeigt sich diese Entwicklung besonders drastisch: Zwischen 2001 und 2024 ist die Waldfläche erheblich geschrumpft. Immer weiter dringen menschliche Aktivitäten in zuvor unberührte Gebiete vor. Holzeinschlag und Brandrodungen zerstören nicht nur Bäume, sondern stören auch den empfindlichen Wasserkreislauf.

Die Folgen sind gravierend: Wenn zu viel Wald verloren geht, droht ein Kipppunkt. Der Amazonasregenwald ist darauf angewiesen, seinen eigenen Niederschlag zu recyceln, um stabil zu bleiben. Anhaltende Abholzung und steigende Temperaturen könnten jedoch bis zu 40 % der Region in eine savannenähnliche Landschaft verwandeln. Das geschädigte Bodengefüge könnte dann nicht mehr genügend Wasser speichern – eine Rückkehr zum ursprünglichen Regenwald wäre kaum möglich.

Diese Entwicklungen beschränken sich nicht nur auf Südamerika. Auch im Kongobecken und in Südostasien schreitet die Abholzung tropischer Wälder rapide voran. In Afrika und Südostasien ist die Ausweitung von Ackerflächen die Hauptursache für Waldverlust, während in Südamerika und Ozeanien die Viehzucht eine größere Rolle spielt.

Der Verlust von Wäldern bringt uns immer weiter aus dem sicheren Handlungsraum der planetaren Grenzen heraus, wodurch das Risiko für irreversible Veränderungen im Erdsystem erheblich steigt. Johan Rockström fordert deshalb ein vorausschauendes und international abgestimmtes Landmanagement, um die verbleibenden Waldflächen langfristig zu erhalten.
Sein Vorschlag zur Einhaltung dieser Grenze sieht vor, Ackerland auf die produktivsten Flächen zu konzentrieren. Gleichzeitig müssen Prozesse kontrolliert werden, die zum Verlust produktiver Böden führen – etwa Bodendegradation, der Verlust von Bewässerungswasser sowie die Konkurrenz durch andere Landnutzungen wie Stadtentwicklung oder die Produktion von Biokraftstoffen.
Auch nachfrageseitige Faktoren spielen dabei eine zentrale Rolle. Dazu zählen Ernährungsweisen, der Pro-Kopf-Nahrungsmittelverbrauch, die Bevölkerungsentwicklung sowie Verluste entlang der Lebensmittelversorgungskette. Ergänzend könnten landwirtschaftliche Systeme, die natürliche Prozesse stärker nachahmen (z. B. komplexe Agrarökosysteme), dazu beitragen, die Belastungsgrenze des Systems zu erweitern oder zumindest weniger stark zu überschreiten.

Der World Rainforest Day macht deutlich, wie eng die Zukunft der Menschheit mit dem Zustand der Wälder verknüpft ist. Regenwälder sind nicht nur außergewöhnlich artenreiche Ökosysteme, sondern zentrale Stabilitätsfaktoren des Erdsystems. Ihr Erhalt ist damit nicht nur eine ökologische Aufgabe, sondern eine Voraussetzung für langfristige Klimastabilität, Biodiversität und menschliche Sicherheit.

Du fragst dich, wie wir lokal zum Schutz des tropischen Regenwaldes beitragen können und welche Handlungsmöglichkeiten es hier in Deutschland gibt?
Im Projekt „Wissen.Wirken.Wandeln.“ kannst du diesen Fragen nachgehen, dich mit Ressourcenschutz (z.B. Verzicht auf Palmölprodukte, Biokraftstoffe, Fleisch oder Grillkohle aus Paraguay) auseinandersetzen und gemeinsam mit anderen eine Nachhaltigkeitsaktion entwickeln und umsetzen.

www.naturfreunde-nrw.de/wissenwirkenwandeln

Der Juni ist bunt. Regenbogenflaggen hängen vor Rathäusern, Unternehmen färben ihre Logos um, überall beginnt der Pride ...
08/06/2026

Der Juni ist bunt. Regenbogenflaggen hängen vor Rathäusern, Unternehmen färben ihre Logos um, überall beginnt der Pride Month. Queere Menschen sind sichtbarer als noch vor wenigen Jahren – in Medien, Politik, Kultur und Öffentlichkeit. Vieles wirkt heute offener, liberaler, akzeptierter. Gleichzeitig werden queere Menschen immer häufiger Zielscheibe rechter Hetze, politischer Stimmungsmache und gesellschaftlicher Feindbilder.

Wie konkret diese Bedrohung inzwischen geworden ist, zeigte sich 2025 auch in NRW, als der Christopher Street Day in Gelsenkirchen aufgrund einer Bedrohungslage abgesagt werden musste. Doch Gelsenkirchen blieb kein Einzelfall: Auch andere CSDs wurden abgesagt. Andernorts kam es zu rechtsextremen Gegenprotesten, Einschüchterungen oder Angriffen auf Veranstaltungen. Beinahe jeder zweite CSD in Deutschland wurde gestört oder angegriffen, durch Online-Hetze, Bedrohungen, Sachbeschädigungen oder organisierte rechtsextreme Mobilisierung.

Während also Vielfalt öffentlich gefeiert wird, wächst gleichzeitig der Druck auf jene, die sie leben. Pride ist deshalb auch 2026 nicht bloß Festival oder Marketingfläche, sondern weiterhin ein politischer Raum: ein sichtbarer Widerspruch gegen Ausgrenzung, gegen Angst und gegen jene Kräfte, die Menschen wieder zurück in Unsichtbarkeit drängen wollen.

Die zunehmenden Angriffe auf queeres Leben entstehen nicht zufällig. Sie sind Ausdruck eines gesellschaftlichen Klimas, das sich zunehmend nach noch weiter rechts verschiebt. Rechte Akteur*innen und insbesondere die AfD arbeiten seit Jahren gezielt daran, queere Menschen zum politischen Feindbild zu machen. Sie sprechen von „Genderwahn“, warnen vor angeblicher „Frühsexualisierung“ und diffamieren geschlechtliche Vielfalt immer wieder als ideologische Gefahr. Im Bundestagswahlprogramm 2025 bezeichnet die Partei geschlechtliche Selbstbestimmung als „Irrweg“, führende Parteimitglieder hetzen regelmäßig gegen trans Menschen oder stellen queere Sichtbarkeit grundsätzlich infrage.

Doch auch weit über die AfD hinaus werden rechte und queerfeindliche Narrative zunehmend gesellschaftsfähig. Immer wieder beteiligen sich Politiker*innen der sogenannten Bürgerlichen Mitte an Debatten gegen geschlechtergerechte Sprache, queere Bildungsarbeit oder Selbstbestimmungsgesetze. Queere Lebensrealitäten werden dabei häufig nicht als Teil gesellschaftlicher Vielfalt behandelt, sondern als Kulturkampfthema inszeniert. Dadurch verschiebt sich Stück für Stück der öffentliche Diskurs.

Diese Rhetorik bleibt nicht auf Parlamente oder Social Media beschränkt. Sie wirkt hinein in Schulen, Vereine und den Alltag. Bücher über queere Lebensrealitäten werden öffentlich skandalisiert, Drag-Lesungen für Kinder unter Polizeischutz gestellt, Lehrkräfte und pädagogische Einrichtungen wegen Vielfaltsthemen angefeindet. Laut Angaben im Bundestag haben sie sich seit 2010 verzehnfacht. Besonders trans Personen erleben dabei massive gesellschaftliche Ablehnung: Laut der Leipziger Autoritarismus-Studie zeigen 37 Prozent der Befragten eine geschlossene Ablehnung von Transgeschlechtlichkeit.

Wenn Minderheiten permanent als Bedrohung dargestellt werden, verschiebt sich auch gesellschaftlich das Sagbare. Aus Menschen werden Debattenobjekte. Aus Vielfalt wird angeblich Ideologie. Beleidigungen, Ausgrenzung und Gewalt entstehen nicht unabhängig von politischen Debatten, sie werden durch sie legitimiert und verstärkt.

Gerade darin zeigt sich der Widerspruch der Gegenwart: Queere Menschen sind sichtbarer geworden als je zuvor, während gleichzeitig Hass, Gewalt und politische Feindbilder wieder zunehmen.

Als NaturFreunde erleben wir Demokratiearbeit, Umweltbildung und queere Solidarität deshalb nicht als getrennte Themen. Denn eine offene Gesellschaft verteidigt sich nicht nur in Parlamenten, sondern überall dort, wo Menschen sichtbar sein, mitgestalten und ohne Angst teilhaben können.

Unsere Projekte „Wissen.Wirken.Wandeln.“ und „Wissen.Teilen.Gestalten.“ stehen genau dafür: für eine sozial-ökologische Transformation, die niemanden ausschließt. Wenn wir inklusive Umweltbildung organisieren, geht es nicht nur um Klima- oder Naturschutz. Es geht um die Frage, wer Zugang zu Wissen, Gemeinschaft und gesellschaftlicher Gestaltung erhält; und wer systematisch ausgeschlossen wird.

Und wenn wir mit „stabil & inklusiv“ im Demokratiezentrum Fritz Bohne in Gelsenkirchen Räume für Austausch, Beteiligung und Solidarität schaffen, dann ist das keine neutrale Bildungsarbeit. Es ist ein bewusster Gegenentwurf zu rechter Hetze, Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit. Denn dort, wo Vielfalt angegriffen wird, braucht Demokratie konkrete Orte, die Haltung zeigen.

Genau deshalb kann Pride für uns nicht bei Symbolen enden. Pride ist kein Marketingtrend und keine saisonale Imagekampagne. Regenbogenlogos kosten wenig. Haltung dagegen schon. Haltung zeigt sich dort, wo Menschen widersprechen, wenn gegen Minderheiten gehetzt wird. Dort, wo Räume offen bleiben, obwohl sie bedroht werden. Dort, wo Solidarität nicht endet, sobald Gegenwind entsteht.

Denn Pride bedeutet nicht nur Sichtbarkeit. Pride bedeutet, sich nicht zurückdrängen zu lassen. Nicht in Unsichtbarkeit. Nicht in Angst. Nicht in Schweigen.

Vielleicht entscheidet sich der Wert einer offenen Gesellschaft deshalb nicht daran, wie bunt sie sich im Juni präsentiert, sondern daran, wen sie schützt, wenn der Druck wächst. Ob sie zulässt, dass Menschen wieder zum Feindbild gemacht werden. Oder ob sie Räume verteidigt, in denen Vielfalt, Würde und Demokratie tatsächlich gelebt werden.

Korallenriffe gehören zu den wichtigsten Meeres-Ökosystemen unseres Planeten. Sie bieten unzähligen Arten einen geschütz...
01/06/2026

Korallenriffe gehören zu den wichtigsten Meeres-Ökosystemen unseres Planeten. Sie bieten unzähligen Arten einen geschützten Lebensraum und schützen zugleich Küsten vor starken Wellen.

Doch steigende Meerestemperaturen und die Ozeanversauerung setzen ihnen massiv zu. Immer häufiger kommt es zur Korallenbleiche: Die bunten Riffe verlieren ihre Farbe und sterben ab – zurück bleiben weiße Kalkskelette.

Doch wie funktioniert Ozeanversauerung genau?
Die Ozeane nehmen weltweit etwa ein Viertel des vom Menschen emittierten Kohlenstoffdioxids (CO₂) auf. Das bremst zwar die Erderwärmung, verändert jedoch die Chemie des Meerwassers.

Mehr CO₂ diffundiert aus der Atmosphäre ins Meerwasser und bildet dort Kohlensäure. Diese zerfällt in Hydrogencarbonat und Wasserstoffionen (Kationen).
Die zusätzlichen Wasserstoffionen machen das Meer saurer, das heißt der pH-Wert sinkt. Seit der vorindustriellen Zeit (vor ca. 170 Jahren) ist der pH-Wert des Oberflächenwassers der Ozeane um etwa 0,1 gesunken. Das klingt wenig, ist aber sehr viel. Diese Veränderung passiert heute mindestens 100-mal schneller als in den letzten 20 Millionen Jahren. Viele Meereslebewesen können sich an diese rasche Entwicklung kaum anpassen.

Gleichzeitig reagiert Hydrogencarbonat mit freien Karbonat-Ionen im Meerwasser. Diese werden jedoch für die Bildung von Kalziumkarbonat benötigt – einem entscheidenden Baustoff für Schalen und Skelette. Durch die geringere Verfügbarkeit dieser Karbonat-Ionen können viele Meereslebewesen ihre Kalkstrukturen schlechter aufbauen. Besonders betroffen sind Korallen, Muscheln, Seeigel und Seesterne, Krebse sowie kalkbildendes Phytoplankton. Ihre Schalen werden dünner, wachsen langsamer oder lösen sich im Extremfall sogar auf. Ganze Ökosysteme geraten dadurch aus dem Gleichgewicht.

Korallenriffe als zentrale Lebensräume sind besonders gefährdet – ebenso wie Ökosysteme in kalten Meeren. Dort schreitet die Ozeanversauerung besonders schnell voran, da kaltes Wasser mehr CO₂ aufnehmen kann. Für die dort lebenden, hoch spezialisierten Organismen stellt diese rasche Veränderung eine enorme Herausforderung dar. An den sinkenden pH-Wert können sie sich nicht schnell genug anpassen.

Laut dem aktuellen Planetaren Gesundheitscheck 2025 wurde die planetare Belastungsgrenze der Ozeanversauerung im Jahr 2025 erstmals überschritten. Das bedeutet, dass sich die Menschheit außerhalb des sicheren Handlungsspielraums bewegt und in einen Unsicherheitsbereich eintritt, in dem erste gravierende Veränderungen – wie etwa Artensterben – sehr wahrscheinlich werden.
Wenn die verschiedenen Arten von Meereslebewesen verschwinden, kann das gesamte Meeresökosystem destabilisiert werden. Die Folgen sind weniger Schutz- und Lebensräume durch das Korallensterben, instabile Nahrungsketten, rückläufige Fischpopulationen und letztlich knapper werdende Meeresressourcen für den Menschen.

Die Ozeanversauerung ist somit ein schleichender Prozess mit potenziell unumkehrbaren Folgen – und zugleich Teil eines global vernetzten Systems. Sie steht in engem Zusammenhang mit anderen Umweltproblemen.
Beispielsweise führt Entwaldung dazu, dass weniger CO₂ gespeichert wird. Dadurch gelangt mehr CO₂ in die Atmosphäre – und letztlich auch in die Ozeane.
Die planetaren Grenzen sind eng miteinander verknüpft: Wird eine überschritten, kann das andere Erdsystemprozesse destabilisieren.

Deshalb braucht es mehr Klimaschutz zur Reduktion von CO₂-Emissionen, ein nachhaltigeres Landnutzungsmanagement, weniger Umweltverschmutzung – etwa durch Plastik oder intensive Schifffahrt – sowie einen verantwortungsvolleren Umgang mit Meeresressourcen, beispielsweise durch nachhaltigen Fischfang.
Nur wenn wir innerhalb der planetaren Belastungsgrenzen bleiben, können wir die Vielfalt und Stabilität unseres Planeten langfristig sichern.

Du willst mehr über die planetaren Belastungsgrenzen unserer Erde erfahren? Dann engagiere dich mit deiner Ortsgruppe im Umweltbildungsprojekt “Wissen.Wirken.Wandeln.” der NaturFreunde NRW. 💚

www.naturfreunde-nrw.de/wissenwirkenwandeln

Am 22. Mai, dem Tag der Artenvielfalt, rückt ein Thema in den Fokus, das oft abstrakt wirkt, aber konkrete Folgen hat: d...
22/05/2026

Am 22. Mai, dem Tag der Artenvielfalt, rückt ein Thema in den Fokus, das oft abstrakt wirkt, aber konkrete Folgen hat: das weltweite Artensterben. Ein besonders anschauliches Beispiel dafür ist der Europäische Feldhamster.

Der Europäische Feldhamster (Cricetus cricetus) ist in Deutschland stark vom Aussterben bedroht. Laut Forscher*innen könnte die Art bis 2038 vollständig ausgestorben sein. Einst war er ein typischer Bewohner landwirtschaftlicher Flächen, heute ist er vielerorts verschwunden.

Der Feldhamster lebt am Boden und gräbt seine Wohnkammern und unterirdischen Gänge bevorzugt in Löss- oder Lehmböden. Dort legt er auch seine Vorräte für den Winter an. Diese Lebensweise macht ihn besonders anfällig für Veränderungen in der Landwirtschaft.

Heute hat es der Feldhamster sehr schwer. Moderne landwirtschaftliche Praktiken setzen ihm massiv zu. Große Maschinen zerstören seine Baue, während Dünger und Pestizide die Vielfalt an Pflanzen und Insekten reduzieren. Monokulturen verdrängen Wildkräuter, die ihm als Nahrung dienen. Gleichzeitig werden Lebensräume durch Straßen und Bebauung zerschnitten. Auch Lichtverschmutzung und steigende Oberflächentemperaturen verschlechtern seine Lebensbedingungen zusätzlich.
Die Folgen sind deutlich: Der Feldhamster findet immer weniger Nahrung, geeignete Böden werden rar, und es wird zunehmend schwieriger, eine*n Partner*in zu finden. Zudem sinkt seine Lebenserwartung. Dieses Beispiel zeigt eindrücklich, wie stark menschliches Handeln die Biosphäre verändert und wie Tiere dadurch ihren Lebensraum verlieren.

Doch der Feldhamster ist kein Einzelfall. Sein Schicksal steht stellvertretend für eine umfassendere Entwicklung: den Verlust der Artenvielfalt und die Schwächung ganzer Ökosysteme.

Ökosysteme sind die Grundlage unseres Lebens. Doch der Zustand dieser Systeme ist zunehmend kritisch. Der aktuelle Planetare Gesundheitscheck 2025 zeigt, dass viele Ökosysteme bereits stark geschädigt sind. Wenn diese Entwicklung anhält, gefährden wir direkt unsere eigene Lebensgrundlage.

Das Artensterben verschärft diese Krise zusätzlich, denn Arten sind entscheidend für die Funktionsfähigkeit der Natur. Einige tragen z.B. zur Speicherung von CO₂ bei und sorgen für sauberes Wasser, andere sichern die Bestäubung von Nutzpflanzen und liefern Nahrung.

Doch derzeit sterben Arten etwa zehnmal schneller aus als unter natürlichen Bedingungen. Über eine Million Arten gelten als bedroht. Viele Wissenschaftler*innen sprechen deshalb vom sechsten Massenaussterben der Erdgeschichte. Mit jeder verlorenen Art wird das Erdsystem instabiler und anfälliger für Störungen.
Die fortschreitende Abnahme der Artenvielfalt hat weitreichende Folgen. Die Biosphäre verliert an Widerstandskraft und ihre Fähigkeit, sich an Veränderungen anzupassen. Gleichzeitig wird es für sie immer schwieriger, andere Umweltprobleme auszugleichen.

Besonders problematisch ist, dass wir oft nicht genau wissen, welche Arten eine Schlüsselrolle spielen. Wenn solche Schlüsselarten verschwinden, können ganze Ökosysteme zusammenbrechen.

Bereits heute befindet sich der Verlust der Artenvielfalt im orangen bis dunkelroten Risikobereich. Damit ist eine zentrale planetare Belastungsgrenze überschritten. Das Artenaussterben bringt uns in eine Zone hoher Unsicherheit – mit potenziell gravierenden Folgen für die Stabilität unseres Planeten.

Der Feldhamster macht diese abstrakte Entwicklung greifbar. Sein drohendes Verschwinden ist ein Warnsignal. Es zeigt, dass der Verlust der Artenvielfalt kein fernes Problem ist, sondern bereits heute stattfindet – und dass dringender Handlungsbedarf besteht.

Die NaturFreunde NRW setzen sich seit jeher für Natur- und Umweltschutz ein. In zahlreichen Projekten wie “WasserWege”, “ProInsekt”, “LebensRäume” oder “NahTour” setzten wir uns in den letzten Jahren für den Erhalt einer sozial-gerechten, lebensfreundlichen Umwelt ein. Auch mit den neuen Projekten „Wissen.Teilen.Gestalten.“ und „Wissen.Wirken.Wandeln.“ wollen wir wieder aktiv Naturschutz und Umwelt-bildungsarbeit hier in NRW leisten, um eine gute Zukunft im Einklang mit der Natur zu gestalten.

Wenn die gesamte Menschheit so leben würde wie die Deutschen, …… wären die natürlichen Ressourcen der Erde nach 129 Tage...
10/05/2026

Wenn die gesamte Menschheit so leben würde wie die Deutschen, …
… wären die natürlichen Ressourcen der Erde nach 129 Tagen, also heute am 10. Mai 2026, bereits aufgebraucht.

Der Erdüberlastungstag (engl. Earth Overshoot Day) ist ein statistisches Rechenmodell des Global Footprint Network. Es verdeutlicht, wie stark wir die Natur übernutzen, indem es die Biokapazität der Erde – also die Fähigkeit der Natur, Ressourcen zu erzeugen und Abfälle abzubauen – mit dem ökologischen Fußabdruck der Menschheit vergleicht.

Um den Verbrauch von Ressourcen messbar zu machen, wird die Einheit des globalen Hektars (gha) verwendet. Sie gibt an, wie viel biologisch produktive Fläche notwendig ist, um unseren Lebensstil zu ermöglichen. Dabei wird berücksichtigt, dass Böden unterschiedlich fruchtbar sind (ein Hektar Wüste ist nicht mit einem Hektar Regenwald vergleichbar).

Der ökologische Fußabdruck umfasst jedoch weit mehr als nur den Verbrauch von Rohstoffen wie Wasser, Holz oder Nahrung. Auch Müll, Emissionen und insbesondere CO₂ werden einbezogen. Ein zentraler Faktor ist beispielsweise die Waldfläche, die benötigt wird, um den von uns verursachten CO₂-Ausstoß zu binden. Dieser Posten macht den größten Anteil unseres ökologischen Defizits aus.

Die Berechnung des Erdüberlastungstags erfolgt nach folgender Formel:
Tage bis zum Overshoot Day = 365 × Biokapazität (gha) / ökologischer Fußabdruck (gha)

Mit einem durchschnittlichen Fußabdruck von 4,6 globalen Hektar pro Person (nachlesbar auf der Footprint Data Platform: www.data.footprintnetwork.org) würde die Menschheit 2,8 Erden benötigen, wenn alle so leben würden wie wir hier in Deutschland.

Diese Problematik ist nicht neu. Schon seit den frühen 1970er-Jahren verbrauchen wir weltweit jedes Jahr mehr Ressourcen, als die Erde im gleichen Zeitraum regenerieren kann. Besonders kritisch ist die aktuelle Entwicklung, denn der deutsche Erdüberlastungstag hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 8 Tage nach vorne verschoben. Das zeigt deutlich, dass Deutschland beim Ressourcenverbrauch weiterhin über seine Verhältnisse lebt und nachhaltigere Lebensweisen dringend notwendig sind.

In vielen anderen Ländern fällt der Erdüberlastungstag sogar noch früher. Dazu zählen unter anderem Katar, die Mongolei, Kanada, die Arabischen Emirate, die USA, Australien, Russland und einige EU-Länder. Würden alle Menschen so leben wie in diesen Ländern, wären die natürlichen Ressourcen der Erde noch schneller erschöpft.
Die Folgen dieses hohen Ressourcenverbrauchs zeigen sich deutlich in den planetaren Grenzen, insbesondere bei der Unversehrtheit der Biosphäre, dem Klima-wandel und den Landnutzungsänderungen. Durch Abholzung für Landwirtschaft, Überfischung, steigende Treibhausgasemissionen, Umweltverschmutzung und intensive Monokulturen werden Ökosysteme weltweit geschwächt und Lebensräume zerstört.

Unser Lebensstil verbraucht also nicht nur zu viele Ressourcen, sondern destabilisiert gleichzeitig die natürlichen Erdsystemprozesse, die diese Ressourcen überhaupt bereitstellen. Ohne gesunde Erdsysteme begeben wir uns in eine unsichere bis stark risikoreiche Zukunft, in der die Umweltfolgen immer schwerer vorhersehbar werden.

Deshalb braucht es ein grundlegendes Umdenken in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Eine sozial-ökologische Transformation ist notwendig, um unseren Ressourcenverbrauch zu reduzieren und gleichzeitig Lebensqualität sowie globale Gerechtigkeit zu sichern. Nur wenn wir nachhaltiger handeln und umweltfreundliche Lösungen fördern, können wir langfristig innerhalb der planetaren Grenzen leben.
Wer sich fragt, wie das konkret im Alltag gelingen kann, ist herzlich eingeladen, sich aktiv am Projekt „Wissen.Wirken.Wandeln.“ des Landesverbands der NaturFreunde NRW zu beteiligen.

Aktuell werden noch NaturFreunde-Ortsgruppen und Initiativen gesucht, die Lust haben, vor Ort im Rahmen der planetaren Grenzen ein Umwelt- und Nachhaltigkeitsangebot umzusetzen. Unsere Projektreferentin Adriana unterstützt und begleitet euren Entwicklungsprozess.

Lasst uns gemeinsam auf lokaler Ebene wissen, wirken und wandeln.

Mehr Infos: www.naturfreunde-nrw.de/wissenwirkenwandeln

Der 8. Mai markiert das Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und gilt als Tag der Befreiung vom Faschismus....
08/05/2026

Der 8. Mai markiert das Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und gilt als Tag der Befreiung vom Faschismus. Doch auch wenn das Regime besiegt wurde, hat das Gedankengut weitergelebt. 81 Jahre später stellt sich erneut die Frage:
Wie befreit sind wir wirklich?

Die AFD baut ihren Einfluss weiter aus, während rechte Parolen längst in Teilen des gesellschaftlichen Mainstreams angekommen sind. Zunehmend greifen auch etablierte Politiker*innen solche Narrative auf, um gezielt am rechten Rand nach Wähler*innenstimmen zu fischen. Gleichzeitig steigen antisemitische Angriffe in Deutschland drastisch an. Jede diskriminierende Aussage und Tat trägt zu einem Klima bei, in dem Ausgrenzung und Hass normalisiert werden.

Parallel verschärft sich die sicherheitspolitische Debatte: Aufrüstung wird angesichts globaler Konflikte wieder als notwendig angesehen und auch die Wiedereinführung der Wehrpflicht wird diskutiert. Der Krieg in der Ukraine dauert weiter an und weltweit wird ein Höchststand an bewaffneten Konflikten seit dem Ende des zweiten Weltkriegs vermerkt. Zwar setzt die Bundeswehr zunächst auf eine scheinbare Freiwilligkeit, macht jedoch deutlich, dass bei zu wenigen Bewerber*innen eine Wehrpflicht wieder eingeführt werden könnte.
Gerade unter jungen Menschen wächst der Widerstand, aus Sorge vor Zwangsdienst und aus einem zunehmenden Gefühl von Unsicherheit.

Diese Unsicherheit wird auch durch politische Erzählungen geprägt, die gezielt Ängste schüren und Feindbilder aufbauen. Jeder Krieg beginnt mit vereinfachten und einseitigen Darstellungen.
Wenn Politiker*innen gezielt einzelnen Gruppen die Schuld an gesellschaftlichen Problemen zuschieben, ist das nicht nur eine Lüge, sondern eine auch eine bewusste Strategie. Wer lügt, lenkt von sich selbst ab. Wer lügt, erzählt eine Geschichte, die als Realität akzeptiert werden soll, obwohl sie es nicht ist. So wird versucht, Gesellschaft nach eigenem Interesse zu formen, statt sich der Wirklichkeit zu stellen.

Die Realität anzuerkennen und zu verändern ist anstrengend, doch genau darin liegt politische Verantwortung.

„Zu sagen, was ist, bleibt die revolutionärste Tat“
(Rosa Luxemburg).

Es sind diejenigen, die hinschauen, Widerspruch aushalten und Missstände benennen, die Veränderung möglich machen.

Solange Macht genutzt wird, um zu täuschen, anstatt aufzuklären, bleiben die Gefahren bestehen: Lügen können den Boden bereiten für Ausgrenzung, Gewalt und letztlich auch Krieg.

Sind es also die jungen Menschen, die belogen werden, um für Land und Lügen zu sterben? Oder belügen wir uns als Gesellschaft selbst, wenn wir glauben, die Gewalt von vor über 80 Jahren hinter uns gelassen zu haben? Täuschen wir uns darüber hinweg, dass ähnliche Rhetorik wie vor 90 Jahren erneut Ängste schürt und globale Aufrüstung provoziert?

Den Kriegsdienst zu verweigern ist ein Grundrecht. Und Krieg bleibt Unrecht. „Nie wieder!“ ist keine Erinnerung, sondern eine Verpflichtung und Frieden kein ferner Traum, sondern eine Aufgabe, die wir weiterverfolgen müssen!

Barrieren sind für viele Menschen mit Behinderung noch immer Teil ihres alltäglichen Lebens.Barrieren, die ihnen von uns...
05/05/2026

Barrieren sind für viele Menschen mit Behinderung noch immer Teil ihres alltäglichen Lebens.
Barrieren, die ihnen von uns als Gesellschaft in den Weg gestellt werden. Seien es komplizierte Sprache, fehlende Aufzüge oder schlechte Nahverkehrsanbindungen, diese Barrieren sind vielfältig, für Nicht-Betroffene häufig unsichtbar und schaffen weiterhin ein Ungleichgewicht in der gesellschaftlichen Teilhabe.

Seit 1992 macht der Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung auf genau diese Ungleichheiten aufmerksam und fordert dahingehend einen gesellschaftlichen Wandel.

Eine aktuelle online Umfrage der Aktion Mensch zeigt: 61 % der befragten Menschen mit Behinderung sind zwar zufrieden mit ihrem Leben, aber nur 37 % blicken optimistisch auf das Jahr 2026.
Viele sorgen sich um Themen wie Gesundheit, Pflege und soziale Sicherheit.

Diese Sorgen sind nicht unbegründet: Die Lage auf dem Arbeitsmarkt verschlechtert sich weiter, und bereits 2024 war die Arbeitslosenquote von Menschen mit Behinderung etwa doppelt so hoch wie die von Menschen ohne Behinderung.
Auch hier werden bestehende Barrieren deutlich sichtbar.

Dabei gibt es mit der UN-Behindertenrechtskonvention bereits seit 2009 in Deutschland eine klare Grundlage für Inklusion.

Dennoch wurde Deutschland zuletzt 2023 vom UN Ausschuss für die mangelnde Umsetzung kritisiert, zum Beispiel bei den Bereichen der Barrierefreiheit, Gesundheitsversorgung sowie auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt.

Aktuelle Sparpläne verstärken die Sorgen: Kürzungen bei Integrationshilfen und Schulassistenzen könnten individuelle Unterstützung für Kinder mit Behinderung einschränken und ihre Teilhabe im Schulalltag verschlechtern.

Vom 2. bis 10. Mai finden bundesweit Aktionen statt.

Informiert euch, was in eurer Stadt passiert und werdet aktiv.

Barrieren sind menschengemacht, also können wir sie auch gemeinsam abbauen!

Hier ein paar Eindrücke vom NaturFreunde NRW Landestreffen am 02. Mai 2026 in Wuppertal Cronenberg!Dieses Jahr haben die...
04/05/2026

Hier ein paar Eindrücke vom NaturFreunde NRW Landestreffen am 02. Mai 2026 in Wuppertal Cronenberg!

Dieses Jahr haben die NaturFreund*innen der Ortsgruppe Wuppertal-Cronenberg zu sich eingeladen! Bei sonnigem Wetter haben NaturFreund*innen aus ganz NRW einen herrlich sonnigen Tag auf dem Gelände des Naturfreundehauses am Hülsberg verbracht. Das Haus ist wunderschön in der Natur gelegen, gut gepflegt und hat einen sehr einladenen Hinterhof, wo verschiedenen Ecken gemütliche Aufenthaltsorte bieten. 🌿

Die angebotene Wanderung führte vom Naturfreundehaus durchs Grüne zum Manuelskotten, einem industriegeschichtliches Denkmal, und dann weiter zum Bergische Museumsbahnen e.V., wo alte Bergische Straßenbahnen besichtigt wurden. Mit dem Museumsbus ging es zurück zum Naturfreundehaus, wo bei sommerlichem Wetter geschmaust und gefeiert wurde.
Die Kinder wurden ganztags betreut und durften Badesalze herstellen, Stoffbeutel bemalen und Stockmenschchen basteln. So gab es für Klein und Groß ein tolles Programm!

Das hauptamtliche Team des Landesverbandes war mit einem Infostand vertreten, wo es Infos zu den neuen Projekten, sowie NaturFreunde-Merchandise und Sticker gab.

Der Landesverband sagt von Herzen "Dankeschön!" für die tolle Zeit im Naturidyll der NaturFreunde Cronenberg!

Wir NaturFreund*innen sind Kinder der Arbeiter*innenbewegung. Dieser Tag hat für uns also eine ganz besondere Bedeutung....
01/05/2026

Wir NaturFreund*innen sind Kinder der Arbeiter*innenbewegung. Dieser Tag hat für uns also eine ganz besondere Bedeutung. Und hier einmal festgehalten: Grundsätzlich ist für uns Arbeit nicht nur das Mittel zur Erwirtschaftung von Lohn, sondern neben der Lohnarbeit immer auch Sorgearbeit und ehrenamtliches Engagement - Arbeit, die geleistet wird, ohne die Anerkennung und Absicherung, die sie verdient.

Manche mögen sich fragen, ob Arbeitskampf heute 2026 denn überhaupt noch wichtig ist – wir sagen klar: ja!

Und manche haben 2026 wahrscheinlich gar nicht das Gefühl, dass Arbeitskampf für sie von Bedeutung ist. Doch eines muss auch klar gesagt sein: Die Errungenschaften der Arbeiter*innenbewegung gelten für alle Lohnabhängigen – ob sie es als Teil ihres Alltags wahrnehmen oder nicht.

Gerade deshalb ist Solidarität entscheidend – untereinander und mit all denjenigen, die in der Sorgearbeit und im Ehrenamt aktiv sind und viel zu oft unsichtbar bleiben. Denn wir sehen: Für viele wird das Leben schwieriger, während unser Einfluss auf die Bedingungen unserer Arbeit und unseres Alltags immer weiter abnimmt.

In Deutschland leisten Beschäftigte jedes Jahr rund 1,2 Milliarden Überstunden. Mehr als die Hälfte davon bleibt unbezahlt. Gleichzeitig engagieren sich etwa 30 Millionen Menschen ehrenamtlich und leisten zusammen geschätzt drei bis vier Milliarden Stunden im Jahr.

Trotzdem hören wir immer wieder politische Stimmen aus der Merzweghalle, die behaupten, eine Stunde mehr Arbeit pro Woche sei doch „kein Problem“, Teilzeitarbeit sei ein Lifestyle, Arbeitswochenstunden gehörten angehoben, genauso wie das Rentenalter, weil „wir“ zu wenig „leisten“ würden. Auch Arbeitgeber*innenvertreter*innen hauen raus, dass Arbeitnehmende eher faul sein und mehr und mehr und mehr leisten sollten – für uns alle, nicht fürs Kapital – ist klar… Achso und Rente, für die wir zwar alle einzahlen, kann in Zukunft nur noch „wenn überhaupt“ als Grundversorgung existieren und „wenn man schon 100 Jahre alt wird, dann darf man nicht mit 60 in Rente gehen“ – keine Ahnung in welcher Welt diese Menschen leben, aber eindeutig nicht in der, in der die Bevölkerung sich befindet.

Diese Menschen, die sowas äußern haben wirklich gar keine Ahnung von den Lebensrealitäten der meisten. Das ist klar. Dass die Diskussion natürlich vor allem nach unten tritt auch. Sie aber negiert auch, dass viele schon jetzt jenseits ihrer Belastungsgrenze arbeiten, dass viele kostenfreie Sorgearbeit leisten oder sich zusätzlich ehrenamtlich engagieren.

Da stellt sich die Frage, wenn Menschen also noch mehr Lohnarbeit leisten müssten und - wir wissen ja, dass es dann so wäre - auch noch mehr Überstunden hätten: Würde der Staat dann beispielsweise die ca. 50 Milliarden Euro (gerechnet mit Mindestlohn) jährlich zahlen, die für all die Tätigkeiten anfallen, die bisher ehrenamtlich geleistet werden und ohne die unsere Gesellschaft schlicht nicht funktionieren würde? Denn Zeit hätte dann ja schließlich niemand mehr dafür. Oder würde der Staat dann dafür sorgen, dass Sorgearbeit gerechter verteilt wird und leistbar wird? Oder aber würde der Staat dann dafür sorgen, dass das Soziale im Sozialstaat noch kleiner geschrieben wird als eh schon?

Wir alle wissen, es wird natürlich nicht zu wenig gearbeitet und das System, in dem wir leben, macht auch krank. Doch nicht mal mehr kranksein dürfen Arbeitnehmende. Denn dem Kanzler sind die Arbeitenden zu oft krank. Statt die wachsende Belastung und die Arbeitsbedingungen in den Blick zu nehmen, wird die Verantwortung bei den Einzelnen gesucht. Und wer mag, kann hier mal die Krankheitszeiten des Kanzleramts googlen. Das ist kein gegeneinander ausspielen, sondern nur ein Hinweis darauf, wie zynisch es ist der Bevölkerung Faulheit zu attestieren, aber selbst für Arbeitsbedingungen zu sorgen, die überdurchschnittlich krank machen.

Aber nicht nur weniger krank, mehr lohnarbeitend und viel später in die Rente gehend sollen Arbeitnehmende sein – auch die Belastungen des Systems sollen sie möglichst gänzlich tragen. Steigende Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, wachsende Abgaben und gleichzeitig immer höhere Preise für Mieten, Energie und Lebensmittel. Das bedeutet ganz konkret: weniger Netto vom Brutto. Aber höhere Löhne sind auch nicht möglich – ihr wisst schon, die arme Wirtschaft. Und gleichzeitig wird auch noch darüber diskutiert, Leistungen wie die Unterstützung bei Pflegegrad 1 einzuschränken oder einfach ganz abzuschaffen – also genau dort zu kürzen, wo Menschen auf Unterstützung angewiesen sind. Die Folge: Noch mehr Verantwortung wird auf Angehörige abgewälzt, noch mehr unbezahlte Arbeit, noch mehr Belastung im Alltag.

Und während das passiert, wird von Entlastung gesprochen – etwa durch die viel angekündigten 1.000 Euro. Doch auch hier zeigt sich: Das ist keine staatliche Leistung, sondern eine freiwillige Zahlung der Arbeitgeber*innen, die erst erwirtschaftet werden muss. Viele werden sie also gar nicht bekommen – wie auch?

Dabei gäbe es doch Alternativen für all diese Belastungen, die gar keinen Raubbau an der Arbeitskraft der Bevölkerung betreiben müssten: Während die Mehrheit von ihrem Einkommen lebt und darauf Steuern und Beiträge zahlt, bleibt großer Reichtum oft weitgehend unangetastet. Superreiche leben nicht von Lohnarbeit, sondern von Vermögen – und dieses Vermögen ist nicht einfach vom Himmel gefallen. Es ist aus der Arbeit vieler entstanden. Wir haben diesen Reichtum erarbeitet – und trotzdem sollen wir immer weiter die Lasten tragen.

Die reichsten 1 % besitzen etwa ein Drittel des gesamten privaten Vermögens in Deutschland, während die ärmere Hälfte auf weniger als 2 % kommt. Gleichzeitig zahlen die Reichsten prozentual deutlich weniger Steuern als der Rest der Gesellschaft. Die Folge: Dem Staat entgehen jedes Jahr Milliarden, die für Bildung, Pflege, Infrastruktur und Klimaschutz dringend gebraucht würden.

Wir brauchen echte Umverteilung. Wir brauchen die Besteuerung großer Vermögen. Und wir brauchen eine Politik, die sich an den verschiedenen Lebensrealitäten der Mehrheit orientiert – nicht an den Interessen der Reichsten.

Denn eines ist klar: Wenn wir den Reichtum gemeinsam erarbeiten, dann werden wir auch gemeinsam dafür kämpfen, dass er gerecht verteilt wird.

Das war der Anspruch der Arbeiter*innenbewegung – und das ist er auch heute noch.

Solidarität ist keine Floskel, sondern unsere stärkste Antwort.

Deshalb gehen wir am 1. Mai auf die Straße – und deshalb hören wir danach auch nicht auf.







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