NaturFreunde NRW

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NaturFreunde NRW Die NaturFreunde NRW: Freizeitgestaltung und Umweltschutz für Alt und Jung Wir NaturFreunde sind nicht irgendwie eine weitere Umweltschutzorganisation.

Wir sind mehr. Denn wir setzen uns aktiv, wirksam und nachhaltig für eine sozial gerechtere Gesellschaft, in einer lebenswerten Umwelt ein - und dies seit mehr als 125 Jahren. Dabei verstehen wir unter Gesellschaft eben auch Umweltschutz, denn er ist sinnbildlich für Gelichheit u. Freiheit u. Selbstbestimmung. Mit unseren vielfältigen Angeboten richten wir uns an all die Menschen, die sich der Verantwortung für ihr Umfeld u. ihre Umwelt (wieder) bewusst werden wollen u. auch gemeinsam mit uns diese Verantwortung für sich u. künftige Generationen übernehmen werden. In über 50 Ortsgruppen bieten die NaturFreunde ein vielfältiges Programm an - aktive Freizeitgestaltung in der Natur, umwelt- und gesellschaftliches Engagement. Was uns antreibt, das ist das Streben nach einer gerechteren Lebensqualität. Und dabei denken wir global und handeln auch lokal und regional. Noch zu oft treffen wir hier auf Gleichgültigkeit und Egoismus. Zu viele Menschen denken nur an sich, glauben teilweise irgendwelchen kruden Thesen, bis hin zu Verschwörungen und denken "nach mir die Sintflut". Doch der Erfolg unserer Arbeit und unseres Engagements gibt uns recht: Tausende Mitglieder in NRW, 70000 Mitglieder in Deutschland und mehr als 350000 Menschen weltweit. Auf eine Formel gebracht: Mensch + Umfeld + Umwelt = NaturFreunde. Und allen Unterstützer*innen sagen wir "Danke, dass ihr uns helft eine naturfreundliche, menschenwürdige Zukunft zu gestalten." Wir NaturFreunde bewegen mehr - Jetzt gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft. Für uns alle. Berg frei! Mensch frei! nazifrei!

DDT, PFAS, Quecksilber, ... wir steigen ein in die Welt der Chemikalien. Eigentlich macht der World Cleanup Day jedes Ja...
20/09/2026

DDT, PFAS, Quecksilber, ... wir steigen ein in die Welt der Chemikalien. Eigentlich macht der World Cleanup Day jedes Jahr die Vermüllung unseres Planeten sichtbar. Menschen auf der ganzen Welt sammeln an diesem Aktionstag Müll und entfernen Plastik aus Flüssen, Wäldern und Gewässern.

Doch wir wollen heute auf die “unsichtbare” Verschmutzung unseres Planeten aufmerksam machen. Denn viele Schadstoffe sind mit bloßem Auge gar nicht in der Umwelt erkennbar, können sich aber über Jahre oder Jahrzehnte in der Luft, im Wasser und im Boden anreichern.

Im Alltag, in der Landwirtschaft und Industrie werden immer mehr menschengemachte Chemikalien eingesetzt, die früher oder später in die Umwelt gelangen.

Heute gibt es weltweit über 350.000 verschiedene künstlich hergestellte Chemikalien auf den Märkten. Dazu gehören beispielsweise: Kunststoffe, Pflanzenschutzmittel, PFAS, Kosmetikprodukte, Arzneimittel & Hormonpräparate

Scheringer & Schulz (2025) haben im Annual Review of Environment and Resources den aktuellen Zustand der globalen chemischen Verschmutzung untersucht und unterscheiden zwischen zwei Kategorien an Chemikalien: absichtlich auf die Biologie wirkende und nicht absichtlich wirkende Chemikalien.

🧪Chemikalien, die absichtlich stark wirken

Viele Chemikalien werden bewusst so entwickelt, dass sie eine starke biologische Wirkung haben. Dazu gehören z.B. Pflanzenschutzmittel und Desinfektions-mittel. Sie sollen gezielt Organismen oder bestimmte biologische Prozesse beeinflussen. Oder auch unerwünschte Organismen gezielt abtöten. Werden solche Stoffe eingesetzt, gelangen sie häufig auch in die Umwelt.

Andere Chemikalien sollen im menschlichen oder tierischen Körper eine bestimmte Wirkung erzielen, wie z.B. Medikamente, Hormonpräparate oder bestimmte Wirkstoffe in Kosmetikprodukten. Solche Stoffe können z.B. über behandeltes Abwasser oder aus der Tierhaltung in die Umwelt gelangen. Dort können sie mit biologischen Systemen von Menschen, Tieren und anderen Organismen wechselwirken.
Nicht jeder dieser Stoffe ist automatisch gefährlich. Entscheidend sind Eigenschaften, Menge, Konzentration und Dauer der Umweltbelastung.

🧪Chemikalien, die nicht absichtlich wirken sollen

Industriechemikalien werden für technische Zwecke entwickelt. Sie machen Materialien z.B. wasser- oder schmutzabweisend, feuerfest, isolierend, kühlend, verändern die Eigenschaften von Kunststoffen oder sollen bei der Reinigung helfen. Trotzdem können manche dieser Stoffe auf Lebewesen einwirken, besonders wenn sie langlebig sind oder sich in Böden und Gewässern anreichern. Diese Stoffe werden als “industrielle Altlasten” bezeichnet, die von Wasser- und Bodenschutzbehörden untersucht und überwacht werden.

🧪Zu viele Chemikalien - zu hohe Risiken

Die große Zahl künstlich hergestellter Stoffe stellt die Gesellschaft vor eine schwierige Aufgabe. Viele Chemikalien sind kaum untersucht. Es fehlen umfassende Informationen über ihre Umweltwirkungen und mögliche Langzeitfolgen.
Außerdem kann das Regulierungssystem, wie hier in Europa z.B. die REACH-Verordnung, mit der Entwicklung und Verwendung neuartiger Stoffe nur schwer Schritt halten. Problematisch ist auch die “regrettable substitution”, also der Ersatz eines gefährlichen oder verbotenen Stoffes durch eine ähnliche Chemikalie mit möglicherweise vergleichbaren Risiken. Ein Beispiel ist der Ersatz von FCKW durch HFKW. HFKW schädigen zwar die Ozonschicht kaum, können aber eine sehr starke Treibhauswirkung haben.

Im Planetary Health Check 2025 des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung wird die planetare Grenze für „Novel Entities“ – also neuartige Stoffe, Genmodifikationen und andere vom Menschen in die Umwelt eingebrachte Substanzen – als überschritten bewertet.

Klar ist: Ökosysteme können geschädigt, Arten beeinflusst und langfristig wichtige Funktionen der Natur verändert werden.

🧪Können wir was gegen chemische Verschmutzung tun?

Wir können zwar nicht im großen Stil verhindern, dass Chemikalien in die Natur gelangen, aber wir können unseren eigenen Beitrag verringern, indem wir bewusster konsumieren, Produkte länger nutzen, unnötige Chemikalien vermeiden und Abfälle wie Medikamente, Farben oder Batterien richtig entsorgen.

Genau hier setzt unser Umweltprojekt an. Wir wollen Menschen motivieren, im Alltag nachhaltiger zu handeln und etwas gegen die chemische Verschmutzung zu tun. Komm zur nächsten Tauschbar am 5.11. 2026 ins Naturfreundehaus Fritz Bohne in Gelsen-kirchen! Statt neue Kleidung zu kaufen, tauschen wir und verringern dadurch die Umweltbelastungen durch die Fast-Fashion-Industrie.

Neugierig aufs Projekt? Hier gibt es weitere Infos:
www.naturfreunde-nrw.de/wissenwirkenwandeln

Die Ozonschicht befindet sich in der Stratosphäre, einer hohen Schicht der Atmosphäre. Dort gibt es stratosphärisches Oz...
16/09/2026

Die Ozonschicht befindet sich in der Stratosphäre, einer hohen Schicht der Atmosphäre. Dort gibt es stratosphärisches Ozon. Ozon besteht aus drei Sauerstoffatomen und hat die chemische Formel O₃.

Die Ozonschicht ist sehr wichtig für das Leben auf der Erde. Sie filtert einen großen Teil der schädlichen ultravioletten Strahlung (UV-Strahlung) der Sonne. Ohne diese Schutzschicht würde deutlich mehr UV-Strahlung die Erdoberfläche erreichen. Durch vom Menschen hergestellte Chemikalien gelangen ozonabbauende Stoffe in die Atmosphäre. Ein bekanntes Beispiel sind Fluorchlorkohlenwasserstoffe, kurz FCKW. Sie können Ozonmoleküle zerstören und dadurch die Ozonschicht dünner machen.

Eine dünnere Ozonschicht lässt mehr schädliche UV-Strahlung zur Erde durch. Diese Strahlung kann die DNA schädigen und unter anderem Hautkrebs verursachen. Außerdem kann sie Sonnenbrand, vorzeitige Hautalterung, Augenschäden und eine Schwächung des Immunsystems auslösen. Auch andere Lebewesen sind durch zu viel UV-Strahlung gefährdet.

In den 1980er Jahren entdeckten Wissenschaftler*innen ein besonders großes Ozonloch über der Antarktis. Es entstand vor allem durch vom Menschen
verursachte Stoffe wie FCKW sowie durch Chlor und Brom. Die Staaten der Welt erkannten die Gefahr für Menschen und Umwelt. Deshalb unterzeichneten viele Länder 1987 das Montreal-Protokoll. Dieses internationale Abkommen schränkte die Verwendung und Freisetzung besonders ozonschädlicher Stoffe stark ein. Damit wurde ein wichtiger Schritt zum Schutz der Ozonschicht gemacht.

Der Schutz der Ozonschicht war erfolgreich. Im Jahr 2005 befanden sich bereits deutlich weniger ozonzerstörende Gase in der Atmosphäre. Im Vergleich zu den höchsten Werten aus den Jahren 1992 bis 1994 waren es etwa 8 bis 9 Prozent weniger.

Die Erholung der Ozonschicht dauert allerdings sehr lange. Trotzdem nimmt der wichtigste vom Menschen verursachte Grund für den Ozonabbau ab.

Die Ozonschicht ist eine wichtige Schutzschicht für die Erde. Deshalb müssen ozonschädliche Stoffe weiterhin vermieden und die getroffenen Schutzmaßnahmen eingehalten werden.

Laut dem Planetary Health Check (2025) vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung befindet sich die planetare Belastungsgrenze der Ozonschicht im grünen - also einem sicheren - Handlungsbereich.

Die Erhaltung der Ozonschicht zeigt uns, dass gemeinsames Handeln etwas verändern kann. Die Menschheit hat bewiesen, dass sie große Umweltprobleme erkennen und gemeinsam Lösungen finden kann. Diese Hoffnung sollten wir auch auf die Bekämpfung des Klimawandels und anderer planetarer Belastungsgrenzen übertragen. Wenn Staaten, Unternehmen und Menschen Verantwortung übernehmen, zusammenarbeiten und sich gemeinsam für den Schutz unserer Erde einsetzen, können wir etwas bewirken.

Im Projekt „Wissen.Wirken.Wandeln.“ setzen wir uns mit den einzelnen planetaren Grenzen auseinander und überlegen, wie wir gemeinsam vor Ort einen Beitrag zum Umweltschutz leisten können. Dabei möchten wir auch Menschen einbeziehen, die bisher weniger Berührungspunkte mit diesen Themen haben. Denn die Geschichte der Ozonschicht zeigt: Im Kollektiv können wir mehr erreichen und Veränderungen herbeiführen. 🤝

Kennst du schon … das Naturfreundehaus Fritz Bohne? 🫘💚Nein? Na, dann wird’s höchste Zeit! Denn hier in Gelsenkirchen tut...
12/09/2026

Kennst du schon … das Naturfreundehaus Fritz Bohne? 🫘💚

Nein? Na, dann wird’s höchste Zeit! Denn hier in Gelsenkirchen tut sich was. 👀

Das Naturfreundehaus ist nicht nur ein Selbstversorgungshaus mit bis zu 20 Betten, sondern entwickelt sich gerade auch zu einem Demokratiezentrum, das Menschen verbindet. 🤝

Es soll ein Ort werden, an dem Menschen sich vernetzen, Ideen schmieden, Aktionen planen oder einfach eine gute Zeit miteinander verbringen können.

Dafür können die unteren Räumlichkeiten - Saal & Seminarraum – angemietet werden.

Du suchst mit deiner Gruppe noch einen sicheren Ort oder möchtest eine Veranstaltung in unseren Räumlichkeiten anbieten? Dann komm auf das Stabil&Inklusiv-Team zu:
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Bei uns findest du für jeden Anlass eine günstige Selbstversorger*innen-Unterkunft mit guter ÖPNV-Anbindung. 🛏️🚋

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Wir freuen uns auf dich! 💚🤝

Seen wie der Halterner Stausee hier in NRW (siehe Titelbild) liefern Trinkwasser, bieten Lebensraum für zahlreiche Tier-...
27/08/2026

Seen wie der Halterner Stausee hier in NRW (siehe Titelbild) liefern Trinkwasser, bieten Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, dienen als Erholungsräume für uns Menschen und sind wichtige Bestandteile unserer Ökosysteme.

Doch viele Seen stehen zunehmend unter Druck. Neben Wasserentnahme, intensiver Freizeitnutzung und Klimawandel ist vor allem die Verschmutzung durch Nährstoffeinträge ein großes Problem.

Wichtige Nährstoffe für Pflanzen und alle Lebewesen sind Stickstoff und Phosphor. In der Landwirtschaft werden sie großflächig als Dünger auf die Felder ausgebracht, damit Pflanzen schneller wachsen und mehr Lebensmittel produziert werden können.
Der Mensch verändert dadurch jedoch die natürlichen Nährstoffkreisläufe. Vor allem durch zu intensive Düngung, Bodenerosion und Nährstoffverluste aus der Tierhaltung (Gülle, Jauche, Silagesickersaft, ...) gelangen Stickstoff und Phosphor über Böden, Bäche und Flüsse in Seen.

Wenn zu viele dieser Nährstoffe in einen See gespült werden, wird der Prozess der sogenannten „Eutrophierung“ ausgelöst. Eutroph (altgriechisch) bedeutet soviel wie “gut ernährt”.

Die zusätzlichen Nährstoffe im Gewässer sorgen dafür, dass sich Algen stark vermehren. Das Wasser wird trüb und große Algenteppiche können die Oberfläche bedecken.

Wenn die Algen absterben, werden sie von Bakterien abgebaut. Dabei wird viel Sauerstoff verbraucht. Der Sauer-stoffgehalt des Wassers sinkt. Fische und andere Wasserlebewesen haben zunehmend schlechtere Lebensbedingungen. Unter ungünstigen Bedingungen können sauerstoffarme Bereiche, sogenannte „Todeszonen“, entstehen, in denen kaum noch Leben möglich ist.

Der Planetary Health Check (2025) des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (P*K) zeigt, dass die planetaren Belastungsgrenzen für die Stickstoff- und Phosphorkreisläufe bereits deutlich überschritten sind. Beide Nährstoffkreisläufe befinden sich im Hochrisikobereich (rot bis dunkellila). Die Überlastung dieser Kreisläufe gefährdet Ökosysteme an Land und in Gewässern – und damit auch die Gesundheit unserer Seen.

Der Klimawandel kann die Situation zusätzlich verschärfen. Steigende Wassertemperaturen, häufigere Hitze- und Trockenperioden sowie sinkende Wasserstände setzen Seen unter zusätzlichen Stress. Das Zusammenspiel ist besonders problematisch: Ein warmer und wasserarmer See kann empfindlicher auf Nährstoffeinträge reagieren.

Doch wie lassen sich diese Nährstoffeinträge vermindern oder vermeiden? Und was können wir im Alltag tun, um unsere Seen zu schützen?

Auch wenn die Ursachen komplex und größtenteils strukturell sind, können wir mit unseren alltäglichen Entscheidungen einen Beitrag zum Schutz unserer Gewässer leisten.

Ein wichtiger Ansatzpunkt ist unser Konsumverhalten. Beim Lebensmitteleinkauf können wir nachhaltige Landwirtschaft unterstützen – etwa durch Bio-Produkte oder den direkten Einkauf bei Landwirt*innen, die auf regenerative Anbaumethoden oder Agroforstwirtschaft setzen. Gesunde Böden können mehr Wasser speichern, sind widerstandsfähiger gegenüber Hitze und benötigen weniger zusätzliche Düngung.

Eine stärker pflanzenbasierte oder vegane Ernährung kann dazu beitragen, den Anbau von Futtermitteln und damit den Flächen- und Düngerbedarf zu verringern. Weniger Tierhaltung bedeutet zudem weniger Gülle, die als Nährstoffquelle in die Umwelt gelangen kann.

Angesichts zunehmender Hitze und Trockenheit wird auch ein bewussterer Umgang mit Wasser wichtiger. Wasser zu sparen und unnötigen Verbrauch zu vermeiden, hilft dabei, die Wasserressourcen zu schonen. Denn eine zu hohe Wasserentnahme kann nicht nur die Verfügbarkeit von Trink- und Brauchwasser beeinträchtigen, sondern auch die Ökosysteme von Seen zusätzlich unter Druck setzen.

Auch beim Besuch am See können wir etwas bewirken: Müll wieder mitzunehmen und Zigarettenkippen, Waschmittel oder andere Schadstoffe nicht ins Wasser gelangen zu lassen, trägt zum Schutz des Gewässers bei. Auch Urin hat im See nichts verloren: Er enthält Stickstoff und Phosphor und kann die Nährstoffbelastung erhöhen. Das kann insbesondere empfindliche Gewässer zusätzlich belasten und Wasserlebewesen gefährden. Wer beim Baden, Angeln oder Wassersport Rücksicht auf Uferbereiche und Tiere nimmt, schützt den Lebensraum zusätzlich.

Du hast Lust dich intensiver mit alltäglichem Umwelt-schutz zu beschäftigen und eine Nachhaltigkeits-aktion bei dir vor Ort umzusetzen? Dann werde mit deiner NaturFreunde Ortsgruppe Teil unseres Projektes “Wissen.Wirken.Wandeln.” oder sprich unsere Projektreferentin Adriana direkt an.

www.naturfreunde-nrw.de/wissenwirkenwandeln

Gestern war TauschBar im Naturfreundehaus Fritz Bohne! 🏡Ein riesiges Dankeschön an alle, die dabei waren, mit uns getaus...
12/08/2026

Gestern war TauschBar im Naturfreundehaus Fritz Bohne! 🏡

Ein riesiges Dankeschön an alle, die dabei waren, mit uns getauscht, gequatscht, gelacht und den frühen Abend verbracht haben!

Bei der TauschBar durften Pflanzen🪴, Bücher📚 und Klamotten👚 neue Besitzer*innen finden. Dazu gab es Getränke und gegen Spende leckeren veganen Kuchen, Gemüsestreifen mit selbstgemachten Hummus-Dip und andere Snacks. 🍰🥕🍬

Bei sonnigem Sommerwetter konnte draußen auf der Terrasse richtig gemütlich gequatscht werden. Viele Menschen aus der Nachbar*innenschaft waren da – manche neugierig auf das Naturfreundehaus, manche auf der Suche nach neuen Kontakten, andere einfach zum Tauschen oder um ein bisschen Gesellschaft zu haben. 🌞

Besonders schön war für uns, so viele offene, engagierte und interessante Menschen aus der Nachbarschaft und aus Gelsenkirchen kennenzulernen. Ihr habt den Abend bereichert und gezeigt, wie viel Potenzial in einem offenen Ort für Begegnung, Austausch und gemeinsames Engagement steckt. ❤️

Genau so möchten wir das Naturfreundehaus weiterentwickeln: als Nachbarschaftstreff und Raum für Demokratie, in dem Menschen zusammenkommen, Ideen entwickeln und selbst aktiv werden können.

👉 Du möchtest selbst einmal eine Veranstaltung im Haus anbieten oder die Räumlichkeiten für eine eigene Idee nutzen?
Dann sprich gerne das Team des Fachbereichs Politische Bildung an.

👉 Du möchtest mit uns eine Umwelt-AG am Haus aufbauen?
Wir freuen uns über Menschen, die Lust haben, bei der Gartengestaltung mitzuwirken oder nachhaltige Ideen, Angebote und Veranstaltungen zu entwickeln.

Danke an alle, die gestern dabei waren und diesen Ort mit Leben gefüllt haben! Wir freuen uns auf alles, was noch daraus entsteht. 💚

Der Planet brennt. Wir arbeiten länger. 🔥Deutschland hat gerade wieder erlebt, wie sich die Klimakrise anfühlt: 40 Grad,...
03/08/2026

Der Planet brennt. Wir arbeiten länger. 🔥

Deutschland hat gerade wieder erlebt, wie sich die Klimakrise anfühlt: 40 Grad, überhitzte Städte, belastete Pflegeeinrichtungen, Rettungsdienste am Limit, überfüllte Krankenhäuser, mehr als 800 Hitzetote, Baustellen in der prallen Sonne, Straßen, die schmelzen, ein Bahnnetz, das völlig zusammenbricht und Menschen, die bei Temperaturen lohnarbeiten müssen, bei denen der Rest von uns gebeten wird, das Haus möglichst nicht zu verlassen.

Während Gesundheitsämter empfehlen, körperliche Anstrengung zu vermeiden, diskutiert die Politik ernsthaft darüber, dass wir künftig länger und am liebsten auch noch mehr Stunden arbeiten sollen.

Wie aber ist es möglich, längere Lebensarbeitszeiten zu planen, ohne gleichzeitig darüber zu sprechen, unter welchen Bedingungen Menschen künftig überhaupt noch arbeiten können?

Die Rentenpolitik rechnet mit steigender Lebenserwartung. Die Klimakrise rechnet mit steigenden Temperaturen. Diese beiden Entwicklungen lassen sich nicht getrennt voneinander diskutieren.

Denn die Klimakrise ist keine abstrakte Zukunftsfrage. Sie entscheidet bereits heute darüber, wer gesund bleibt, wer krank wird und wer früher stirbt.

Sie fragt nicht nur, wie heiß es wird. Sondern auch, wer Schatten hat. Wer sich schützen kann. Wer in einem aufgeheizten Dachgeschoss lebt. Wer im klimatisierten Büro sitzt und wer auf dem Gerüst schuftet. Wer nach Hause gehen kann – und wer trotzdem weiterarbeiten muss.

Genau deshalb müsste Klimapolitik heute vor allem Menschen schützen – mit Maßnahmen, die langfristig und nachhaltig wirken

Die Bundesregierung behandelt die Klimakrise vor allem als Standortfrage. Das Klima scheint das allerdings anders zu sehen.

Der Expert*innenrat warnt vor verfehlten Klimazielen. Gerichte haben Nachbesserungen eingefordert. International gilt Deutschlands Beitrag weiterhin als unzureichend.

Doch die eigentliche Fehlannahme reicht weit über die Klimapolitik hinaus. Denn auch die Rentenpolitik tut so, als wäre die Klimakrise lediglich ein Umweltproblem.

Sie koppelt das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung – nicht aber an die Realität, in der diese Lebensjahre verbracht werden. Nicht an Hitzewellen. Nicht an körperliche Arbeit bei 40 Grad. Nicht an Tausende Menschen, die schon heute jedes Jahr an den Folgen extremer Hitze sterben. Nicht an eine Arbeitswelt, die sich durch die Klimakrise bereits verändert.

Dabei wird außer Acht gelassen, dass der Klimawandel nie nur eine Umweltfrage war, er war immer auch eine soziale.

Deshalb braucht es endlich eine sozialökologische Transformation, die ihren Namen verdient. Eine Politik, die Klima-, Sozial-, Gesundheits- und Arbeitspolitik nicht länger getrennt voneinander denkt. Eine Politik, die Menschen schützt – nicht nur Märkte. Die Lebensqualität höher bewertet als Wirtschaftswachstum. Und die anerkennt, dass Klimagerechtigkeit und soziale Gerechtigkeit untrennbar zusammengehören.

Als NaturFreunde stehen wir seit über 130 Jahren für genau diesen Zusammenhang: Natur und Umwelt schützen heißt immer auch Menschen schützen. Eine lebenswerte Umwelt gibt es nicht ohne soziale Gerechtigkeit. Und soziale Gerechtigkeit gibt es nicht auf einem zerstörten Planeten.

Der Planet braucht keinen längeren Arbeitstag. Er braucht eine gerechte Zukunft.

Wälder sind ein zentraler Bestandteil unseres Planeten. Nicht ohne Grund werden sie oft als „Lungen der Erde“ bezeichnet...
22/06/2026

Wälder sind ein zentraler Bestandteil unseres Planeten. Nicht ohne Grund werden sie oft als „Lungen der Erde“ bezeichnet. Sie nehmen große Mengen Kohlendioxid (CO₂) auf und geben gleichzeitig Sauerstoff (O₂) an die Atmosphäre ab. Damit tragen sie entscheidend zur Stabilisierung unseres Klimas bei.

Doch ihre Bedeutung geht weit darüber hinaus. Wälder reinigen und speichern (Süß-)Wasser, schützen Böden vor Erosion, regulieren das Wetter, bieten Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten und sind laut WWF für mehr als 1,6 Milliarden Menschen eine zentrale Lebensgrundlage.

Wenn Wälder verschwinden, gehen all diese Funktionen verloren. Der Erdsystemforscher Johan Rockström, der das Konzept der planetaren Belastungsgrenzen entwickelt hat, betont daher, dass mindestens 75 % der ursprünglichen Waldflächen erhalten bleiben müssen, um die Stabilität unseres Planeten zu sichern.

Doch ein Blick auf den aktuellen Planetaren Gesundheitscheck des Potsdam Institut für Klimafolgenforschung zeigt, wie kritisch die Lage bereits ist: Weltweit sind nur noch etwa 59 % der potenziellen Waldflächen erhalten – deutlich unterhalb dieser sicheren Grenze. Damit befinden sich die globalen Waldökosysteme bereits außerhalb des sicheren Handlungsraums, und alle großen Waldbiome haben ihre Belastungsgrenzen in unterschiedlichem Ausmaß überschritten.

Besonders herausragend sind die tropischen Regenwälder rund um den Äquator. Sie gehören zu den artenreichsten Ökosystemen der Erde und werden oft als „Biodiversity Hotspots“ bezeichnet. Nirgendwo sonst ist die Vielfalt an Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen so groß.

Der Amazonas-Regenwald spielt sogar eine Schlüsselrolle für das globale Klima. Seine Pflanzen binden enorme Mengen CO₂ und beeinflussen gleichzeitig den weltweiten Wasserkreislauf. Durch die tropisch-warmen Temperaturen verdunsten große Wassermengen, die zur Wolkenbildung und zu großflächigen Niederschlägen beitragen – nicht nur im Amazonasgebiet, sondern weit darüber hinaus.

Doch genau dieses empfindliche System gerät zunehmend aus dem Gleichgewicht. Vor allem die Umwandlung von Wald in landwirtschaftliche Flächen treibt die Abholzung voran – oft schleichend und über Jahre hinweg kaum sichtbar. Häufig beginnt die Zerstörung sogar mit illegalem Holzeinschlag, bevor die Flächen für Landwirtschaft oder Viehzucht genutzt werden.

Im Amazonasgebiet zeigt sich diese Entwicklung besonders drastisch: Zwischen 2001 und 2024 ist die Waldfläche erheblich geschrumpft. Immer weiter dringen menschliche Aktivitäten in zuvor unberührte Gebiete vor. Holzeinschlag und Brandrodungen zerstören nicht nur Bäume, sondern stören auch den empfindlichen Wasserkreislauf.

Die Folgen sind gravierend: Wenn zu viel Wald verloren geht, droht ein Kipppunkt. Der Amazonasregenwald ist darauf angewiesen, seinen eigenen Niederschlag zu recyceln, um stabil zu bleiben. Anhaltende Abholzung und steigende Temperaturen könnten jedoch bis zu 40 % der Region in eine savannenähnliche Landschaft verwandeln. Das geschädigte Bodengefüge könnte dann nicht mehr genügend Wasser speichern – eine Rückkehr zum ursprünglichen Regenwald wäre kaum möglich.

Diese Entwicklungen beschränken sich nicht nur auf Südamerika. Auch im Kongobecken und in Südostasien schreitet die Abholzung tropischer Wälder rapide voran. In Afrika und Südostasien ist die Ausweitung von Ackerflächen die Hauptursache für Waldverlust, während in Südamerika und Ozeanien die Viehzucht eine größere Rolle spielt.

Der Verlust von Wäldern bringt uns immer weiter aus dem sicheren Handlungsraum der planetaren Grenzen heraus, wodurch das Risiko für irreversible Veränderungen im Erdsystem erheblich steigt. Johan Rockström fordert deshalb ein vorausschauendes und international abgestimmtes Landmanagement, um die verbleibenden Waldflächen langfristig zu erhalten.
Sein Vorschlag zur Einhaltung dieser Grenze sieht vor, Ackerland auf die produktivsten Flächen zu konzentrieren. Gleichzeitig müssen Prozesse kontrolliert werden, die zum Verlust produktiver Böden führen – etwa Bodendegradation, der Verlust von Bewässerungswasser sowie die Konkurrenz durch andere Landnutzungen wie Stadtentwicklung oder die Produktion von Biokraftstoffen.
Auch nachfrageseitige Faktoren spielen dabei eine zentrale Rolle. Dazu zählen Ernährungsweisen, der Pro-Kopf-Nahrungsmittelverbrauch, die Bevölkerungsentwicklung sowie Verluste entlang der Lebensmittelversorgungskette. Ergänzend könnten landwirtschaftliche Systeme, die natürliche Prozesse stärker nachahmen (z. B. komplexe Agrarökosysteme), dazu beitragen, die Belastungsgrenze des Systems zu erweitern oder zumindest weniger stark zu überschreiten.

Der World Rainforest Day macht deutlich, wie eng die Zukunft der Menschheit mit dem Zustand der Wälder verknüpft ist. Regenwälder sind nicht nur außergewöhnlich artenreiche Ökosysteme, sondern zentrale Stabilitätsfaktoren des Erdsystems. Ihr Erhalt ist damit nicht nur eine ökologische Aufgabe, sondern eine Voraussetzung für langfristige Klimastabilität, Biodiversität und menschliche Sicherheit.

Du fragst dich, wie wir lokal zum Schutz des tropischen Regenwaldes beitragen können und welche Handlungsmöglichkeiten es hier in Deutschland gibt?
Im Projekt „Wissen.Wirken.Wandeln.“ kannst du diesen Fragen nachgehen, dich mit Ressourcenschutz (z.B. Verzicht auf Palmölprodukte, Biokraftstoffe, Fleisch oder Grillkohle aus Paraguay) auseinandersetzen und gemeinsam mit anderen eine Nachhaltigkeitsaktion entwickeln und umsetzen.

www.naturfreunde-nrw.de/wissenwirkenwandeln

Der Juni ist bunt. Regenbogenflaggen hängen vor Rathäusern, Unternehmen färben ihre Logos um, überall beginnt der Pride ...
08/06/2026

Der Juni ist bunt. Regenbogenflaggen hängen vor Rathäusern, Unternehmen färben ihre Logos um, überall beginnt der Pride Month. Queere Menschen sind sichtbarer als noch vor wenigen Jahren – in Medien, Politik, Kultur und Öffentlichkeit. Vieles wirkt heute offener, liberaler, akzeptierter. Gleichzeitig werden queere Menschen immer häufiger Zielscheibe rechter Hetze, politischer Stimmungsmache und gesellschaftlicher Feindbilder.

Wie konkret diese Bedrohung inzwischen geworden ist, zeigte sich 2025 auch in NRW, als der Christopher Street Day in Gelsenkirchen aufgrund einer Bedrohungslage abgesagt werden musste. Doch Gelsenkirchen blieb kein Einzelfall: Auch andere CSDs wurden abgesagt. Andernorts kam es zu rechtsextremen Gegenprotesten, Einschüchterungen oder Angriffen auf Veranstaltungen. Beinahe jeder zweite CSD in Deutschland wurde gestört oder angegriffen, durch Online-Hetze, Bedrohungen, Sachbeschädigungen oder organisierte rechtsextreme Mobilisierung.

Während also Vielfalt öffentlich gefeiert wird, wächst gleichzeitig der Druck auf jene, die sie leben. Pride ist deshalb auch 2026 nicht bloß Festival oder Marketingfläche, sondern weiterhin ein politischer Raum: ein sichtbarer Widerspruch gegen Ausgrenzung, gegen Angst und gegen jene Kräfte, die Menschen wieder zurück in Unsichtbarkeit drängen wollen.

Die zunehmenden Angriffe auf queeres Leben entstehen nicht zufällig. Sie sind Ausdruck eines gesellschaftlichen Klimas, das sich zunehmend nach noch weiter rechts verschiebt. Rechte Akteur*innen und insbesondere die AfD arbeiten seit Jahren gezielt daran, queere Menschen zum politischen Feindbild zu machen. Sie sprechen von „Genderwahn“, warnen vor angeblicher „Frühsexualisierung“ und diffamieren geschlechtliche Vielfalt immer wieder als ideologische Gefahr. Im Bundestagswahlprogramm 2025 bezeichnet die Partei geschlechtliche Selbstbestimmung als „Irrweg“, führende Parteimitglieder hetzen regelmäßig gegen trans Menschen oder stellen queere Sichtbarkeit grundsätzlich infrage.

Doch auch weit über die AfD hinaus werden rechte und queerfeindliche Narrative zunehmend gesellschaftsfähig. Immer wieder beteiligen sich Politiker*innen der sogenannten Bürgerlichen Mitte an Debatten gegen geschlechtergerechte Sprache, queere Bildungsarbeit oder Selbstbestimmungsgesetze. Queere Lebensrealitäten werden dabei häufig nicht als Teil gesellschaftlicher Vielfalt behandelt, sondern als Kulturkampfthema inszeniert. Dadurch verschiebt sich Stück für Stück der öffentliche Diskurs.

Diese Rhetorik bleibt nicht auf Parlamente oder Social Media beschränkt. Sie wirkt hinein in Schulen, Vereine und den Alltag. Bücher über queere Lebensrealitäten werden öffentlich skandalisiert, Drag-Lesungen für Kinder unter Polizeischutz gestellt, Lehrkräfte und pädagogische Einrichtungen wegen Vielfaltsthemen angefeindet. Laut Angaben im Bundestag haben sie sich seit 2010 verzehnfacht. Besonders trans Personen erleben dabei massive gesellschaftliche Ablehnung: Laut der Leipziger Autoritarismus-Studie zeigen 37 Prozent der Befragten eine geschlossene Ablehnung von Transgeschlechtlichkeit.

Wenn Minderheiten permanent als Bedrohung dargestellt werden, verschiebt sich auch gesellschaftlich das Sagbare. Aus Menschen werden Debattenobjekte. Aus Vielfalt wird angeblich Ideologie. Beleidigungen, Ausgrenzung und Gewalt entstehen nicht unabhängig von politischen Debatten, sie werden durch sie legitimiert und verstärkt.

Gerade darin zeigt sich der Widerspruch der Gegenwart: Queere Menschen sind sichtbarer geworden als je zuvor, während gleichzeitig Hass, Gewalt und politische Feindbilder wieder zunehmen.

Als NaturFreunde erleben wir Demokratiearbeit, Umweltbildung und queere Solidarität deshalb nicht als getrennte Themen. Denn eine offene Gesellschaft verteidigt sich nicht nur in Parlamenten, sondern überall dort, wo Menschen sichtbar sein, mitgestalten und ohne Angst teilhaben können.

Unsere Projekte „Wissen.Wirken.Wandeln.“ und „Wissen.Teilen.Gestalten.“ stehen genau dafür: für eine sozial-ökologische Transformation, die niemanden ausschließt. Wenn wir inklusive Umweltbildung organisieren, geht es nicht nur um Klima- oder Naturschutz. Es geht um die Frage, wer Zugang zu Wissen, Gemeinschaft und gesellschaftlicher Gestaltung erhält; und wer systematisch ausgeschlossen wird.

Und wenn wir mit „stabil & inklusiv“ im Demokratiezentrum Fritz Bohne in Gelsenkirchen Räume für Austausch, Beteiligung und Solidarität schaffen, dann ist das keine neutrale Bildungsarbeit. Es ist ein bewusster Gegenentwurf zu rechter Hetze, Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit. Denn dort, wo Vielfalt angegriffen wird, braucht Demokratie konkrete Orte, die Haltung zeigen.

Genau deshalb kann Pride für uns nicht bei Symbolen enden. Pride ist kein Marketingtrend und keine saisonale Imagekampagne. Regenbogenlogos kosten wenig. Haltung dagegen schon. Haltung zeigt sich dort, wo Menschen widersprechen, wenn gegen Minderheiten gehetzt wird. Dort, wo Räume offen bleiben, obwohl sie bedroht werden. Dort, wo Solidarität nicht endet, sobald Gegenwind entsteht.

Denn Pride bedeutet nicht nur Sichtbarkeit. Pride bedeutet, sich nicht zurückdrängen zu lassen. Nicht in Unsichtbarkeit. Nicht in Angst. Nicht in Schweigen.

Vielleicht entscheidet sich der Wert einer offenen Gesellschaft deshalb nicht daran, wie bunt sie sich im Juni präsentiert, sondern daran, wen sie schützt, wenn der Druck wächst. Ob sie zulässt, dass Menschen wieder zum Feindbild gemacht werden. Oder ob sie Räume verteidigt, in denen Vielfalt, Würde und Demokratie tatsächlich gelebt werden.

Korallenriffe gehören zu den wichtigsten Meeres-Ökosystemen unseres Planeten. Sie bieten unzähligen Arten einen geschütz...
01/06/2026

Korallenriffe gehören zu den wichtigsten Meeres-Ökosystemen unseres Planeten. Sie bieten unzähligen Arten einen geschützten Lebensraum und schützen zugleich Küsten vor starken Wellen.

Doch steigende Meerestemperaturen und die Ozeanversauerung setzen ihnen massiv zu. Immer häufiger kommt es zur Korallenbleiche: Die bunten Riffe verlieren ihre Farbe und sterben ab – zurück bleiben weiße Kalkskelette.

Doch wie funktioniert Ozeanversauerung genau?
Die Ozeane nehmen weltweit etwa ein Viertel des vom Menschen emittierten Kohlenstoffdioxids (CO₂) auf. Das bremst zwar die Erderwärmung, verändert jedoch die Chemie des Meerwassers.

Mehr CO₂ diffundiert aus der Atmosphäre ins Meerwasser und bildet dort Kohlensäure. Diese zerfällt in Hydrogencarbonat und Wasserstoffionen (Kationen).
Die zusätzlichen Wasserstoffionen machen das Meer saurer, das heißt der pH-Wert sinkt. Seit der vorindustriellen Zeit (vor ca. 170 Jahren) ist der pH-Wert des Oberflächenwassers der Ozeane um etwa 0,1 gesunken. Das klingt wenig, ist aber sehr viel. Diese Veränderung passiert heute mindestens 100-mal schneller als in den letzten 20 Millionen Jahren. Viele Meereslebewesen können sich an diese rasche Entwicklung kaum anpassen.

Gleichzeitig reagiert Hydrogencarbonat mit freien Karbonat-Ionen im Meerwasser. Diese werden jedoch für die Bildung von Kalziumkarbonat benötigt – einem entscheidenden Baustoff für Schalen und Skelette. Durch die geringere Verfügbarkeit dieser Karbonat-Ionen können viele Meereslebewesen ihre Kalkstrukturen schlechter aufbauen. Besonders betroffen sind Korallen, Muscheln, Seeigel und Seesterne, Krebse sowie kalkbildendes Phytoplankton. Ihre Schalen werden dünner, wachsen langsamer oder lösen sich im Extremfall sogar auf. Ganze Ökosysteme geraten dadurch aus dem Gleichgewicht.

Korallenriffe als zentrale Lebensräume sind besonders gefährdet – ebenso wie Ökosysteme in kalten Meeren. Dort schreitet die Ozeanversauerung besonders schnell voran, da kaltes Wasser mehr CO₂ aufnehmen kann. Für die dort lebenden, hoch spezialisierten Organismen stellt diese rasche Veränderung eine enorme Herausforderung dar. An den sinkenden pH-Wert können sie sich nicht schnell genug anpassen.

Laut dem aktuellen Planetaren Gesundheitscheck 2025 wurde die planetare Belastungsgrenze der Ozeanversauerung im Jahr 2025 erstmals überschritten. Das bedeutet, dass sich die Menschheit außerhalb des sicheren Handlungsspielraums bewegt und in einen Unsicherheitsbereich eintritt, in dem erste gravierende Veränderungen – wie etwa Artensterben – sehr wahrscheinlich werden.
Wenn die verschiedenen Arten von Meereslebewesen verschwinden, kann das gesamte Meeresökosystem destabilisiert werden. Die Folgen sind weniger Schutz- und Lebensräume durch das Korallensterben, instabile Nahrungsketten, rückläufige Fischpopulationen und letztlich knapper werdende Meeresressourcen für den Menschen.

Die Ozeanversauerung ist somit ein schleichender Prozess mit potenziell unumkehrbaren Folgen – und zugleich Teil eines global vernetzten Systems. Sie steht in engem Zusammenhang mit anderen Umweltproblemen.
Beispielsweise führt Entwaldung dazu, dass weniger CO₂ gespeichert wird. Dadurch gelangt mehr CO₂ in die Atmosphäre – und letztlich auch in die Ozeane.
Die planetaren Grenzen sind eng miteinander verknüpft: Wird eine überschritten, kann das andere Erdsystemprozesse destabilisieren.

Deshalb braucht es mehr Klimaschutz zur Reduktion von CO₂-Emissionen, ein nachhaltigeres Landnutzungsmanagement, weniger Umweltverschmutzung – etwa durch Plastik oder intensive Schifffahrt – sowie einen verantwortungsvolleren Umgang mit Meeresressourcen, beispielsweise durch nachhaltigen Fischfang.
Nur wenn wir innerhalb der planetaren Belastungsgrenzen bleiben, können wir die Vielfalt und Stabilität unseres Planeten langfristig sichern.

Du willst mehr über die planetaren Belastungsgrenzen unserer Erde erfahren? Dann engagiere dich mit deiner Ortsgruppe im Umweltbildungsprojekt “Wissen.Wirken.Wandeln.” der NaturFreunde NRW. 💚

www.naturfreunde-nrw.de/wissenwirkenwandeln

Adresse

Albertstraße 78
Düsseldorf
40233

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