Hospiz Kaiserswerth

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Hospiz Kaiserswerth Ökumenischer Hospizverein für den Düsseldorfer Norden

18/10/2026

Bitte berühr mich (nicht)
Gerade am Lebensende kann Berührung Nähe schaffen, beruhigen und Trost schenken, wenn Worte fehlen oder nicht mehr ankommen.

Doch Berührung ist etwas sehr Persönliches. Was der eine Mensch als wohltuend empfindet, kann für einen anderen unangenehm oder zu viel sein.

Deshalb achten wir darauf, wie ein Mensch reagiert: Entspannt er sich? Zieht er sich zurück? Sucht er von sich aus Nähe? Und wenn wir unsicher sind, fragen wir nach – sofern das noch möglich ist.
Denn auch bei Berührungen gilt: Der Mensch, den wir begleiten, gibt vor, was sich für ihn gut anfühlt.

Und manchmal ist genau das wohltuendste Zeichen von Nähe, einfach da zu sein.

16/10/2026

Ein Kind stürzt auf dem Hof. Knie auf, Dreck in der Wunde, Geschrei. Jemand kommt, es wird gepustet, es gibt ein Pflaster mit Motiv. Dann steht das Kind auf und spielt weiter.

Die Wunde ist genauso offen wie vorher. Wer die Wunde betrachtet, muss nüchtern sagen: Es hat nichts geholfen. Wer das Kind betrachtet, sieht etwas anderes.

Hier liegt eine der stillsten Verwechslungen, die Trauernden das Leben zusätzlich schwer machen: Wir halten Trost für ein Mittel gegen die Trauer. Und weil er das nicht ist, erscheint er uns als Versagen. Jemand stellt dir eine Tasse Tee hin, und im selben Moment kommt der Gedanke: Das hilft doch alles nichts, er ist trotzdem tot.

Ja. Er ist trotzdem tot. Trost hat nie behauptet, etwas daran zu ändern. Das ist nicht sein Beruf.

Trauer ist Arbeit, wörtlich gemeint. Dein System sortiert ein ganzes Leben neu und sucht hunderte Male am Tag einen Menschen, der nicht mehr auffindbar ist. Deshalb sind viele Trauernde um sieben Uhr abends erschöpft, ohne etwas getan zu haben, was von außen nach Arbeit aussieht. Genau hier arbeitet Trost. Nicht an der Wunde. An dir. Er füllt den Tank, der für diese Arbeit gebraucht wird.

Trost tut nichts gegen die Trauer. Trost schafft Kraft für die Trauer. Damit ist er nicht die Alternative zum Trauern, sondern die Voraussetzung dafür.

In Gesprächen höre ich immer wieder, wie Menschen sich für kleine Erleichterungen fast entschuldigen. Als wäre ein Moment, in dem es erträglich war, ein Verrat. Dabei geraten nur zwei Fragen durcheinander. Die erste: Wie werde ich das los? Darauf gibt es keine Antwort. Die zweite: Wie komme ich durch den heutigen Abend? Die hat sehr wohl Antworten. Eine Decke. Eine Serie, die du schon kennst. Ein Mensch am Telefon. Irgendetwas, das niemand verstehen muss außer dir.

Einen ausführlichen Beitrag zu diesem Thema gibt es der kostenfreien TrostHelden-Community für Gleichgesinnte.

13/10/2026

„Hast Du Kinder?“ scheint eine harmlose Frage zu sein. Aber sie kann Menschen sehr treffen. Wenn sich jemand sehr Kinder wünscht, aber es ist keine Partnerperson da oder wenn es körperliche Einschränkungen gibt, die das Kinderbekommen erschweren oder gar verhindern. Es gibt so viele Gründe. Etwa jedes 7. hetero Paar ist ungewollt kinderlos. Wieviele Singles oder queere Paare sich ein Kind ein Kind wünschen, dazu es gar kaum Statistiken.
Besonders Frauen werden vom Umfeld auf ihre Kinderlosigkeit angesprochen. Leben sie bewusst kinderfrei, ist es anstrengend sich dazu zu äußern oder sich die Kommentare zu verbeten. Sind es Frauen, die gerne Mütter wären, kommt dazu noch der Schmerz, die Trauer, vielleicht das Gefühl von Versagen, gescheitert sein. Oder die Angst es nicht mehr zu schaffen, wenn theoretisch noch Zeit ist.
Oft sind sich die Menschen, die nach Kindern fragen gar nicht darüber bewusst, was ihre Frage auslösen kann.

09/10/2026

Gute Gedanken in unruhigen Zeiten - Schmerz...

08/10/2026

clouds cry too

07/10/2026

You Don’t Have to Be Okay Yet

19/09/2026

I held a party the other week and grief came.

She wasn’t invited but she came anyway - barged her way in through the door and settled down like she was here to stay.

And then she introduced me to the friends she’d brought with her - Anger. Fear. Frustration. Guilt. Hopelessness.

They sang in the loudest voices, took up space in every corner of the room and spoke over anyone else that tried to talk.
They made it messy and loud and uncomfortable.

But finally, they left.

And long afterwards, when I was all alone,
I realised there was still someone here.
Quietly clearing up after the rest.

I asked who she was and she told me, “Love.”
And I assumed that’s why she looked familiar - because I had met her before.
“Or perhaps,” she said, “it’s because I’ve been here the whole time.”

And I was confused then because I hadn’t seen her all evening.
But when I looked more closely,
when I looked into her eyes,
I realised quietly that she had been here.
All the time.

She’d just been dressed as grief.

*****

Becky Hemsley 2023
Image from Canva

I share this poem a lot because I think it can be quite comforting to think of grief as simply love in disguise ❤

‘Afterparty’ is from the book When I Am Gone: https://amzlink.to/az0TFJ0YQ8FYa
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14/09/2026

Du bist nicht allein mit deiner Trauer. Diese Bücher begleiten dich leise durch die Zeit danach -> https://amzn.to/43YBUMI

05/09/2026

Das ist keine Einladung unhöflich zu sein. Auch nicht dazu, alle Launen der Mitmenschen zu ertragen. Nur eine Erinnerung, dass wir nicht wissen womit anderen Menschen grade kämpfen. Ein krankes Kind, eine Kündigung der Wohnung, ein schlimmer Streit mit der Partnerperson oder der Tod der besten Freundin. Von Außen sieht man nichts.
Vielleicht hilft uns dieser Gedanke ja manchmal mit dem Verhalten anderer Menschen umzugehen.

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