02/07/2026
Es geht in die richtige Richtung! So lassen sich die Reaktionen aus dem Handwerk auf das heute vorgestellte Reformpaket der Bundesregierung zusammenfassen. Zwar ist im Detail schon mal eine Kröte zu schlucken, das Gesamtpaket aber klingt weitgehend überzeugend. Wichtig vor allem: Die Regierung zeigt endlich Reformbereitschaft. Nun kommt es auf die Umsetzung an.
Mit ihrer Einigung auf wichtige Reformschritte auch bei schwierigen Themen hat die Regierungskoalition unter Beweis gestellt, dass sie handlungs- und kompromissfähig ist.
„Das ist angesichts der wirtschaftlichen Lage eine zentrale und ganz wichtige Botschaft. Ein Kompromiss bedeutet naturgemäß, dass sich nicht alle Erwartungen erfüllen. Das gilt auch für das Handwerk. Insgesamt setzt das Reformpaket aber an vielen der richtigen Stellen an“, kommentiert Jörg Dittrich, Präsident vom Zentralverband des Deutschen Handwerks, die Ergebnisse der Beratungen im Koalitionsausschuss.
Aus Sicht des Handwerks sind die einzelnen Elemente des Pakets differenziert zu bewerten. Die Entlastung von Familien und Beschäftigten durch steuerliche Anpassungen stärke die Kaufkraft und dürfte sich stabilisierend auf die Binnenkonjunktur auswirken, wovon auch viele Handwerksbetriebe profitierten. Die vorgesehenen Maßnahmen zum Bürokratieabbau, insbesondere die Berichtspflichten-Bremse und der Abbau von Dokumentationspflichten, seien ein wichtiger Ansatz, um Betriebe spürbar zu entlasten und ihnen mehr Zeit für das eigentliche Geschäft zu verschaffen. Auch die arbeitsmarktpolitischen Anpassungen wie mehr Flexibilität bei Befristungen sowie die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung seien Schritte, die auf langjährige Forderungen aus der Praxis reagieren. Ein wichtiges Ergebnis für die Handwerksbetriebe sei der grundsätzliche Erhalt des Steuerbonus für Handwerkerleistungen, der weiter Anreize für legale Beschäftigung, energetische Sanierungen und die Eindämmung von Schwarzarbeit setze. Dass er reduziert worden sei, sei als Teil eines vertretbaren Kompromisses zu sehen.
Aus Sicht des Handwerks bleibt eine zentrale Erwartung unerfüllt, nämlich die steuerliche Gleichbehandlung von Personenunternehmen im Vergleich zu Kapitalgesellschaften. Ebenso bewertet der Handwerkspräsident das Ausbleiben einer Flexibilisierung der Arbeitszeit als verpasste Chance, betriebliche Realität und Regulierung besser in Einklang zu bringen.
„Das Paket enthält eine Reihe richtiger Reformen und weist in die richtige Richtung. Jetzt kommt es darauf an, diesen Weg weiterzugehen. Dieses Paket darf nicht das letzte Reformpaket sein“, so der Handwerkspräsident. Bei den noch folgenden nächsten Reformschritten müsse der Mittelstand noch stärker in den Blick genommen werden.
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