28/09/2026
Sicherheit darf im Arbeitsalltag keine Frage des Glücks sein.
Der bahnpolitische Abend der GDL am vergangenen Donnerstag in Berlin hat gezeigt, wie groß der Gesprächs- und vor allem der Handlungsbedarf beim Schutz der Bahnbeschäftigten ist.
Mit Staatssekretär Stefan Schnorr aus dem Bundesministerium für Verkehr, Dr. Patrick Hennies, Leiter Konzernsicherheit der Deutsche Bahn AG, Manuel Ostermann, Bundesvorsitzender der DPolG Bundespolizeigewerkschaft (DPolG BPOLG), und Mario Reiß, Bundesvorsitzender der GDL, konnten wir unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen. Ihre Impulse haben wichtige Einblicke in die bereits eingeleiteten Maßnahmen, bestehende Herausforderungen und die jeweiligen Verantwortungsbereiche gegeben.
In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde aber auch deutlich, wie tiefgreifend das Problem inzwischen ist. Gewalt gegen Bahnbeschäftigte lässt sich nicht auf einzelne Vorfälle, bestimmte Strecken oder fehlende technische Lösungen reduzieren. Sie ist auch Ausdruck gesellschaftlicher Entwicklungen, die längst im Arbeitsalltag unserer Kollegen angekommen sind.
Diskutiert wurde deshalb nicht nur über Bodycams, Sicherheitspersonal, Doppelbesetzungen oder technische Hilfsmittel. Es ging um die grundsätzlichere Frage: Welche Hebel haben Unternehmen, Polizei, Justiz und Politik tatsächlich, um Gewalt wirksam einzudämmen?
Ein Punkt spielte dabei eine zentrale Rolle: Regeln und Gesetze entfalten nur dann Wirkung, wenn auf einen Angriff eine schnelle und konsequente Strafverfolgung folgt. Ebenso wurde darüber gesprochen, ob politische Prioritäten angesichts der Entwicklung neu gewichtet und Zuständigkeiten zwischen Unternehmen, Sicherheitsbehörden und staatlichen Stellen verbindlicher zusammengedacht werden müssen.
Gleichzeitig wäre es zu einfach, für ein gesamtgesellschaftliches Problem eine einzelne Institution verantwortlich zu machen. Umso wichtiger ist es, die vorhandenen Hebel konsequent zu nutzen, ihre Wirkung zu überprüfen und dort nachzusteuern, wo Schutz heute noch nicht ausreicht.
Vielen Dank an unsere Redner, Diskutanten und Gäste für einen offenen, differenzierten und vor allem notwendigen Austausch.
https://www.facebook.com/share/19wriJJXKJ/