Diese Frage stellen sich heute sehr viele Unternehmen. Kaum jemand überblickt in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten, ob er auch noch in einem halben Jahr seine Ladentür öffnen kann. Genau diese Frage stellten sich Bickendorfer Firmen schon einmal. Im Jahr 1989 also vor nun schon 20 Jahren, galt die große Sorge der Einzelhändler, Handwerksbetriebe und Dienst-leister dem U-Bahn-Bau auf der Ven
loer Straße, der im wahrsten Sinne des Wortes unmittelbar vor der Tür stand. Niemand konnte vorhersehen, wie sich die jahrelange Groß-Baustelle direkt vor der eigenen Tür auf die Geschäftsentwicklung auswirken würde. Erfahrungen beim Bau an anderen Stellen zeigten, dass dort viele Unternehmen diese Zeit nicht überstanden haben. Dies war der Beginn der Bickendorfer Interessengemeinschaft (big e.V.), die im Herbst 1989 auf Initiative von Lorenz Bruckmann, dem Seniorchef des gleichnamigen Bickendorfer Optikers, gegründet wurde. Es fanden sich auf Anhieb 30 Bickendorfer Unternehmer zusammen und deren Zahl wuchs sehr schnell schon auf über 70 an. Ziel war es, die Belastungen durch den Bau so gering wie möglich zu halten. Durch gemeinsame Aktionen wie Straßenfeste, Infostände, Infobroschüren wurden die Bickendorfer Bürger über den U-Bahn-Bau unterrichtet. Gleichzeitig wurden sie überzeugt, dass es sich trotz Behinderungen und Belästigungen lohnt, bei Bickendorfer Unternehmen einzukaufen und ihre Dienst-leistungen in Anspruch zu nehmen. Nach dem Ende des U-Bahnbaus hätte sich die big eigentlich wieder auflösen können. Doch es bestand auch darüber hinaus bei vielen Unternehmen ein fundamentales Interesse, die big als Sprachrohr für Bürgerinteressen weiterleben zu lassen. Seit diesem Zeitpunkt befasst sich die big mit allen sozialen, wirtschaftlichen verkehrstechnischen Fragen und der baulichen Entwicklung, die Bickendorf und seine Bürger betreffen. Dabei stellt sich bei allen Fragen immer wieder und ständig wie die Attraktivität dieses Viertels erhöht und verbessert werden kann. Bewohner, Unternehmen und Besucher soll bewusst werden, wie viel dieser Stadtteil zu bieten hat und wie attraktiv dieses Viertel in jeder Hinsicht ist. Gleichgültig ob bei Kindergärten, Schulen, Betrieben und Ausbildungsmöglichkeiten. Ob zu Fragen des Wohnungsbaus oder der Verkehrsführung. Die big war und ist stets bereit, zu allen Themen Position zu beziehen. Neben diesen starken sozialen Elementen hat aber heute noch ein weiterer und für die Mitgliedsunternehmen ganz entscheidender Punkt in die Zielsetzung und Arbeit des Vereins Einzug gefunden. Fast 100 Mitglieds-Unternehmen bedeuten aber auch 100 potentielle Kunden innerhalb der Vereinigung. Denn das ist der Grundgedanke; bevor ein Mitgliedsunternehmen eine Dienstleistung, den Kauf einer Sache oder eine Handwerkerleistung in Anspruch nimmt, prüft er ob nicht eines der Big Mitglied ihm diese Dienstleistung oder das Warenangebot anbieten. Aus dieser Überlegung heraus sind in den letzten Monaten schon etliche neue Geschäftsverbindungen zustande gekommen, die es ohne diesen Gedanken zur gegenseitigen Berücksichtigung nie gegeben hätte. Das ist auch ein entscheidender Grund, warum wir die Zahl der Mitgliedsunternehmen in den letzten Monaten deutlich steigern konnten und künftig weiter kräftig wachsen werden. Darüber hinaus wünscht sich die big diese Loyalität auch von seinen Bürgern. Denn auch für die Bürger ist gerade eine umfassende und vollständige Versorgung mit Waren und Dienstleistung ein ganz wesentlicher Bestandteil für das Wohlfühlen im Viertel. So gesehen würden wir uns freuen, wenn wir die Leserinnen und die Leser dieser Zeilen von den Zielen der big überzeugen konnten und auch Sie dann bald als unsere neuen und alten Kunden oder als neues Mitgliedsunternehmen begrüßen zu können. big e.V. Ernst-Jürgen Kröll
Vorsitzender