10/06/2026
Ein bewegender Tag für die Kölschen Kippa Köpp: Heute haben wir an der Richmodstraße/Ecke Zeppelinstraße drei neue Stolpersteine verlegen lassen. Sie geben dem jüdischen Karnevalskünstler Alfred Heinen-Levy, seiner Frau Selma und ihrer Tochter Margot ihren festen Platz in der Erinnerung unserer Stadt zurück. In den 1920er-Jahren war Alfred Heinen als Humorist und Sänger eine feste Größe im Kölner Karneval und begeisterte das Publikum bei Traditionsgesellschaften wie den Kölsche Funke rut-wieß vun 1823 e.V. und den Altstädter Köln 1922 e.V. Im Juli 1933 musste die Familie vor dem NS-Terror nach Amsterdam fliehen, bevor sie 1943 in den Vernichtungslagern Sobibor und Auschwitz ermordet wurde.
Vor Ort berichtete unser Präsident Aaron Knappstein eindringlich über das Schicksal der Familie. Ein besonders berührender Moment war es, als unser Mitglied, der Schauspieler Michael Klevenhaus, historische Texte von Alfred Heinen vortrug und seine Stimme nach fast einem Jahrhundert wieder im Herzen von Köln hörbar machte. Über 80 Menschen begleiteten die Zeremonie, darunter Ibrahim Basalamah vom NS-Dokumentationszentrum Köln. Ganz besonders gefreut haben wir uns über die Teilnahme der Schülerinnen und Schüler der Marienschule Opladen – es ist ein wunderschönes und starkes Zeichen, dass die junge Generation dieses Gedenken so aktiv mitgestaltet und lebendig hält.
Finanziert wurden die Steine durch das großartige Projekt „Krätzchen für Stolpersteine“ unserer Vereinsmitglieder Andrea und Dieter Blum, die heute ebenfalls anwesend waren. Von den inzwischen rund 3.000 Stolpersteinen in Köln wurden bislang 28 durch die Kölschen Kippa Köpp initiiert. Für uns ist diese Arbeit eine absolute Herzenssache: Wir möchten jüdischen Kulturschaffenden nicht nur mit nüchternen Jahreszahlen gedenken, sondern ihnen ihre Geschichte, ihr Gesicht und ihre Würde zurückgeben.