30/09/2026
THEMA DES MONATS
Einmal im Monat veröffentlichen wir einen Artikel zu unserer Arbeit: Hintergrundinfos, Erfolge und Herausforderungen. Für den Monat September erläutern wir eine sehr aktuelle Bedrohung – mit der Bitte um Unterstützung!
Existenzbedrohende Kürzungen: Der Entwurf des Kölner Doppelhaushaltes 2027-28
Worum geht es?
Seit dem 02.09.2026 liegt der Entwurf der Verwaltung für den Kölner Doppelhaushalt 2027/28 vor. Für den Rom e.V. sind die geplanten Kürzungen existenzbedrohend. Die über Jahrzehnte aufgebauten Strukturen sind in Gefahr, der Verein gerät in Insolvenznähe.
Im Einzelnen
- Bleiberechtsprogramm: Kürzungen von 410.000 Euro in 2025 und 2026 auf 240 000 Euro in 2027/28, für vier Träger, darunter der Rom e. V. Gleichzeitig fehlt noch immer der Ratsbeschluss, das „Programm Bleibeperspektiven“ ab Januar 2027 fortzusetzen. Im schlechtesten Fall verliert der Rom e. V. zwei volle Stellen.
- RomBuK, Kultur und Bildung für die Mehrheitsgesellschaft und für Rom:nja: Kürzung in 2028 von 185 000 Euro auf 100 000 Euro. Das heißt für den Verein, die beiden wissenschaftlichen und pädagogischen 1/2 Stellen, die die gesamte Bildungsarbeit machen, zu entlassen. Übrig bleibt ein Dokumentarist. Bildungs- und Empowermentarbeit mit Rom:nja fallen weg.
- Am dramatischsten sind die Kürzungen in der vom Jugendamt finanzierten Haushaltsstelle „Hilfen für Sinti und Roma“ von 372.000 Euro auf 133.000 Euro. Alleiniger Träger ist hier der Rom e.V. Zwei von drei Projekten müssten eingestellt werden, darunter das sehr gut laufendes Kooperationsprojekt Angle Dikhas mit fünf Schulen im SEK I-Bereich. Sechs Beschäftigte (unterschiedliche Stellenanteile, insgesamt fünf Vollzeitstellen) müssten entlassen werden.
Allein an diesen drei Positionen würden wir also acht (!) volle Stellen verlieren. Damit gerät der Verein in Insolvenznähe. Die Existenz ist massiv gefährdet. Hunderten von Roma-Geflüchteten kann in Zeiten des zunehmendem Antiziganismus nicht mehr geholfen werden!!! Hier ein Link des AK Politik der Willkommensinitiativen, in dem dieser den Haushaltsentwurf (insgesamt) hinsichtlich der Themen Flucht und Migration analysiert LINK
Was tun?
Aktuell wird über den endgültigen Haushalt verhandelt, am 16.10.2026 wird der überarbeitete – und damit ziemlich sicher finale – Entwurf der Haushaltsplanung beim Finanzausschuss vorgestellt und in der Ratssitzung am 12.11.2026 verabschiedet. D.h., bis zum 16.10.2026 können wir alle Einfluss auf den Haushalt nehmen. Bitte unterstützt uns bei unserem Kampf für den Erhalt unserer Angebote!
Unten ein Musterschreiben (inkl. Verteiler), das an alle Fraktionsverantwortlichen im Kölner Rat gesendet werden kann (Muster Unterstützungsschreiben).
Ein weiterer Hinweis: Am Donnerstag, 08. Oktober 2026, 14.30 Uhr, Alter Markt findet eine Kundgebung statt. Am 08.10. findet die letzte Ratssitzung vor der Finanzausschusssitzung statt - am 16.10. wird im Finanzausschuss über den Doppelhaushalt 2027/28 abgestimmt.
Kommt am 08.10.2026 um 14.30 Uhr zum Alter Markt.
Die Kundgebung wird von einem breiten Bündnis getragen, dem Bündnis ZUSAMMENHALT FÜR KÖLN Freie Kultur und Soziales, das der Rom e.V. nachdrücklich unterstützt. Dazu gehören: NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste e.V., Kulturnetz Köln e.V., Verein für Darstellende Künste Köln e.V., Kölner Flüchtlingsrat e.V., interKultur e.V. Auf dieser Seite: https://www.allerweltshaus.de/.../zusammenhalt-fuer-koeln finden sich die Kernforderungen dieses Bündnisses, die auch unterzeichnet werden können. Gerade in diesen Zeiten müssen wir zeigen, dass wir viele sind!
Wir bedanken uns im Voraus herzlich für jede Form der Unterstützung!
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Muster: Unterstützungsschreiben für den Erhalt der Arbeit des Rom e.V.
E-Mail-Adressen der Ansprechpartner:innen (finanzpolitische:r Sprecher:in, jugendpoltische:r Sprecher:in, migrationspolitische:r Sprecher:in)
[email protected]; [email protected]; [email protected]; [email protected]; [email protected]; [email protected]; [email protected]; [email protected]; Dilan.Yazicioglu@STADT- KOELN.DE
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Betreff: Haushaltsentwurf 2027/28 – Bitte erhalten Sie die erfolgreiche Arbeit des Rom e.V.
Sehr geehrte Damen und Herren,
der Rom e.V. besteht seit fast 40 Jahren und ist mit seiner Arbeit äußerst erfolgreich.
Seine pädagogischen, Beratungs- und Bildungsprojekte für Rom:nja und Nicht-Roma und nicht zuletzt das Bleiberechtsprogramm haben die Lage der Rom:nja in Köln deutlich verbessert:
- Der Schulbesuch der Roma-Kinder findet mehrheitlich regelmäßig statt, mit viel weniger Förderbedarf, bis hin zu Gymnasialabschlüssen,
- die Erwachsenen finden mit Hilfe unserer Beratungsstelle Qualifikationsmöglichkeiten, Wohnung, Arbeit,
- durch das Bleiberechtsprogramm des Rom e.V. haben ca. 160 Menschen endlich eine Bleibeperspektive,
- durch RomBuK (Bildung und Kultur) mit Archiv, Bibliothek und Dokumentationszentrum werden Weiterbildungen und Workshops für städtische Mitarbeiter:innen, Multiplikator:innen und Studierende durchgeführt, im Rahmen der Gedenkarbeit werden viele Projekte, z.B. Stolperstein-Spaziergänge, entwickelt und umgesetzt.
Die geplanten Kürzungen von rund 40% für seine Angebote bedrohen die Existenz des Vereins. Wenn beim Rom e.V. gekürzt wird, tragen wir alle die Folgen: Weniger Teilhabe und Zugang zu persönlichen Rechten, mehr Belastung für Verwaltung, Schulen, Demokratie, soziale Dienste und Ehrenamt. Diese Arbeit ist keine freiwillige Nebensache. Sie ist Teil der sozialen Infrastruktur dieser Stadt. Sie verhindert Krisen, stabilisiert Systeme, steht an der Seite einer besonders vulnerablen Gruppe und sorgt damit dafür, dass Köln handlungsfähig bleibt.
Die finanziellen Probleme der Stadt Köln dürfen nicht auf dem Rücken der Schwächsten der Gesellschaft ausgetragen werden. Daher bitte ich Sie nicht nur um Kenntnisnahme, sondern um eine klare politische Entscheidung: Setzen Sie sich in Ihrer Fraktion dafür ein, dass die kommunale Förderung des Rom e.V. erhalten bleibt.
Mit freundlichen Grüßen
[Name]