24/05/2026
FREITAGS-TICKER
Was kann Pfingsten uns sagen?
Mich bringt es auf die alttestamentarische Geschichte vom Turmbau zu Babel. Und der war ein Versuch, Verfügbarkeit über die Welt als ein Ganzes herzustellen.
Die Sprachverwirrung lässt das Projekt platzen. Dieses Bild ist für uns Menschen von heute aber irreführend und es enthält sogar die Möglichkeit zu einem groben Missverständnis:
Für die Menschen in der Legende war der Turmbau mit der Erwartung verbunden, sich die Welt wie mit einer einzigen, alles übergreifenden „Sprache“ verfügbar machen zu können (mit der Sprache einer Steigerung im raumzeitlichen Sinn).
Dieser Versuch, sich die Wirklichkeit als ein Total aneignen zu wollen, wurde jedoch bestraft und am Ende stand das totale Nichtverstehen (Sprachverwirrung).
Wir Heutigen täten es mit den Turmbauern von damals gleich, wenn wir glaubten, die Wirklichkeit über die eine, und über allem stehende richtige Sprache verstehen zu können -über die Sprache der raumzeitlichen Zusammenhänge (Physik) nämlich.
Die Wirklichkeit ist aber eine fraktionierte Wirklichkeit, sie ist in bestimmter Weise unganz und das gleichsam „von Natur aus“. Das schafft ein unauflösbares Unbehagen! Aber göttlicher weise schaltet sich das Pfingstfest genau an dieser Stelle ein:
Gefeiert werden soll (so die neutestamentarische Geschichte) eine Realität, die in ganz unterschiedlichen “Sprachen“ existiert und uns ein Teilhaben an diesem Geheimnis möglich macht.