21/08/2026
Kurdische Gemeinde Deutschland zum Polizeieinsatz in München: Transparente Aufklärung und Dialog sind jetzt entscheidend
Berlin/München, 21. August 2026
Die Kurdische Gemeinde Deutschland (KGD) zeigt sich tief betroffen über den Polizeieinsatz am 18. August 2026 in München-Schwabing, bei dem ein 14-jähriger Jugendlicher durch den Schuss eines Polizeibeamten schwer verletzt wurde.
Nach den bislang bekannten Informationen führte der Jugendliche eine täuschend echt aussehende Softair-Pistole mit sich. Ein Passant, der die Situation beobachtet hatte, verständigte daraufhin die Polizei und meldete eine vermeintlich bewaffnete Person. Im weiteren Verlauf des Einsatzes kam es zur Schussabgabe durch einen Polizeibeamten, wobei der 14-Jährige schwer am Oberkörper verletzt wurde. Erst im Zusammenhang mit dem Einsatz stellte sich heraus, dass es sich bei der vermeintlichen Schusswaffe um eine Softair-Waffe handelte. (TZ.de)
Unsere Gedanken gelten zunächst dem Jugendlichen und seiner Familie. Wir wünschen ihm von Herzen eine schnelle und vollständige Genesung und hoffen, dass er das Krankenhaus so bald wie möglich verlassen und zu seiner Familie zurückkehren kann.
Der Vorfall ist tragisch und muss zugleich differenziert betrachtet werden. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand gibt es unterschiedliche Darstellungen darüber, was sich unmittelbar vor der Schussabgabe ereignet hat. Während die Polizei erklärt, der Jugendliche habe sich mit dem waffenähnlichen Gegenstand in der Hand zu den Beamten gedreht, schildern der Jugendliche und seine Familie den Ablauf anders. (DIE WELT)
Gerade deshalb halten wir es für falsch, zum jetzigen Zeitpunkt abschließende Urteile über das Verhalten einzelner Beteiligter zu fällen. Gleichzeitig darf ein Polizeieinsatz, bei dem ein 14-jähriger Jugendlicher durch eine Dienstwaffe schwer verletzt wird, nicht ohne eine umfassende und nachvollziehbare Aufarbeitung bleiben.
Die Kurdische Gemeinde Deutschland erwartet daher eine vollständige, unabhängige und transparente Klärung des Einsatzgeschehens. Wir setzen darauf, dass die zuständigen staatlichen Stellen den Sachverhalt sorgfältig untersuchen. Nach den bislang veröffentlichten Informationen prüfen das Bayerische Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft München die Rechtmäßigkeit des Schusswaffengebrauchs. (TZ.de)
Für uns ist dabei von besonderer Bedeutung, dass das Vertrauen in Polizei und rechtsstaatliche Institutionen erhalten bleibt. Dieses Vertrauen entsteht nicht dadurch, dass offene Fragen ausgeblendet werden, sondern dadurch, dass auch schwierige Polizeieinsätze transparent untersucht, mögliche Fehler benannt und notwendige Konsequenzen gezogen werden.
Ebenso wichtig ist es uns, einer vorschnellen gesellschaftlichen Polarisierung entgegenzuwirken. Der Jugendliche und seine Familie haben kurdische Wurzeln. Dennoch sollte der Vorfall weder für pauschale Vorwürfe gegenüber der Polizei noch für Vorverurteilungen des Jugendlichen instrumentalisiert werden. Entscheidend sind die Tatsachen und eine rechtsstaatliche Aufklärung.
Die Kurdische Gemeinde Deutschland wird die weitere Aufklärung aufmerksam verfolgen. Unser gemeinsames Interesse muss sein, dass vollständig geklärt wird, was am 18. August in München geschehen ist – im Interesse des verletzten Jugendlichen und seiner Familie, der beteiligten Polizeibeamten und des Vertrauens der gesamten Gesellschaft in unseren Rechtsstaat.