02/10/2026
Wir möchten im internationalen Monat der unterstützten Kommunikation aufmerksam machen, wie vielfältig und lebenswichtig Kommunikation für jeden einzelnen Menschen ist.
Laura verfasst Zeilen nur mit ihren Augen in einer enorm schnellen Geschwindigkeit:
Kommunikation ist viel größer als das, was wir hören können. Sie beginnt lange vor dem ersten gesprochenen Wort. Sie endet nicht dort, wo Lautsprache fehlt. Kommunikation geschieht durch Blicke, Mimik, Körpersprache, Gesten, Gebärden, Symbole, Schrift, Berührung, Nähe, Distanz, Handlungen, Ablehnung, Freude und manchmal auch durch Verhalten, das andere Menschen zunächst nicht verstehen.
Die Frage ist nicht, kann dieser Mensch kommunizieren.
Die entscheidende Frage ist, sind wir bereit, uns auf die Art seiner Kommunikation einzulassen.
Unterstützte Kommunikation kann ganz unterschiedlich aussehen. Sie kann mit einem Blick beginnen. Mit einer Kopfbewegung. Mit einer Geste. Mit Gebärden. Mit Fotos, Symbolen, Kommunikationstafeln, Büchern, Tablets, Schrift, Sprachausgabegeräten, Talker, Augensteuerung, Kopfsteuerung, Atemsteuerung... Manche Menschen nutzen nur einzelne dieser Möglichkeiten. Andere kombinieren viele Wege miteinander.
Es gibt nicht die eine richtige Kommunikationshilfe für alle Menschen.
Es gibt nur die passende Unterstützung für den jeweiligen Menschen.
Und diese Unterstützung muss sich verändern dürfen.
Menschen entwickeln sich. Interessen verändern sich. Fähigkeiten verändern sich. Lebenssituationen verändern sich. Niemand würde von einem Kind verlangen, dass es für immer mit dem gleichen Wortschatz wie im Kindergarten spricht. Warum erwarten wir das manchmal von Menschen, die unterstützt kommunizieren?
Unterstützte Kommunikation wurde mein Sprungbrett in die Selbstbestimmung. Lasst UK auch zu eurem Sprungbrett werden.
Ein Sprungbrett für die Person mit UK-Bedarf, für ihre Familie, für ihre Freundinnen und Freunde, für Fachkräfte, für Therapeutinnen und Therapeuten, für das ganze Umfeld.
Denn Unterstützte Kommunikation kann Brücken bauen.
Unterstützte Kommunikation öffnet Türen, von denen man dachte, sie blieben für immer verschlossen.