26/08/2026
☝ Inklusion: NRW-Schulpolitik entspricht nicht dem Elternwillen
Wissenschaftliche Studie belegt, dass Eltern behinderter Kinder Inklusion wünschen, aber kein gutes Angebot vorfinden
Die hohen Anmeldezahlen an Förderschulen in Nordrhein-Westfalen sind nicht Ausdruck des Elternwillens. Das hat eine wissenschaftliche Befragung des Deutschen Instituts für Menschenrechte jetzt auch mit einer Sonderauswertung für NRW ergeben. An der Befragung haben 2.315 Sorgeberechtigte im Land teilgenommen (bundesweit rund 7.500).
Demnach lehnen rund 81 Prozent der Eltern schulpflichtiger Kinder mit Behinderungen in Nordrhein-Westfalen eine getrennte Beschulung von Kindern mit Förderbedarf ab. Rund 91 Prozent der Eltern wünschen sich, dass alle Schulen so ausgestattet sind, dass Kinder mit und ohne Behinderungen gut gemeinsam lernen können.
Sogar von den Eltern, die ihr Kind an einer Förderschule angemeldet haben, geben rund 69 Prozent an, sie würden ihr Kind sicher (44 Prozent) oder wahrscheinlich (25 Prozent) auf eine allgemeine Schule schicken, wenn die Förder- und Unterstützungsbedingungen dort besser wären.
Das Argument der Landesregierung und vieler Kommunen, Förderschulen müssten auf Wunsch der Eltern aktuell sogar weiter ausgebaut werden, basiert demnach auf einer umfassenden Fehleinschätzung. Viele Eltern melden nicht an Förderschulen an, weil sie die getrennte Schulform bevorzugen, sondern weil sie für die gewünschte inklusive Bildung in der allgemeinen Schule keine guten Bedingungen vorfinden.
Nach unseren Recherchen sollen aber nach Planungen der kommunalen Schulträger zu den aktuell 488 Förderschulen in Nordrhein-Westfalen mindestens 30 weitere hinzukommen.
📌 Wir fordern:
Die Bedingungen für inklusive Beschulung müssen verbessert werden, statt derzeit knappe Ressourcen in noch mehr Förderschulkapazitäten zu investieren.
📌 Wir fragen:
Wo ist der im Koalitionsvertrag versprochene Aktionsplan inklusive Bildung der NRW-Landesregierung?
Mehr Informationen:
https://www.mittendrin-koeln.de/aktuell/detail/inklusion-nrw-schulpolitik-entspricht-nicht-dem-elternwillen
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