21/07/2026
Die dramatische Situation im Nahen Osten stand in diesem Jahr auf der Tagesordnung der ROACO, dem jährlichen Treffen der Hilfswerke für die orientalischen Kirchen in Rom. Für den DVHL war Generalsekretär Dr. Matthias Vogt dabei.
Aus Jerusalem war der neue Kustos des Heiligen Landes, Franziskanerpater Francesco Ielpo angereist.
In den Mittelpunkt seines Berichts stellte er die wirtschaftliche Situation der Christ*innen, die immer dramatischer werde und den Menschen kaum noch Perspektiven für die Zukunft biete. Besorgniserregend sei aber auch die Gewalt gegen Palästinenser*innen im Westjordanland. Die Situation in Gaza lasse sich gar nicht mehr beschreiben.
Aus dem Libanon war der dortige Apostolische Nuntius, Paolo Borgia, per Video zugeschaltet. Als Vatikanbotschafter war er gerade von einer Hilfskampagne für die Menschen im von Israel besetzten Südlibanon zurückgekommen. Die israelische Armee habe dort alle Menschen vertrieben und die Dörfer vollständig zerstört. Nur drei christliche Dörfer hätten standgehalten. Allerdings seien sie völlig von der Außenwelt abgeschnitten und auf Hilfslieferungen angewiesen. Diese seien sehr gefährlich, wie Borgia aus seinen eigenen Erfahrungen berichten konnte. Er hat schon über zehn solcher Transporte selbst begleitet. Dabei sei es unmittelbar neben dem Hilfskonvoi zu Angriffen gekommen. Warum er selbst dabei sei? Er wolle „Präsenz zeigen. Solidarität, Nähe, Freundschaft…. ein Lächeln bringen, eine Umarmung“. Er gab sich überzeugt: „Liebe, Frieden, Solidarität, Hingabe, das wird den Krieg besiegen.“
Für den DVHL waren die Berichte eine Bestärkung seiner Arbeit. So hat der DVHL die Hilfslieferungen in den Südlibanon über die „Päpstliche Mission“ in Beirut unterstützt. Deren Direktor Michel Constantin war selbst bei mehreren Konvois zusammen mit dem Nuntius dabei: „Nichts ist übrig, kein einziges Haus, totale Zerstörung und Verwüstung.“
DVHL-Generalsekretär Matthias Vogt gab sich zum Abschluss der Beratungen in Rom überzeugt: „Wir haben in Israel, in Palästina und im Libanon genau die richtigen Partner. Wir werden sie auch weiterhin unterstützen. Denn sie bringen nicht nur materielle Hilfe. Sie stiften Hoffnung und lassen Gottes Nähe aufleuchten.“