23/06/2026
#222
Jule Dumke packt als Praktikantin in den Sommermonaten im Literaturhaus mit an. Für empfiehlt sie uns dieses Buch:
Jacqueline Harpman: ICH, DIE ICH DIE MÄNNER NICHT KANNTE. Klett-Cotta. Aus dem Französischen von Luca Homburg.
Durch Social Media ist das Buch nun endlich auch im deutschsprachigen Raum angekommen. Die belgische Autorin Jacqueline Harpman veröffentliche bereits 1998 diesen dystopischen Roman, der ähnlich wie Margaret Atwoods »The Handmaid’s Tale« eine Geschichte von Frauen erzählt, die unter der Willkür von Männern ein extrem eingeschränktes Leben führen müssen.
Wir begleiten eine namenlose Erzählerin, die als Teil einer 40-köpfigen Gruppe bereits ihr ganzes Leben eingesperrt in einem Käfig verbringt. Sie ist mit Abstand die Jüngste der Frauen, die sich jedoch nicht mehr daran erinnern können, wie sie in diese schreckliche Lage gekommen sind, geschweige denn an das Leben davor. Mit der Zeit entwickelt die Erzählerin eigene Erkenntnisse über ihren Aufenthaltsort und formt den Willen, etwas daran zu ändern. Nur langsam teilt sie den restlichen Frauen ihre Beobachtungen mit und ist letztendlich auf einen glücklichen Zufall angewiesen, der die Wächter verscheucht und sie mit den Schlüsseln zum Käfig zurücklässt. Alles, was danach passiert, ist ungewiss und vollkommen neu. Eine Geschichte über Gemeinschaft und was es bedeutet, frei und Mensch zu sein.