FrauenMediaTurm

FrauenMediaTurm FrauenMediaTurm - Das Archiv und Dokumentationszentrum

Zum Impressum... https://www.facebook.com/FrauenMediaTurm/app_128953167177144

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Der FrauenMediaTurm (FMT) ist ein Informationszentrum zur Geschichte der Emanzipation, ein Hort des lebendigen Gedächtnisses von Frauen. Er wird genutzt von Wissenschaft, Medien und Politik. Seit 1994 hat das zehn Jahre zuvor gegründete Archiv seinen Sitz im mittelalterlichen Bayenturm zu Köln am Rhein. Der FMT ist im deu

tschsprachigen Raum die thematisch umfassendste, modern erschlossene Spezialbibliothek zu Geschlechtergerechtigkeit und Genderforschung.

19/06/2026

3000 Jahre weibliche Wut: Darüber schreibt Kulturwissenschaftlerin und Feministin Tara-Louise Wittwer () in ihrem Buch Nemesis‘ Töchter von 2025.

Auf ihrem Streifzug durch die europäische Geschichte und Mythologie begegnen uns wütende Frauen von der Antike bis heute: Boudicca, die ihre vergewaltigten Töchter rächt, Giulia Tofana, die anderen Frauen Gift verkauft, damit diese ihre Ehemänner umbringen können, Marianne Bachmeier, die den Mörder ihrer kleinen Tochter erschießt und , Gisèle Pelicot, die sich in einem öffentlichen Gerichtsprozess gegen den sexuellen Missbrauch durch ihren Ehemann wehrt - sie alle eint, dass die Wut sie zum Handeln bringt. Aber die Geschichtsschreibung zeigt auch, dass diese Frauen oft dämonisiert und missverstanden wurden.

In ihren Handlungen geben sie unterschiedliche Antworten auf die Fragen, die Wittwer beschäftigen:

Was passiert mit weiblicher Wut in einem System patriarchaler Unterdrückung?
Schweißt gemeinsame Wut zusammen?
Warum wäre ein solcher Zusammenhalt wichtig?
Was passiert, wenn Solidarität verunmöglicht wird?

Wittwer beschäftigt sich vor allem damit, wie Frauen selbst zu ihrer Vereinzelung und Machtlosigkeit im Patriarchat beitragen, mit dem antrainierten Willen, zu gefallen nämlich. Nemesis Töchter plädiert für etwas Anderes: Dafür, mit den zornigen Frauen der Vergangenheit im Rücken gemeinsam wütend zu werden.

Für mehr solidarische Wut lest ihr Buch und in unserer Beitragsreihe „Frauen und Wut“!

Knaur Verlag () / Buchcover: Cameraphoto Arte Venezia/ Bridgeman Images mit Verwendung eines Motivs von Jan Kopetzky

📖 Signatur soon to come

„Wenn sich weltweit die Völker für die Freiheit erheben und die Arbeiterklasse ihr Recht einfordert, dürfen Frauen dann ...
16/06/2026

„Wenn sich weltweit die Völker für die Freiheit erheben und die Arbeiterklasse ihr Recht einfordert, dürfen Frauen dann einfach passiv bleiben?“ 📜✒️ Diese aufrüttelnde Frage stellte die Pariser Schneiderin Jeanne-Victoire Jacob am 15. August 1832 in ihrem gedruckten „Aufruf an die Frauen“ (Appel aux femmes).

In der historischen Forschung herrscht heute wissenschaftlicher Konsens darüber, dass hinter diesem Pseudonym die frühsozialistische Feministin Jeanne Deroin (1805–1894) stand. Ihr Text erschien als programmatischer Eröffnungsartikel in der allerersten Ausgabe der Pariser Zeitschrift „La Femme libre“ und ein Akt der Résistance.

In ihrem „Aufruf“ forderte Deroin Frauen auf, sich klassenübergreifend zu solidarisieren und ihre vermeintlich traditionellen weiblichen Stärken strategisch als politische Waffen für ihre Rechte einzusetzen. Dabei verband sie die Emanzipation der Frau untrennbar mit dem Befreiungskampf der Arbeiterklasse.

🔍 Genaueres auf den Kacheln.

Die Lebensrealität französischer Frauen dieser Epoche war unbarmherzig: Der 1804 eingeführte „Code Civil“ raubte Frauen fast alle bürgerlichen Rechte und verbot ihnen die selbstständige Herausgabe politischer Schriften. Deshalb mussten Jacob und ihre Mitstreiterinnen die Zeitschrift anfangs komplett durch Arbeit als Näherinnen und Stickerinnen finanzieren, bevor später Spenden aus der sozialistischen Saint-Simonismus-Bewegung folgten, welche die Emanzipation der Frau als Grundvoraussetzung für jede gesellschaftliche Veränderung begriff.

In der damaligen Öffentlichkeit ernteten die Aktivistinnen heftige Kritik. Ihre GegnerInnen verstanden ihre Selbstbezeichnung als „freie Frauen“ absichtlich falsch und warfen ihnen moralische Zügellosigkeit und die Zerstörung von Familie und Ehe vor. Wegen dieser Stigmatisierung distanzierten sich spätere Frauenbewegungen lange Zeit von ihnen. Erst die moderne Geschichtsschreibung würdigte Deroin und ihre Mitstreiterinnen als Sozialrevolutionärinnen und wichtige Vorkämpferinnen, die in einer Reihe mit Vordenkerinnen wie Mary Wollstonecraft stehen.

🔍✊ Zum heutigen   blicken wir auf den Kampf gegen die Ausbeutung von Millionen Minderjähriger weltweit. Doch woher stamm...
12/06/2026

🔍✊ Zum heutigen blicken wir auf den Kampf gegen die Ausbeutung von Millionen Minderjähriger weltweit. Doch woher stammt das völkerrechtliche Fundament, auf dem dieser Kampf fußt?

Die Antwort führt uns zurück zu einer wegweisenden : Eglantyne Jebb (1876–1928).

In einer Epoche, in der Kinderarbeit in Fabriken und Minen noch weitgehend gesellschaftlich akzeptiert war, brach die studierte Historikerin und Grundschullehrerin mit den Konventionen ihrer Zeit. Geprägt von einem sozialreformerischen Elternhaus, wählte sie den Weg der systematischen Sozialarbeit. Ihre sozialwissenschaftliche Feldstudie von 1906 gilt bis heute als wegweisend für moderne, systematische jenseits reiner „Almosenvergabe“

Der Katalysator für ihr internationales Wirken war der Erste Weltkrieg (s. Kacheln). Konfrontiert mit dem Elend der Zivilbevölkerung, gründete Jebb im April 1919 mit ihrer Schwester Dorothy Frances Buxton (1881-1963) den „Save the Children Fund“. Trotz massiver politischer Widerstände mobilisierte sie eine beispiellose internationale Solidarität, die sogar von Papst Benedikt XV. unterstützt wurde. Auch heute noch engagiert sich für die Themen Bildung, Gesundheit, , und Nothilfe in Krisen.

Jebbs bleibendes Verdienst liegt jedoch in der Institutionalisierung des Kinderschutzes. Sie erkannte, dass punktuelle humanitäre Hilfe unzureichend ist, und verfasste die „Children’s Charter“. 1924 verabschiedete der Völkerbund diese als Genfer Erklärung. Erstmals wurde völkerrechtlich kodifiziert: „Das Kind muss […] vor jeder Form der Ausbeutung geschützt werden.“

Dieses Dokument bildet das direkte Fundament der UN-Kinderrechtskonvention von 1989. Wenn die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) heute unter dem globalen Slogan „Rote Karte für Kinderarbeit“ gegen Ausbeutung ankämpft, führt sie Jebbs Erbe fort. Ihre damals revolutionäre Prämisse bleibt hochaktuell: Ein Kind ist weder Eigentum der Eltern noch des Staates. Es ist ein eigenständiges Subjekt mit dem Recht auf Schutz, Bildung und eine sichere Zukunft. 🕊️

Diesen Monat findet am Mittwoch, den 24. Juni um 17 Uhr wieder unsere öffentliche Führung statt. Kommt uns besuchen! 📆☀️...
10/06/2026

Diesen Monat findet am Mittwoch, den 24. Juni um 17 Uhr wieder unsere öffentliche Führung statt. Kommt uns besuchen! 📆☀️

Erfahrt, warum starke Frauen in Köln schon immer eine Rolle spielten, welche Schätze das feministische Archiv und die Bibliothek des FrauenMediaTurm bietet und wie es 1994 in den Bayenturm kam.

Kosten: 5 €/Person
Anmeldung: [email protected]
Adresse: Am Bayenturm 2, 50678 Köln

Taggt in den Kommentaren jemanden mit dem ihr gerne teilnehmen würdet - Wir freuen uns auf euch! 🥰

P.S.: Spezielle Führungen für Gruppen (min. 10, max. 25 Personen) können individuell vereinbart werden. Meldet euch einfach per Mail via [email protected].

Weiter geht es mit unserem   zum gestrigen  ! 🌏 🌱 Nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 erlebte die Anti-Atom...
06/06/2026

Weiter geht es mit unserem zum gestrigen ! 🌏 🌱 Nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 erlebte die Anti-Atom-Bewegung einen neuen Schub. Die Katastrophe, vor der Anti-AKW-Initiativen immer gewarnt hatten, war eingetreten. Zusätzlich lösten unklare und teils widersprüchliche Informationen über radioaktive Belastungen große Verunsicherung und zahlreiche Proteste sowie Neugründungen von Initiativen aus.

Eine zentrale Rolle dabei spielten Frauengruppen, insb. Mütterinitiativen, die vor allem mit der Sorge um die Gesundheit ihrer Kinder argumentierten. Im Fokus standen Fragen nach der Sicherheit von Lebensmitteln, Spielplätzen und dem alltäglichen Umgang mit einer kontaminierten Lebensumgebung, in der der Aufenthalt draußen zur Gefahr wurde.

Zu ihnen gehörten die „Mütter gegen Atomkraft“ (MgA), die sich im Juni 1986 in München gründeten und zeitweise rund 1.100 Mitglieder zählten. Ihr Ziel war der Atomausstieg. Hervorgegangen war die Gruppe aus einer Initiative aus Starnberg, die am 12. Mai 1986 zu einer symbolischen Aktion auf dem Münchner Marienplatz aufgerufen hatte: Muttertagssträuße wurden in Form des Strahlenzeichens ausgelegt. 💐☢️

Auf den Kacheln findet ihr einige Archivalien über diese und weitere Aktionen.

In den 1980er-Jahren rückten auch neue Fortpflanzungstechnologien in den Blick, etwa künstliche Befruchtung und Pränataldiagnostik. Kritisiert wurde, dass solche Verfahren den weiblichen Körper stärker zum Gegenstand medizinischer und technischer Kontrolle machen konnten. Gleichzeitig verband sich der Widerstand gegen Atomenergie mit einer grundsätzlichen Kritik an einer Industriegesellschaft und ihrem Wachstumswahn, die Natur als bloße Ware behandelt und Ausbeutung normalisiert.

Eine wichtige publizistische Stimme des in Deutschland war (1931–2023). Gemeinsam mit Vandana Shiva entwickelte sie eine einflussreiche Kritik an kapitalistischer Globalisierung. Dabei machten beide deutlich, wie eng die Ausbeutung von Natur, Frauen und Ländern des Globalen Südens miteinander verbunden ist (Vgl. FE.03.005-1995).

Heute ist  ! 🌏 🌱 1972, am Eröffnungstag der ersten UN-Umweltkonferenz in Stockholm, wurde er offiziell ausgerufen. Auch ...
05/06/2026

Heute ist ! 🌏 🌱 1972, am Eröffnungstag der ersten UN-Umweltkonferenz in Stockholm, wurde er offiziell ausgerufen. Auch die zu diesem Zeitpunkt noch junge feministische Bewegung setzte sich früh kritisch mit dem Verhältnis von Mensch und Natur auseinander.

Deshalb haben wir euch heute ein paar aus den feministischen Umweltinitiativen der 1970er Jahre mitgebracht. Auch in der feministischen Presse, wie der „Frauenoffensive“ von 1975 (Z-Ü102:1975-2) sind wir fündig geworden.

Ausgangspunkt dieser Auseinandersetzung mit ökologischen Fragen ab den 1970er Jahren war eine grundlegende Kritik an der patriarchalen Beherrschung, Ausbeutung und Zerstörung von Natur, zu der im Patriarchat auch der weibliche Körper zählt. Ein Beispiel für den Kampf um körperliche Selbstbestimmung sind die Kämpfe gegen den Abtreibungsparapgrafen §218. ♀️ ✊

Die Forderung nach seiner Abschaffung verstand sich als Widerstand gegen patriarchale Verfügungsgewalt über den . Daraus entwickelten Teile der feministischen Ökologie eine Theorie, die Gebärfähigkeit zur Grundlage einer besonderen Verantwortung für das Leben und die Lebensbedingungen auf der Erde machte.
Deshalb engagierten sich Frauen früh auch im Bereich der . ☢️ 🪧

1974 entstand mit den „Frauen gegen das Atomkraftwerk Wyhl“ einer der ersten organisierten Proteste gegen . Landwirtinnen, Winzerinnen und Akademikerinnen aus Südbaden schlossen sich zusammen, organisierten Demonstrationen und Platzbesetzungen. Mit dem Beschluss der Bundesregierung von 1977, als Standort für ein Atomendlager vorzusehen, radikalisierte sich der Widerstand. 1979 gründeten sich die „Gorlebenfrauen“, ein Bündnis aus lokalen Aktivistinnen und Unterstützerinnen aus Städten wie Hamburg.
Die Gruppen waren politisch heterogen: autonome Feministinnen, Landfrauen und andere Aktivistinnen aus ganz unterschiedlichen Lebenszusammenhängen arbeiteten zusammen, trotz zahlreicher Differenzen und Konflikte. Mit der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 gewann der Protest neue Dynamik – mehr dazu im nächsten Beitrag!

Am 21. Mai ist der   für Dialog & Entwicklung 🌍✨ und ein Anlass, auf den Wert von Pluralität, Austausch und Erinnerung z...
21/05/2026

Am 21. Mai ist der für Dialog & Entwicklung 🌍✨ und ein Anlass, auf den Wert von Pluralität, Austausch und Erinnerung zu schauen. Denn bedeutet nicht nur Unterschiedlichkeit, sondern auch die Frage: Wer wird gehört, wer wird bewahrt, wer bleibt sichtbar? Sie ist eine zentrale Voraussetzung für Verständigung, Kreativität und Frieden.

Frauenarchive und andere feministische Erinnerungseinrichtungen sind dabei weit mehr als Aufbewahrungsorte. Ihre Geschichte zeigt, wie politisch Kultur sein kann: Sie entstanden als Orte der Gegenmacht, die herrschende Erinnerung und Wissenssysteme in Frage stellten, in denen feministische Anliegen und Kämpfe lange kaum vorkamen. Sie machten sichtbar, was übersehen, verdrängt und abgewertet wurde. Aus privaten Sammlungen, politischen Initiativen und viel ehrenamtlicher Arbeit wurden Orte aufgebaut, die diese Geschichten bis heute sammeln, sichern und vermitteln. Dabei mussten und müssen sie sich auch immer wieder mit ihren eigenen blinden Flecken auseinandersetzen.

Als Orte des Erinnerns bewahren sie, was in klassischen Archiven fehlt und werden so zu Schauplätzen des Widerstands. Gerade darin liegt ihre politische Bedeutung: Kultur ist nie neutral. Sie kann auslöschen oder sichtbar machen, vereinheitlichen oder ausdifferenzieren.

Wir und unsere Geschwistereinrichtungen im i.d.a.-Dachverband (gegr. 1994) stehen in dieser Tradition. Zum Beispiel bewahren wir eine umfangreiche Zeitschriftensammlung der Frauenbewegungen aus aller Welt (von Seoul über Kolumbien bis Sydney), eine chronologische und themenspezifische Pressesammlung 1964–1994 (z. B. PD.KO.01 Frauensport, PD-LE.15.01 Jüdinnen) sowie Vor- und Nachlässe feministischer Akteurinnen wie P24-Anneke (Mathilde Franziska, 1848er-Revolutionärin und Pionierin der historischen Frauenbewegung). 📚🗂️✊

Als Archiv und Bibliothek feministischen Gedankenguts halten wir Spuren fest, die sonst leicht verschwinden würden und machen sie für Gegenwart und Zukunft zugänglich.

Diesen Monat findet am Mittwoch, den 27. Mai um 17 Uhr wieder unsere öffentliche Führung statt. Kommt uns besuchen! 📆☀️ ...
18/05/2026

Diesen Monat findet am Mittwoch, den 27. Mai um 17 Uhr wieder unsere öffentliche Führung statt. Kommt uns besuchen! 📆☀️ Die Sonne lugt vorsichtig hinter dem Turm hervor, die Temperaturen werden langsam milder und wir haben umso mehr Lust gemeinsam mit euch vom Gewölbe bis aufs Dach zu steigen …

Erfahrt, warum starke Frauen in Köln schon immer eine Rolle spielten, welche Schätze das feministische Archiv und die Bibliothek des FrauenMediaTurm bietet und wie es 1994 in den Bayenturm kam.

Kosten: 5 €/Person
Anmeldung: [email protected]
Adresse: Am Bayenturm 2, 50678 Köln

Taggt in den Kommentaren jemanden mit dem ihr gerne teilnehmen würdet - Wir freuen uns auf euch! 🥰

P.S.: Spezielle Führungen für Gruppen (min. 10, max. 25 Personen) können individuell vereinbart werden. Meldet euch einfach per Mail via [email protected].

🖌️🔍 Aktuell läuft im Kölner  eine große Ausstellung zu ihr: Die zeitgenössische japanische Künstlerin   (*1929) ist heut...
13/05/2026

🖌️🔍 Aktuell läuft im Kölner eine große Ausstellung zu ihr: Die zeitgenössische japanische Künstlerin (*1929) ist heute eine der erfolgreichsten lebenden Künstlerinnen weltweit. Ihre Polka Dots, Kürbis-Skulpturen und „Infinity Mirror Rooms“ ziehen weltweit Millionen Menschen an. Doch hinter der poppigen Ästhetik verbirgt sich das Werk einer Künstlerin, die sich über Jahrzehnte gegen gesellschaftliche Zwänge, patriarchale Strukturen und den westlich dominierten Kunstmarkt behaupten musste.

Geboren 1929 in Matsumoto, Japan, wuchs Kusama in einer wohlhabenden, aber konservativen und dysfunktionalen Familie auf. Schon früh erlebte unter visuelle und auditive Halluzinationen – sie sah Netze und Punkte, die ihre Umgebung überwucherten. Das Malen wurde für sie zum Überlebensmechanismus, um diese Visionen zu bändigen. Nach einem kurzen Studium der traditionellen japanischen Malerei (Nihonga), deren starre Regeln sie ablehnte, zog sie 1958 nach New York.

In der New Yorker der 60er Jahre feierte sie mit ihren „Infinity Nets“ und „Soft Sculptures“ (mit Stoff-Phalli überzogene Möbel) erste Erfolge. Sie arbeitete im Umfeld von und Donald Judd, doch während ihre männlichen Kollegen Weltruhm und finanzielle Sicherheit erlangten, blieb Kusama als migrantische Frau oft am Rand. 1973 kehrte sie nach Japan zurück und lebt seit 1977 auf eigenen Wunsch in einer psychiatrischen Klinik in Tokio, von wo aus sie täglich in ihrem Atelier arbeitet.

Lange Zeit wurde Kusamas Werk in der primär durch die Brille der Psychologie betrachtet; als das Produkt einer „kranken Künstlerin“. Neuere feministische Analysen, wie zum Beispiel die Arbeit von Kunsthistorikerin Midori Yamamura (2015), fordern jedoch eine Abkehr von diesem pathologisierenden Narrativ.

👉 Mehr dazu auf den Kacheln!

Ab den 1980ern erlebte Kusama eine Renaissance. Im September 2017 eröffnete die ihr eigenes Museum in Tokyo. Die Eröffnungsausstellung trug den Titel “Creation Is a Solitary Pursuit, Love Is What Brings You Closer to Art”.

  wurde 1820 Florence Nightingale geboren – Begründerin der modernen westlichen Krankenpflege und eine der bedeutendsten...
12/05/2026

wurde 1820 Florence Nightingale geboren – Begründerin der modernen westlichen Krankenpflege und eine der bedeutendsten Reformatorinnen des Gesundheitswesens. Ihr Geburtstag ist heute international als bekannt. 🏥

Schon als Jugendliche zeigte Nightingale großes Interesse an der Pflege kranker Menschen. Während einer Grippeepidemie 1837 half sie bei der Versorgung Erkrankter – sehr zum Missfallen ihrer Familie, die für sie eine andere Zukunft vorgesehen hatte: gesellschaftliche Einführung, gute Heirat, standesgemäßes Leben.

Doch Nightingale widersetzte sich diesen Erwartungen. Unterstützt wurde sie dabei unter anderem vom amerikanischen Arzt Samuel Gridley Howe, der sie ermutigte, gesellschaftliche Normen zu hinterfragen und ihren eigenen Weg zu gehen.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Kranke meist zuhause versorgt. Krankenhäuser galten vielerorts noch als Armen- und Wohlfahrtseinrichtungen, der Pflegeberuf hatte wenig Ansehen. Erst mit der Industrialisierung gewann das Gesundheitswesen zunehmend an Bedeutung.

Trotz familiären Widerstands ließ sich Nightingale zur Krankenpflegerin ausbilden. Während des Krimkriegs reiste sie 1854 in das heutige Istanbul, um die Versorgung verwundeter Soldaten zu verbessern. Durch ihre nächtlichen Rundgänge wurde sie als „Lady with the Lamp“ bekannt. 💡

1860 gründete sie am St. Thomas’ Hospital in London die weltweit erste professionelle Pflegeschule – ein Meilenstein in der Geschichte der Krankenpflege.

Nightingale revolutionierte die Krankenhauspraxis: Sie setzte Standards für Hygiene, Belüftung, sauberes Wasser und organisierte Pflegeabläufe systematisch. Dadurch konnte die Sterblichkeitsrate deutlich gesenkt werden. Zudem nutzte sie statistische Diagramme zur Visualisierung medizinischer Daten – für ihre Zeit ein außergewöhnlich moderner Ansatz. Gleichzeitig vertrat sie ein Frauenbild, das Pflege eng mit Weiblichkeit verband.

Florence Nightingale starb am 13. August 1910 in London.

Literaturempfehlungen aus dem FrauenMediaTurm zu findet ihr auf der letzten Kachel. 📖

Adresse

Bayenturm 2
Cologne

Öffnungszeiten

Montag 10:00 - 17:00
Dienstag 10:00 - 17:00
Mittwoch 10:00 - 17:00
Donnerstag 10:00 - 17:00
Freitag 10:00 - 17:00

Telefon

+492219318810

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