21/05/2026
Am 21. Mai ist der für Dialog & Entwicklung 🌍✨ und ein Anlass, auf den Wert von Pluralität, Austausch und Erinnerung zu schauen. Denn bedeutet nicht nur Unterschiedlichkeit, sondern auch die Frage: Wer wird gehört, wer wird bewahrt, wer bleibt sichtbar? Sie ist eine zentrale Voraussetzung für Verständigung, Kreativität und Frieden.
Frauenarchive und andere feministische Erinnerungseinrichtungen sind dabei weit mehr als Aufbewahrungsorte. Ihre Geschichte zeigt, wie politisch Kultur sein kann: Sie entstanden als Orte der Gegenmacht, die herrschende Erinnerung und Wissenssysteme in Frage stellten, in denen feministische Anliegen und Kämpfe lange kaum vorkamen. Sie machten sichtbar, was übersehen, verdrängt und abgewertet wurde. Aus privaten Sammlungen, politischen Initiativen und viel ehrenamtlicher Arbeit wurden Orte aufgebaut, die diese Geschichten bis heute sammeln, sichern und vermitteln. Dabei mussten und müssen sie sich auch immer wieder mit ihren eigenen blinden Flecken auseinandersetzen.
Als Orte des Erinnerns bewahren sie, was in klassischen Archiven fehlt und werden so zu Schauplätzen des Widerstands. Gerade darin liegt ihre politische Bedeutung: Kultur ist nie neutral. Sie kann auslöschen oder sichtbar machen, vereinheitlichen oder ausdifferenzieren.
Wir und unsere Geschwistereinrichtungen im i.d.a.-Dachverband (gegr. 1994) stehen in dieser Tradition. Zum Beispiel bewahren wir eine umfangreiche Zeitschriftensammlung der Frauenbewegungen aus aller Welt (von Seoul über Kolumbien bis Sydney), eine chronologische und themenspezifische Pressesammlung 1964–1994 (z. B. PD.KO.01 Frauensport, PD-LE.15.01 Jüdinnen) sowie Vor- und Nachlässe feministischer Akteurinnen wie P24-Anneke (Mathilde Franziska, 1848er-Revolutionärin und Pionierin der historischen Frauenbewegung). 📚🗂️✊
Als Archiv und Bibliothek feministischen Gedankenguts halten wir Spuren fest, die sonst leicht verschwinden würden und machen sie für Gegenwart und Zukunft zugänglich.