23/10/2026
Am 7. Oktober begrüßten wir den Zeitzeugen Joachim Heise im Lernort. Er berichtete von seiner Verhaftung 1983, der MfS-Untersuchungshaft in Erfurt und seinem Freikauf durch die Bundesrepublik im Juni 1984. Nachdem zahlreiche Ausreiseanträge abgelehnt worden waren, hatte Herr Heise seine Inhaftierung bewusst in Kauf genommen, um auf diesem Weg in die Bundesrepublik zu gelangen. Wegen „Landesverräterischer Nachrichtenübermittlung“ wurde er zu drei Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt. Die Haftbedingungen erschütterten ihn nachhaltig. Wenige Wochen nach seinem Freikauf konnte auch seine Familie ausreisen.
Wir danken Joachim Heise herzlich für seine Offenheit und die wertvollen Dokumente, die er unserem Archiv zur Verfügung stellte!
Am selben Tag waren Kolleginnen und Kollegen sächsischer Gedenkstätten und Aufarbeitungsinitiativen bei uns zu Gast. Unter Leitung der Dokumentationsstelle Dresden der Stiftung Sächsische Gedenkstätten tauschten sie sich über aktuelle Projekte zur Schicksalsklärung, Dokumentation und Auskunftserteilung sowie die Herausforderungen der Digitalisierung historischer Unterlagen aus. Bei einem anschließenden Rundgang informierten sie sich über die Geschichte unseres Lernorts und unseres Zeitzeugenarchivs mit den sogenannten Mielke-Beurteilungsblättern zum deutsch-deutschen Häftlingsfreikauf.
Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für die bereichernden Begegnungen und den spannenden fachlichen Austausch!
© Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e. V. / Dokumentationsstelle Dresden | StSG