24/07/2026
Im letzten Beitrag haben wir von einem Training im Rahmen von CWIS berichtet. Aber was steckt eigentlich dahinter?
CWIS – Citywide Inclusive Sanitation – ist ein Ansatz, der das Denken über städtische Sanitärversorgung grundlegend verändert.
Die klassische Vorstellung: Eine Stadt baut ein zentrales Kanalisationsnetz und irgendwann sind alle angeschlossen. In der Realität funktioniert das nicht – vor allem nicht in den schnell wachsenden Städten des Globalen Südens, wo Millionen Menschen in informellen Siedlungen leben, die von solchen Systemen schlicht nicht erreicht werden.
CWIS fragt deshalb anders: Wie können alle Menschen in einer Stadt sicher versorgt werden – mit Lösungen, die zu ihrer tatsächlichen Lebenssituation passen?
Das bedeutet: dezentrale und zentrale Systeme gleichzeitig denken. Kläranlagen und einfache vor-Ort-Lösungen. Infrastruktur und die Menschen, die sie betreiben. Technik und Politik.
Es reicht nicht, Toiletten zu bauen. Entscheidend ist die gesamte Kette – von der Nutzung über die Entsorgung bis zur sicheren Behandlung von Abwasser und Klärschlamm. Und dass diese Kette für alle funktioniert: Frauen, einkommensschwache Haushalte, Menschen in informellen Stadtteilen.
Genau dafür stärkt BORDA gemeinsam mit seinen Partnern Kapazitäten – in Städten, bei Behörden, in regionalen Netzwerken. Denn nachhaltige Sanitärversorgung ist keine technische Frage allein. Sie ist eine Frage von Systemen, Verantwortung und Inklusion.