11/12/2025
Bei der dritten Veranstaltung im Rahmen der LiteraTour Nord 2025/26 war die Autorin Daniela Dröscher zu Gast mit ihrem autofiktionalen Roman „Junge Frau mit Katze“ und sprach mit Axel Dunker über zentrale Themen ihres Romans wie Klasse, Körper und Krankheit. Dröscher verwies darauf, dass der Körper eine eigene Geschichte erzähle, oft auch eine Geschichte der Unterdrückung, gegen die der Körper dann manchmal rebelliere. Daher lande man beim widerständigen Schreiben irgendwann fast automatisch beim Körper.
Darüber hinaus ging es im Gespräch um Autofiktionalität, die feinen Unterschiede zur sogenannten Autosoziobiografie und den Wert von Fiktion. Dröscher betonte dabei, dass die Fiktion den Möglichkeitssinn wecke und sie als Autorin dazu ermächtige, der Realität zu widerstehen. Auch über die Bezüge zu Autor*innen wie Didier Eribon, Annie Ernaux oder Édouard Louis sprachen die beiden sowie über die im Roman enthaltenen Verweise auf Virginia Wolf, Roland Barthes und Yōko Tawada. Diese Referenzen, so Dröscher, sollen eine weitere Dimension eröffnen, seien aber für das Verständnis des Romans nicht entscheidend, ihr Ideal sei es vielmehr, in einer klaren, verständlichen Sprache zu schreiben, die einen guten Zugang zum Text ermögliche.
Einen weiteren Einblick in den Roman bekam das Publikum im ausverkauften Brauhaus durch drei vorgetragene Lesepassagen. Am Ende durften wie immer bei der LitearTour Nord auch die Gäste noch Fragen stellen und ihre Bücher signieren lassen.
Weiter geht´s mit der LiteraTour Nord mit der Lesung von Katerina Poladjan und ihrem Roman „Goldstrand“ am 11. Januar im Kleinen Haus vom Theater Bremen. Den Abschluss der diesjährigen Tour macht Annett Gröschner am 25. Januar mit ihrem Roman „Schwebende Lasten“.
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Beteiligt an der LiteraTour Nord: .oldenburg .literatur .rostock
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