26/06/2025
Nachwuchs stärkt Chorarbeit: Erfolgreicher Abschluss der D-Ausbildung in Hannover
Am Sonntag, den 22. Juni, fand der diesjährige Abschlusstag der D-Ausbildung für angehende Chorleiterinnen und Chorleiter in Hannover statt – ein gelungenes Beispiel dafür, wie musikalische Nachwuchsarbeit gefördert werden kann.
In einer Zeit, in der viele Chöre mit personellen und strukturellen Herausforderungen zu kämpfen haben, zeigt ein Projekt wie der D-Kurs des KCV Hannover, wie tragfähige Perspektiven entstehen können. Die Veranstaltung am 22. Juni war mehr als ein Prüfungsabschluss – sie war ein Zeichen für Engagement, Nachhaltigkeit und generationsübergreifende Zusammenarbeit in der musikalischen Bildungsarbeit.
Der D-Kurs, angeleitet von Ole Magers und Christian Rath, erstreckte sich über ein halbes Jahr und hatte ein klares Ziel: Menschen mit ganz unterschiedlicher musikalischer Vorbildung zu befähigen, Chöre als Assistenzen zu leiten und langfristig als Chorleitende wirksam zu werden. Mit Themen wie Dirigiertechnik, Probendidaktik, Gehörbildung und Musiktheorie bot die Ausbildung eine strukturierte Grundlage für musikalische Leitungspraxis.
„Ziel der Ausbildung ist es, den eigenen Chor als Assistenz zu unterstützen und neuen Nachwuchs für die Chorlandschaft zu etablieren“, sagt Kursleiter Ole Magers. Diese Zielsetzung spiegelt sich nicht nur in den vermittelten Inhalten wider, sondern auch in der sozialen Dynamik, die sich unter den Teilnehmenden entwickelte. Die kleine Gruppe von sechs Nachwuchs-Chorleiterinnen wuchs im Laufe der Monate zu einer Lerngemeinschaft zusammen, in der Wissen nicht nur vermittelt, sondern gemeinsam entwickelt wurde.
Die Prüfungssituation am 22. Juni wurde zusätzlich durch Teilnehmende des 2024er Jahrgangs unterstützt, die sich als Chorsängerinnen und -sänger zur Verfügung stellten. Diese gegenseitige Hilfe ist bemerkenswert – sie zeigt, dass sich hier eine Community bildet, in der nicht nur gelernt, sondern auch aktiv mitgestaltet wird. Das Format schafft damit einen sozialen Raum, in dem sich musikalisches Lernen mit Gemeinschaftssinn verbindet. Gerade für Erwachsene, Familien und ältere Menschen, die in der Chorszene aktiv sind, ist dies ein bedeutsames Signal: Nachwuchsarbeit kann Anschluss ermöglichen und Verantwortung weitergeben – ganz praktisch und konkret.
Der D-Kurs in Hannover ist ein bewährtes Format: Bereits zum zweiten Mal wurde er unter Leitung von Ole Magers in Zusammenarbeit mit dem KCV Hannover durchgeführt. Das positive Echo bei Dozierenden wie Teilnehmenden spricht für die Relevanz dieser niedrigschwelligen und zugleich fundierten Ausbildungsform. Dass der Kurs 2026 pausiert, liegt an einer bewussten Verlagerung der Aktivitäten: Magers übernimmt in diesem Jahr die Chorleitungsdozentur im C-Ausbildungsprogramm des Landesmusikrats Niedersachsen in der Landesmusikakademie Wolfenbüttel. Die nächste D-Ausbildung in Hannover ist für 2027 geplant.
Diese mehrjährige Taktung mag zunächst wie eine Verzögerung wirken, ist jedoch Ausdruck einer durchdachten Ausbildungsstrategie. Wer sich jetzt für Chorleitung interessiert – ob aus der eigenen Motivation heraus, als Sängerin oder aktiver Musikliebhaber –, kann die Zeit nutzen, um erste Erfahrungen zu sammeln, sich lokal einzubringen und mit Blick auf 2027 gezielt einzusteigen. Der Appell der Veranstalter ist klar formuliert: „Wer gerne singt, sollte mitmachen, um die Zukunft der Chöre zu sichern.“
Denn Chorarbeit lebt von Vielfalt, Kompetenz und dem Engagement vieler. Der D-Kurs zeigt exemplarisch, wie eine fundierte Qualifizierung neue Impulse setzen kann – gerade in Formaten, die bewusst auf traditionellen Grundlagen aufbauen. Das macht Formate wie den D-Kurs besonders anschlussfähig – für Menschen aller Generationen.
Die Veranstaltung am 22. Juni hat gezeigt, wie dies praktisch funktionieren kann: mit fachlich fundierter Anleitung, einem realitätsnahen Übungsrahmen und der Möglichkeit, sich in geschützter Atmosphäre weiterzuentwickeln. Die positive Rückmeldung der Teilnehmenden und der Dozenten unterstreicht: Solche Angebote tragen dazu bei, dass sich musikalische Kultur nicht nur erhält, sondern lebendig weiterentwickelt.
Für die Öffentlichkeit, insbesondere für ein Publikum aus Seniorinnen, Erwachsenen mit musikalischem Hintergrund oder Familien, die an kultureller Bildung interessiert sind, ergibt sich ein klares Bild: Hier entsteht ein nachhaltiger Beitrag zur musikalischen Bildung, der auch langfristig Relevanz besitzt. Wer Musik nicht nur hören, sondern gestalten möchte, findet in Formaten wie diesem einen geeigneten Einstiegspunkt.
Mit dem Abschluss dieses Jahrgangs ist nicht nur ein Kurs zu Ende gegangen – es ist ein Impuls gesetzt worden. Die Chorlandschaft braucht Nachwuchs, aber auch Strukturen, in denen dieser Nachwuchs wachsen kann. Der D-Kurs in Hannover hat beides geleistet: Ausbildung und Gemeinschaft. Und das macht Hoffnung für die Zukunft der Chormusik.
Ole Magers; Christian Rath