28/07/2026
„I want you to act as if our house is on fire. Because it is.“ – Greta Thunberg
Ein Urlaub, der der Erholung dienen sollte, wird zum Albtraum. Mitten in der Nacht: Sirenen, Panik und Schreie. Ein Waldbrand nähert sich.
Wir werden evakuiert.
Diese Katastrophe hätte verhindert werden können – nicht von den Einsatzkräften, die in dieser Nacht alles geben. Sondern von denjenigen, die seit Jahrzehnten die politische Verantwortung tragen und Warnungen konsequent ignoriert haben.
Der Klimawandel ist keine ferne Bedrohung mehr. Er ist kein theoretisches Szenario für 2050 und versteckt sich nicht hinter Statistiken. Er reißt Menschen nachts aus dem Schlaf, zerstört Wälder, Existenzen und Erinnerungen. Er zwingt Menschen zur Flucht.
Europa erlebt Jahr für Jahr extremere Klimaereignisse; in Frankreich brennen Landschaften in bisher unvorstellbarem Ausmaß.
Doch noch härter trifft die Krise den Globalen Süden – genau dort, wo die Menschen am wenigsten zu ihr beigetragen haben.
Hinter jeder Statistik stehen Schicksale und eine Tierwelt, deren Lebensraum schlicht verbrennt.
Für mich trifft diese Härte diesen Sommer eine Region, die mich seit vielen Jahren begleitet. Ein Ort voller Erinnerungen und Freunden. Diesen in Flammen zu sehen, macht fassungslos.
Und doch gibt es in dieser Nacht einen Moment der Hoffnung.
Als wir im Evakuierungszentrum in Audenge ankommen, begegnen uns Fremde mit bedingungsloser Hilfsbereitschaft. Sie organisieren Schlafplätze, verteilen Wasser und kümmern sich. Niemand fragt nach Herkunft oder Status. In dieser Turnhalle zeigt sich, wie schnell Solidarität entsteht, wenn alle an einem Strang ziehen.
Während wir dort sitzen, lese ich Artikel darüber, dass die Politik die Bereitschaft der Bevölkerung zu Klimaschutz unterschätzt. Wie absurd.
Wir diskutieren immer noch darüber, ob gehandelt werden muss – statt wie wir es endlich entschlossen tun. Umweltschutz war nie ein Luxus oder ein ideologisches Projekt. Und er ist längst keine Frage der Zukunft mehr.
Denn wenn Menschen mitten in der Nacht vor den Flammen fliehen müssen, brennt nicht nur ein Wald. Es brennt unser aller Zukunft.
Es muss gehandelt werden. Nicht irgendwann – sondern JETZT.