23/04/2026
VOM ACKER IN DIE TONNE – „TAG DER LEBENSMITTELVERSCHWENDUNG“ JÄHRT SICH ZUM 10. MAL
KÖLN, 21. APRIL 2026 – Am 2. Mai macht foodsharing Deutschland alljährlich auf einen Tag aufmerksam, der nachdenklich machen sollte: den „Tag der Lebensmittelverschwendung". Denn weltweit wird mindestens ein Drittel aller Lebensmittel verschwendet – sie landen gar nicht erst auf dem Teller. Darum wurde vor 10 Jahren auf Initiative des WWF der 2. MAI SYMBOLISCH ZUM „TAG DER LEBENSMITTELVERSCHWENDUNG" erklärt: Alle vom Jahresbeginn bis zu diesem Tag hergestellten Lebensmittel werden für die Tonne produziert.
Auch in Deutschland werden trotz wachsender Sensibilisierung der Bevölkerung täglich große Mengen an noch genießbaren Lebensmitteln entsorgt – auf dem Acker, in der Produktion, im Handel, in privaten Haushalten oder der Gastronomie. Noch immer wandern hierzulande jährlich laut Statistischem Bundesamt rund 11 Millionen Tonnen Lebensmittel in den Müll, wobei hier ein Teil der Wertschöpfungskette, beispielsweise sogenannte Vorernteverluste, noch gar nicht berücksichtigt werden.
„Angesichts der sich zuspitzenden Klimakrise und steigender Ernährungsarmut ist das Ausmaß der Lebensmittelverschwendung ein unhaltbarer Zustand“, sagt Katrin Meyer von foodsharing. „Die Bundesregierung hat das Ziel, die Lebensmittelverschwendung bis 2030 zu halbieren. Davon ist sie weit entfernt. Wir von foodsharing fordern klare gesetzliche Maßnahmen und verpflichtende Regelungen zur Umsetzung dieses Ziels, Rechtssicherheit für lebensmittelrettende Organisationen und Initiativen, einen Wegwerfstopp für Supermärkte, die Abschaffung schädlicher Handelsnormen und eine Reform des Mindesthaltbarkeitsdatums als sinnvolle Schritte gegen Lebensmittelverschwendung.“
foodsharing setzt sich als ehrenamtliche Initiative in Deutschland, Österreich und der Schweiz praktisch gegen Lebensmittelverschwendung ein. Seit 14 Jahren rettet die Organisation täglich an unzähligen Orten Lebensmittel in kooperierenden Lebensmittelbetrieben, verteilt diese in der Bevölkerung weiter, leistet Aufklärungs- und Bildungsarbeit und bringt sich kontinuierlich in den politischen Diskurs ein.
HINWEIS AN REDAKTIONEN: Gern stellt die ehrenamtliche Pressestelle Kontakt zu einer lokalen foodsharing-Initiative in Ihrer Region her.
AUSBLICK: Der von foodsharing ins Leben gerufene Aktionstag „Tag der Lebensmittelrettung“ wird bundesweit am 26. September 2026 stattfinden.
ÜBER DIE INITIATIVE FOODSHARING
foodsharing engagiert sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und ein nachhaltiges Ernährungssystem und versteht sich als konstruktive, ökologische Organisation. Die Ehrenamtlichen machen auf das globale Problem der Lebensmittelverschwendung aufmerksam. foodsharing kooperiert als konstruktive, ökologische Organisation mit anderen Umweltorganisationen sowie den Tafeln und steht im Dialog mit Unternehmen, Verwaltungen und Politik.
Seit 2012 rettet die foodsharing-Bewegung täglich tonnenweise genießbare Lebensmittel vor dem Müll. Dabei gilt: „Tafel first“ – die Tafeln haben bei den Lebensmittelrettungen immer Vorrang. Bei foodsharing verteilen Ehrenamtliche Nahrungsmittel kostenlos und bedingungslos von privat zu privat – im Bekanntenkreis, in der Nachbarschaft, in Obdachlosenunterkünften und anderen Einrichtungen sowie über die Plattform foodsharing.de. Über öffentlich zugängliche Regale und Kühlschränke, sogenannte Fairteiler, stehen die Lebensmittel in vielen Städten und Gemeinden allen Menschen zur Verfügung.
Bildungs- und Aufklärungsarbeit ist ein zentraler Bestandteil des Engagements. Mit Schnippelpartys vor Ort, Infoständen und öffentlichen Vorträgen sowie Workshops in Vereinen, Schulen und Universitäten schafft foodsharing das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln.
ZAHLEN, DATEN, FAKTEN FÜR FOODSHARING IN DEUTSCHLAND
- rund 170.000 Foodsaver:innen
- über 16.000 Kooperationspartner (Supermärkte, Wochenmärkte, Bäckereien, Cafés, Kantinen etc.)
- rund 8.500 tägliche Lebensmittel-Rettungen in ganz Deutschland
- 1.244 öffentlich zugängliche Lebensmittel-Fairteiler
- 435.000 registrierte Nutzer:innen
- über 272 Mio. kg Lebensmittel gerettet seit 2014
PRESSEKONTAKT (ZENTRAL):
Frank Bowinkelmann und Katrin Meyer
E-Mail: [email protected]