19/09/2026
🕊️💙 Wir wissen gerade nicht mehr, wie wir diesen Text schreiben sollen.
Wir haben in den vergangenen Jahren so viele Familien begleitet.
Wir waren da, wenn Eltern erfahren haben, dass das Herz ihres Babys nicht mehr schlägt.
Wir waren da bei stillen Geburten.
Wir waren da bei palliativen Geburten.
Wir haben Hände gehalten, Tränen ausgehalten, geschwiegen, zugehört und einfach versucht, ein kleines Stück Sicherheit in eine Welt zu bringen, die für diese Eltern gerade zusammengebrochen ist.
Wir haben Eltern begleitet, die Angst hatten.
Eltern, die nicht wussten, was auf sie zukommt.
Eltern, die ihr Baby im Arm halten mussten, obwohl sie es niemals mit nach Hause nehmen durften.
Und wir haben immer wieder erlebt, wie wichtig es ist, dass in diesem Moment jemand da ist.
Nicht irgendwann.
Nicht morgen.
Nicht wenn gerade jemand Zeit hat.
Sondern genau dann.
Doch genau das können wir im Moment immer weniger gewährleisten.
💙 Uns fehlen Menschen. Uns fehlen Begleiterinnen.
Und das bringt uns inzwischen an einen Punkt, der uns unglaublich weh tut.
Wir bekommen Anfragen von Eltern – und würden so gerne „Ja“ sagen.
Aber manchmal können wir es nicht.
Nicht, weil wir nicht wollen.
Nicht, weil uns diese Familien egal sind.
Und schon gar nicht, weil wir unsere Arbeit nicht mehr machen möchten.
Sondern weil uns die Menschen fehlen, die diese Familien begleiten können.
Und wisst ihr, was das mit uns macht?
Es zerreißt uns.
Denn hinter jeder Anfrage steht eine Mutter.
Ein Vater.
Eine Familie.
Und irgendwo sitzt vielleicht gerade eine Mama, die ihr Kind verlieren wird und verzweifelt jemanden sucht, der sie durch diesen Weg begleitet.
Und wir müssen vielleicht sagen:
„Es tut uns leid. Wir haben gerade niemanden.“
Dieser Satz gehört zu den schwersten Sätzen, die wir sagen müssen.
💔 Und damit stehen wir vor einem unglaublich schwierigen Problem.
Wir könnten mehr Werbung machen.
Wir könnten noch mehr Menschen von Engelsflügel erzählen.
Wir könnten noch mehr Eltern erreichen.
Aber was passiert dann?
Noch mehr Anfragen.
Noch mehr Familien, die auf unsere Hilfe hoffen.
Und wenn wir dann nicht genügend Begleiterinnen haben, stehen wir wieder vor demselben Problem.
Wir können keine Werbung machen, weil uns die Begleiterinnen fehlen.
Und wir finden keine neuen Begleiterinnen, weil wir kaum noch Menschen erreichen.
Es ist ein Kreislauf.
Und ganz ehrlich?
Wir wissen gerade nicht, wie lange wir das noch auffangen können.
🕊️ Und dann gibt es etwas, das uns ganz besonders am Herzen liegt:
Unsere Begleitung soll kostenlos bleiben.
Nicht, weil sie nichts wert ist.
Sondern weil wir der festen Überzeugung sind, dass kein Mensch sich Begleitung erst leisten können muss, um sie bekommen zu dürfen.
Wir wissen, was eine solche Begleitung kosten kann.
Wir wissen, was professionelle Trauerbegleitung, Geburtsbegleitung und die Zeit eines Menschen wert sind.
Und genau deshalb möchten wir diesen Weg nicht gehen.
Wir möchten nicht, dass eine Sternenmama erst auf ihr Konto schauen muss, bevor sie um Hilfe bitten kann.
Wir möchten nicht, dass ein Vater denkt:
„Das können wir uns nicht leisten, also müssen wir da alleine durch.“
Denn der Verlust eines Kindes trifft nicht nur Menschen mit einem bestimmten Einkommen.
Trauer fragt nicht nach dem Kontostand.
Liebe fragt nicht nach dem Einkommen.
Und ein verstorbenes Baby wird nicht weniger geliebt, weil seine Eltern wenig Geld haben.
Deshalb soll unsere Hilfe für alle da sein.
Für die Familie, die finanziell gut aufgestellt ist.
Aber genauso für die Familie, bei der am Ende des Monats kaum noch etwas übrig bleibt.
Für die Mutter, die sich eine private Begleitung niemals leisten könnte.
Für den Vater, der vielleicht gerade selbst nicht weiß, wie er die nächste Rechnung bezahlen soll.
Wir wollen niemanden ausschließen.
Und manchmal haben wir dabei das Gefühl bekommen:
„Was nichts kostet, ist nichts wert.“
Aber bitte glaubt uns:
Unsere Begleitung ist nicht wertlos, nur weil wir dafür kein Geld verlangen.
Hinter jeder Begleitung stehen Stunden.
Stunden des Zuhörens.
Stunden des Fahrens.
Stunden des Haltens.
Stunden des Telefonierens.
Tränen.
Schlaflose Nächte.
Ausbildung.
Erfahrung.
Und vor allem:
Ein Mensch, der einem anderen Menschen sein Herz und seine Zeit schenkt.
Das ist nicht nichts.
Das ist unbezahlbar.
💙 Deshalb suchen wir euch.
Nicht Menschen, die perfekt sind.
Nicht Menschen, die immer die richtigen Worte kennen.
Nicht Menschen, die keine Angst vor diesem Thema haben.
Wir suchen Menschen mit einem offenen Herzen.
Menschen, die sagen:
„Ich kann nicht verhindern, dass dieses Kind sterben muss.
Aber ich kann dafür sorgen, dass seine Mama und sein Papa diesen Weg nicht alleine gehen müssen.“
Menschen, die bereit sind, sich ausbilden und begleiten zu lassen.
Menschen, die wissen, dass Sternenkinder keine „kleinen Geschichten“ sind.
Es sind Kinder.
Kinder, die geliebt wurden.
Kinder, auf die Eltern gewartet haben.
Kinder, die fehlen werden.
Für immer.
Und genau deshalb brauchen diese Eltern Menschen an ihrer Seite.
Vielleicht bist du dieser Mensch.
Vielleicht liest du das gerade und denkst:
„Ich weiß nicht, ob ich das kann.“
Dann können wir dir sagen:
Du musst es nicht alleine können.
Wir gehen diesen Weg gemeinsam.
Wir stehen hinter unseren Begleiterinnen.
Wir tauschen uns aus.
Wir fangen uns gegenseitig auf.
Und wir lernen gemeinsam.
Aber irgendwann muss einer den ersten Schritt machen.
Bitte helft uns, damit wir nicht irgendwann aufhören müssen, „Ja“ zu sagen.
Bitte helft uns, damit wir nicht noch mehr Eltern abweisen müssen.
Bitte helft uns, damit kein Sternenelternteil das Gefühl bekommt:
„Jetzt bin ich auch noch mit meiner Trauer allein.“
Wenn du dir vorstellen kannst, bei Engelsflügel ehrenamtlich als Begleiterin oder Begleiter mitzumachen, melde dich bei uns.
Und wenn du selbst diese Aufgabe nicht übernehmen kannst:
Bitte teile unseren Aufruf.
Vielleicht erreicht er dadurch genau den Menschen, den wir gerade so dringend brauchen.
Denn vielleicht sitzt irgendwo genau diese eine Person und wartet nur darauf, zu erfahren, dass es uns gibt.
Und vielleicht kann genau diese eine Person später einer Sternenmama die Hand halten, wenn ihre Welt gerade zerbricht.
🕊️ Wir möchten nicht aufgeben.
Wir möchten weiterhin da sein.
Wir möchten weiterhin kostenlos für alle Familien da sein.
Wir möchten weiterhin sagen können:
„Du bist nicht allein.“
Aber dafür brauchen wir Menschen.
Wir brauchen euch.
Von Herzen.
💙🕊️
Engelsflügel
Damit Sterneneltern in ihrer schwersten Zeit nicht alleine bleiben müssen.